Rein inhaltlich sind in diesem Buch für verschiedene Lebensbereiche Ratschläge und Anregungen enthalten, welche die Beziehung eines Paares erfüllter gestalten sollten. Zusammenfassend kann man sagen, dass diese wohl gut gemeint sind, oft aber an der (männlichen) Realität vorbei gehen. Ich habe dieses Buch zusammen mit meinem Mann durchgelesen und an vielen Stellen von ihm nur verständnisloses Kopfschütteln geerntet.
Zum Beispiel empfiehlt die Autorin, sich wieder "mit'der Natur zu verbinden, bei einem gemeinsamen Spaziergang die Erde unter den Füßen zu fühlen, im gemeinsamen Rhythmus zu atmen, sich einander zu erzählen, wie es sich anfühlt'". Oder zum Thema Geld oder Geschenke folgende Sätze zu ergänzen: '"Geld war für mich in meiner Kindheit immer'...' 'Geschenke zu machen bedeutet für mich''..." Das sind unserer Meinung nach therapeutische Spiele, die Frauen sehr großen Spass machen. Aber welcher normale Durchschnittsmann, der sich für Fußball, Autos, Computerspiele oder die schönste Nebensache der Welt interessiert, hat Lust, stundenlang über seine Beziehung zum Schenken zu diskutieren? Der Kommentar meines Mannes zu manchen dieser Vorschläge war beispielsweise: '"Fehlt nur noch, dass ich meinen Namen tanzen muß!'"
Man muß allerdings der Gerechtigkeit halber sagen, dass manche Ratschläge auch ganz nett sind, z.B. Tipps für erotische Massagen, oder ähnliches. Diese sind aber in der Minderzahl, der Hauptteil des Buches sind eigentlich 'Therapiespiele': Was bedeutet dies und jenes für Dich? Wie verhielt es sich mit diesem Thema in Deiner Kindheit? Es mag Männer geben, die an solchen Therapiespielen tatsächlich Freude daran haben, wir glauben aber, dass diese eher die Ausnahmen als die Regel darstellen.
Wir können dieses Buch nicht empfehlen, da wir der Meinung sind, dass es für Beziehungen eher schädlich als nützlich sein kann. Durch dieses Buch wird in der Frau die Erwartung geweckt, ihr Mann müsse all diese Dinge machen, wenn er eine glückliche und erfüllte Beziehung haben will. Weigert er sich, ist Krach vorprogrammiert. Dabei ist doch das einzige Problem, dass die Autorin nur das beschrieben hat, was sie selbst als Frau nett fände und dass dem Buch die Perspektive eines normalen Durchschnittsmannes meistens fehlt.