Die Hotrats - das sind Gaz Coombes und Danny Goffey von Supergrass unter der Produktion von Nigel Godrich. Als kleinen Seitenausflug haben die beiden nun dieses Coveralbum aufgenommen - und probieren sich an sehr großen Originalen.
"Ein Coveralbum!" hab ich gestöhnt. Daran sind doch schon so viele gescheitert, erinnert euch nur an das von Duran Duran oder (ganz schlimm) Erasure. Naja, die Hotrats kriegen dagegen noch die Kurve, wohl besonders deshalb, weil sie sich eigentlich gar nicht so sehr an neuen, aufregenden Interpretationen probieren. Ihre Covers weichen meist eigentlich kaum groß vom Original ab. Ein weiterer Vorteil: Die Jungs bleiben in ihrer Welt, sprich Britpop, Psychedelic und Indie. "I can't stand it" (Velvet Underground) rauscht an mir vorbei, hört man ihre Version von "The Big Sky" spürt man mehr denn je das die Kinks der größte Einfluss der frühen Blur waren (Die Hotrats verBLURen die Kinks, klingt gut!). Ok, mit "The crystal ship" versagen sie, hat kein bißchen die Klasse der Doors, klingt hier einfach nur beliebig. "Fight for your right (to Party)" ist einer der wenigen Songs, der in komplett neuem Gewand daherkommt, eben als Britpop Song - funktioniert nicht besonders, finde ich. "Damaged Goods" (Gang of Four) weicht nicht stark vom original ab (von dem Song würd ich gern 'ne Franz Ferdinand Version hören). Auch "Love is the drug" ist nicht so spannend. Dann die größte Überraschung, "Bike" von Syd Barretts Pink Floyd, da war ich am meisten 'drauf gespannt! Und, ja, gut gemacht! Schöne Version, auch wieder voller Respekt zum Original. Das einzige was mir fehlt ist Barretts Stimme, die ich so liebe. "Pump it up" gefällt mir in ihrer Interpretation gar besser als das Original von Elvis Costello, klingt kraftvoller. "The Love Cats" dann wieder dem Original sehr ähnlich, und selbst in diesem Cover hört man gleich, was für ein einzigartiger Song das ist, da stimmt alles. Da kann Robert Smith noch so sehr maulen, das er den Song heute hasst - doch er ist genial. Bekommt er heute noch sowas hin? Nein, aber das darf man auch nicht erwarten. "Queen Bitch" klingt (wie schon Bowies) Original auch hier wie ein Lou Reed Song, die Hotrats packen vielleicht noch etwas mehr Glam 'rein. "E.M.I." ist nett, und "Up the Junction" von Squeeze ist dann der zweite Song, der in komplett neuer Interpretation daherkommt, als verdüsterte Psychedelic Version. Kann ich mich nicht mit anfreunden, dafür liebe ich das Original von Squeeze zu sehr.
Unterm Strich lässt sich aber sagen, das Gaz und Danny einen guten Job gemacht haben, voller Respekt zu den Originalen und mit dem Wissen, das man an exzellenten Songs nicht viel ändern braucht. Und die Songauswahl stimmt auch. Wahrhaft, das Ding ist ein Partyalbum, Karaoke deluxe. Und ich glaube, als nichts anderes ist es geplant. Und es macht einfach Spaß, all diese Songs mal wieder zu hören. Stimmt schon, das lässt einen auch die Originale mal wieder 'rauskramen.