Ronan Keating zählt mit Robbie Williams zu den derzeit erfolgreichsten Popsängern Europas. Das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden (sonst total verschiedenen) Charaktere: Trotz erfolgreicher Boygroupvergangenheit starteten sie als Solisten europaweit erst so richtig durch. "Turn it on" heißt das mittlerweile dritte Album des smarten Iren, dessen Charteinstieg allerdings bisher nicht an die Vorgänger herankommt. Der Grund ist hier eindeutig nicht der Qualität des Albums anzulasten, sondern eher der schwachen Take-Off Single "Lost for words", die nicht so richtig im Ohr landet und ein falsches Bild der CD vermittelt. Denn trotz zahlreicher Pressemeldungen bezüglich einer Imagekorrektur hin zum Rocker ist die typische Keating Palette von eingängigem Gitarrenpop bis hin zu Romantikballaden auch auf diesem Album hinreichend vertreten. Eine Weiterentwicklung und Neigung zum (wenn auch nur soften) Rock ist aber dennoch zu spüren und durchweg gut gelungen. Erstmals ist Keating an fast allen Songs als Songschreiber mitbeteiligt und das lässt jeden einzelnen Song zu einem Stück persönlicher Geschichte werden. Das zeigt besonders die einfühlsame Ballade „First Time", das Ronan seiner Ehefrau gewidmet hat oder auch „This is your Song", eine Hommage an seine an Krebs verstorbene Mutter. Auch das zwischen Ballade und Up-Temposong gelegene Duett mit der jungen Amerikanerin Leann Rimes „Last thing on my mind" ist ein weiterer Beweis für Ronans Talent, nach Lulu und Jeanette auf dem letzten Album auch hier wieder eine tolle Mitstreiterin ins Studio zu holen, die mit der markanten Stimme des Ex-Boyzone Frontmannes perfekt harmoniert. Angesichts dieser umfangreichen, persönlichen Songpalette ist es nur schwer zu verstehen, dass ausgerechnet der einzige nicht von Ronan verfasste Song des Albums, die Coverversion des Countryklassikers „She Believes (in Me)" als zweite Singleauskopplung vorgesehen ist . Zwar gibt die Ballade mit ihrem natürlichen Arrangement viel besser das Bild des Albums wieder wie der Vorgänger „Lost for words", jedoch bringt es Ronan Keating mit der inzwischen vierten Coversingle erneut das Image ein, selbst keine eigenen, aussagekräftgen Songs schreiben zu können. Gerade das ergibt aufgrund der Tatsache, dass der smarte Ire bei den restlichen 11 der insgesamt 12 Songs als Songschreiber selbst beteiligt war, ein völlig falsches Bild in der Öffentlichkeit. Eine in Sachen Image und Marketing nicht nachvollziehende Entscheidung, zumal die eigenen Balladen der Coverversion in Sachen Eingängkeit und Gefühl in nichts nachstehen und auch die irischen Wurzeln des Sängers (zum Glück) nicht verhehlen. Alles in allem unglückliche Singleentscheidungen für ein ansonsten durchweg gelungenes Album, dass durchaus als das Beste des jungen Iren bezeichnet werden kann.