Jonny Lang. Jonny Lang wurde in sehr jungen Jahren bekannt und zwar als "Kid Jonny Lang" und er spielte den Blues. Nun liegt hier sein neues Album vor und er geht in diesem andere Wege. Schon der Vorgänger "Long Time Coming" wurde kritisiert, weil Jonny nicht mehr den rauhen Blues spielte. Was man hier zu hören bekommt sind "bluesige" Popsongs - mit einer Mischung aus Funk und Gospel. Doch das muss ja keine schlechte Musik sein... Das Album fängt zielmich gut an und man hört sich schnell rein. Die Songs sind eingängig, nicht eintönig. Man erkennt ganz klar den Ursprung im Blues, simple Rhythmen, ein sehr überzeugender Gitarrensound und immer noch diese phantastische Stimme. Leider kippt meiner Meinung nach das Album dann zu sehr in Richtung Gospel - oder wie auch immer man das nennen sollte, die Texte sind überwiegend christlich angehaucht, Jonny singt von Gott und dessen Hilfe. Das ist nicht wirklich Blues, zumindest nicht textlich. Dies ist wohl der größte Kritikpunkt an dem Album, Sprache und Musik passen meiner Meinung nach nicht ganz zusammen. Trotzdem ist es ein gutes Stück Musik, Jonny Lang variiert die Stimme und Stimmung und das tut er sehr gut - wie nicht anders zu erwarten.
Einzelkritik:
Intro - kurze Orgel, gutes Intro
Bump the road - simpler Beat, ziemlich coole Sache, runder Song, ganz stark blueslastig
One person at a time - der Anfang fast noch etwas bluesiger, ein Song über sich selbst, klassisch: Gitarrensolo in der Mitte! sehr gelungen!
The other side of the fence - Irgendetwas stört mich an diesem Lied, zu durchsichtig, zu berechenbar, da fehlt das Gefühl
Turn around - beim ersten Mal hören dachte ich nur: was ist das für ein Blödsinn, aber man hört sich ein und dann ist das Ding gar nicht so übel, mal was anderes, irgendwie "baptistisch"
My love remains - klassischer einfacher Love-song - Jonny im Falsett, nicht schlecht
Thankful - Duett mit Michael McDonald - mehr gibt es dazu nicht zu sagen, Gospelchor - nicht mein Fall
Only a man - Nur eine Gitarre und eine Geige - dazu die Stimmen von Jonny und seiner Frau - wäre ein Höhepunkt der CD, wenn es nicht so ein christlicher Text wäre. Also: Einfach nur zuhören, nicht auf die Worte achten, dann ist es genial!
Don't stop (for anything) - kompletter Bruch zum Vorgänger, jetzt ist Rock angesagt, passt gut, bringt einen zum Mitwippen. Gut.
Anything's possible - zu simpler Beat, wird mit der Zeit langweilig
Last goodbye - Plötzlich klingt es alles etwas nach Jazz - Jonny manövriert sich ganz gut hindurch, interessantes Lied, ungewohnt, die hohen Töne trifft er nicht immer hundertprozentig - aber das passt!
On my feet again - und wieder der simple Rhythmus, aber diesmal klappt es meiner Meinung nach, klasse Song, einer der besten des Albums - zumindest, wenn man Popsongs mag
That great day - ja, das ist ein Gospelsong. nicht schlecht gemacht, trotzdem nicht ganz mein Fall.
It's not over - schließt sich an den Vorgänger an. wie gesagt, das ganze ist mir etwas zu Gott-lastig.
Outro - Paßt! Schönes Outro!
Insgesamt eine ziemlich gute CD, aber nicht dass, was sich alle von Jonny Lang erwarten. Doch vielleicht sollte man als Musiker die Erwartungen auch nicht erfüllen und sich weiterentwickeln. Ich bin auf das nächste Album gespannt, denn ich denke, dass alle Alben von Jonny Lang nacheinander angehört ein schönes Bild geben, eine Entwicklung darstellen.