Ich durfte dieses Buch in einem Seminar über fiktionale Kinder- und Jugendliteratur lesen ... und wurde belohnt, obwohl ich lange nicht mehr zu dieser Altersklasse zu zählen bin. Die Erzählung katapultiert nicht nur Kinder in eine andere, faszinierende Welt und ist zugleich einfach zu lesen, aber auch vielschichtig zu interpretieren; je nach reife des Lesers. Die Angst des Menschen vor dem Unbekannten und seine verschiedenartigen Reaktionen darauf stehen hier im Mittelpunkt der Geschichte. Der mutige, nach Erkenntnis strebende Planetenforscher Edu macht den ersten Schritt in eine neue Welt und zeigt seinen Forscherkollegen einen neuen Weg im Umgang mit dem Fremden (an dieser Stelle will ich nicht mehr verraten;-). Wie feindlich der Mensch dem Fremden (auch denkbarer Ansatzpunkt für das Thema Rassismus) oft gegenübertritt und wie schwer der Weg zu Akzeptanz und Toleranz sein kann, wird hier mit einfachen sprachlichen Mitteln auf eindringliche Art und Weise deutlich.
Ein Kind bekommt einen tiefen Einblick, der Erwachsene entdeckt evtl. einige ursächlichen Beweggründe menschlichen Handelns neu. Das faszinierende an dem Buch ist für mich die dichte Verwebung von farbgewaltigen Bildern, Landschaften mit den Emotionen der Hauptfiguren. Hier und da fühlte ich mich von der Grundstimmung etwas an den Film "Solaris" (Buch von Stanislav Lem) erinnert, wobei die Geschichte natürlich kindgerechter ist. Ein tolles Buch für Kinder/Jugendliche und Erwachsene, die sich gerne mal geistig entführen lassen ...