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Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman
 
 

Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman (Gebundene Ausgabe)

von Uwe Tellkamp (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 976 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (10. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518420208
  • ISBN-13: 978-3518420201
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (108 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 2.018 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Er war der haushohe Favorit für den Deutschen Buchpreis 2008 - und er hat ihn verdientermaßen auch bekommen. Schon 2004 konnte Uwe Tellkamp mit einem Auszug aus "Der Turm" den Bachmann-Preis abräumen. Gerade weil die Erwartungen durch das schnell zwischengeschobene Debüt "Der Eisvogel" wieder gedämpft wurden, walzt das fast 1000 Seiten starke Mammutwerk jetzt alles nieder, und so reaktionär die jahrelange Forderung nach einem Wenderoman auch gewesen sein mag, jetzt heiligt das Ergebnis das altbackene Sehnen. Tellkamp blickt für die Zeit von 1982 bis 1989 in die Villen des Dresdener Turmstraßenviertels und zeigt dessen Bewohner zwischen staatskonformer Angepasstheit und rückwärtsgewandtem Bildungsbürgertum: Lektor Meno Rohde, der sich mehr und mehr in seine Bücherwelt zurückzieht, sein Schwager, der Chirurg Richard Hoffmann, der ein Doppelleben führt und von der Stasi erpresst wird und Hoffmanns Sohn Christian, der von der NVA direkt in die Isolationshaft wandert. Genau diese DDR-Exoten hat es gebraucht, damit Tellkamp dem Personal angemessen im altmodisch gediegenem Stil beginnen - und dann diese Kunstwelt mit der rauen Wirklichkeit des real existierenden Solzialismus und harter Prosa einstürzen lassen kann. (cs)


Kurzbeschreibung

Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.


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170 von 197 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Tellkamps großes Selbstgespräch, 2. März 2009
Ich war auf diesen Roman gespannt - nicht nur, weil ich in der Nähe von Dresden aufgewachsen bin und den sozialen Rahmen der Handlung zumindest oberflächlich kenne. Dazu war ich in der beschriebenen Zeit so alt wie Christian, eine der Hauptfiguren, und habe so viele seiner Stationen zeitlich parallel erlebt: EOS, Abitur, dreijährige Armeezeit, Ende der DDR. Nach einer anstrengenden bis quälenden Lektüre bin ich mit Uwe Tellkamps "Der Turm" eher unzufrieden. Dieses Buch ist nicht der erwartete Gesellschaftsroman sondern leider nur eine starre, schrullige und gelegentlich größenwahnsinnige Beschreibung eines bestimmen Dresdener Kleinbürgermilieus. Mir kommt es vor wie eine Art gigantisches Selbstgespräch, mit dem der Autor seine Jugendjahre reproduziert.

Dieser "Turm" ist trotz seiner Detailverliebtheit abweisend; er erzählt keine große Geschichte, an deren Handlung und Figuren man Anteil nimmt. Das liegt vor allem an den drei Hauptfiguren des Romans: neben Christian (offensichtlich Tellkamps alter ego) sein Vater Richard und sein Onkel Meno. Jeder hat auf seine Weise bestimmte Konventionen extrem verinnerlicht, erscheint borniert und unbeweglich. Man kann als Leser zu ihnen kein Verhältnis aufbauen; sie bleiben während der gesamten Handlung stets distanzierte Fremde. Speziell die Figur des Christian wirkt so blass, verklemmt und unverständlich. Sie erzeugt keine Neugier und kann einen nicht durch den Roman führen. Ähnlich ergeht es mir mit Meno, diesem zwanghaften Nischen-Intellektuellen, der seine Unfähigkeit zu leidenschaftlichen Gefühlen im Buch immer wieder mit seitenlangem Gesülze kompensieren muss. (Durch die Kursivschrift kann man jeweils leicht weiterblättern).

Andere Mängel des Romans wiegen bei dieser unglücklichen Struktur der Hauptfiguren fast weniger schwer: die hölzernen Dialoge, die durchweg seltsam erscheinenden Frauenfiguren, der Mangel an Sexualität in und zwischen den Figuren, schließlich die langweilende und häufig funktionslose Detailversessenheit. Natürlich gibt es auch Szenen und Episoden, die ich gelungen fand: die Darstellung der Dichtermilieus etwa, des Hauses Arbogast oder des Beginns von Christians Armeezeit. Aber das bleibt für mich zu wenig, um den "Turm" als großen, nachhaltig wirkenden Roman zu bewerten.

Bleibt die Frage, ob das Buch zumindest als wahrhaftige Chronik der späten DDR taugt. Auf jeden Fall zeichnet Tellkamp die kleine Welt seines Romans sehr treffend und realistisch. Ein breites Gesellschaftspanorama sollte man allerdings nicht erwarten. Sicher konnte man in Dresden und anderswo auf den materiellen Mangel und die staatliche Repression so reagieren und sein Leben so gestalten wie die Figuren im Turm". Man musste es aber nicht, ohne dadurch gleich ein Anhänger des Systems gewesen zu sein. Vielleicht wäre aus diesem Buch ein großartiger Roman geworden, hätte Uwe Tellkamp vorher seinen "Turm" tatsächlich verlassen...
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Überbewertet, 15. Februar 2009
Ich finde das Buch überbewertet. Vor lauter Detailverliebheit verliert sich beim Leben das Gefühl für Tellkamps Figuren. Schier endlose und sich wiederholende Schilderungen von Gegend, Milieu und Ort verwässern die Geschichte. Beim Lesen hat man irgendwann den Eindruck, als würde es dem Autor darum gehen, alle und auch wirklich alle Erinnerungen an Dresden in diesen Roman zu packen. Und irgendwann davon ermüdet, fehlt es dem Leser am Vermögen, mit den tragischen Schicksalen der Personen mitzufühlen. Weniger wäre in diesem Falll mehr gewesen. So empfindet man den "Turm" wie eine selbstverliebte Germanistenprosa.
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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Äußerst zähes Machwerk, 30. Juni 2009
Mit großer Spannung und Vorfreude habe ich das Buch nach mehreren guten Rezensionen begonnen, leider wurde ich sehr schnell enttäuscht. Die Geschickte entwickelt sich äußerst mühsam, lange ist dem Leser überhaupt nicht klar worum es sich handelt, wer die handelnden Personen sind etc. Dem Roman fehlt ein einigermassen stringeter Handlungsstrang. Ich habe mich wirklich mühsam durch das Buch gequält und fast ein halbes Jahr gebraucht um es zu beenden. Der Grund, dass ich nicht aufgegeben habe ist wohl der, dass es trotz der seitenlangen abschweifenden Ergüsse dennoch immer wieder Passagen gibt, die ein interessantes und sicher stimmiges Bild des DDR-Alltages zeichnen, das mich als West-Leser schon gefesselt hat. Leider gelingt es dem Autor nicht, den Leser mittels der Geschichte zu bannen sondern im Gegenteil, wird es ihm durch übermäßiges methaphorisieren und zusammenhanglos erscheinende Gedankensprünge sehr schwer gemacht, der Geschichte zu folgen. Oftmals konnte ich nicht mehr als 4-5 Seiten am Stück lesen was das Lesevergnügen deutlich schmälerte. Geradezu unerträglich und unleserlich sind die ständigen, scheinbar sinnlosen Gedankenstränge von Meno Rohde - ich gestehe, dass ich diese gegen Ende einfach nur noch quergelesen habe.
Fazit: Schade. Es hätte ein großartiges Buch werden können, hätte der Autor sich an das alte Motto "Weniger ist oft mehr" gehalten und mindestens auf die Hälfte der Metaphern und Gedankensprünge verzichtet. Nur zu empfehlen für Leute, die zuviel Zeit haben und sich gerne durch anstrengende Texte quälen.
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