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Turlupin: Roman
 
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Turlupin: Roman [Taschenbuch]

Leo Perutz , Hans-Harald Müller
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135190
  • ISBN-13: 978-3423135191
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 119.738 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Leo Perutz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Leo Perutz ist der größte magische Realist unserer Sprache, ein Virtuose des Rätsels.«
Daniel Kehlmann

»Er ist ein Dichter mit der Fähigkeit, ungewöhnlich fesselnde Romane zu schreiben. Ich betone: ein Dichter.«
Carl von Ossietzky

Kurzbeschreibung

Frankreich im 17. Jahrhundert, zur Zeit von Kardinal Richelieu. Eine Verschwörung großen Ausmaßes wird erwartet. Doch dann gerät unversehens der Perückenmacher Turlupin, ein Träumer und ein Narr, dazwischen und die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung.

Paris, November 1642. Seit achtzehn Jahren herrscht Kardinal Richelieu über Frankreich. Grausamkeit, Härte und Intrigen sind seine Waffen, und der König, ein Schwächling, ist machtlos gegen ihn. Gerade erst konnte der Kardinal eine Verschwörung vereiteln und die Anführer an den Galgen bringen, doch die dunklen Umtriebe seiner Gegner finden kein Ende. Wieder kommt ein Gerücht auf, ganz Frankreich hallt davon wider: Am 11. November, dem St.-Martinstag, ist eine Bartholomäusnacht für den französischen Adel geplant, in der dessen Köpfe »wie die Federbälle durch die Luft wirbeln« sollen. Doch das Schicksal will es anders. In Gestalt des jungen Perückenmachers Turlupin, der unversehens ins Zentrum des Geschehens rückt, erhält der Lauf der Dinge eine unvorhergesehene Wendung.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Geschwind über 167 Seiten führt uns dieser Roman in eine schon sehr zurückliegende Epoche: Im Jahr 1642 ist Louis XIII auf dem Thron von Frankreich, welches aber eigentlich immer noch von dem greisen Kanzler Richelieu beherrscht wird, der allgemein als Regent und mächtigster Mann im Staat gilt und auch als solcher bekannt ist. Schon dem Ende entgegengehend, will der Fadenzieher noch eine große Tat vollbringen: Eine Revolution, die den Adel stürzen soll und das knapp 150 Jahre bevor dies 1789 tatsächlich geschah. Nur eins steht dieser Sache im Weg: Das Schicksal in Gestalt des (Anti-)helden Turlupin, der unwissentlich zum Zünglein an der Waage wird.

Leo Perutz ist wahrlich das, was man einen zu Unrecht verkannten und vergessenen Schriftsteller nennt; er reiht sich ein neben Namen wie Robert Walser, Hans H. Jahnn und Max Brod - alles zu Unrecht in Vergessenheit geratenen deutsche Schriftsteller, die ansonsten nicht viel verbinden mag.

Perutz ist ein Romancier par excellence, in jedem seiner Bücher findet sich eine eigene Dichte und ein ganz eigener Charme, auch wenn er ansonsten eine große Bandbreite an Themen vorlegt. Gekonnt gelingt es ihm, historisches mit eigener Erfindungskunst zu verweben und "eine Konstruktion zu schaffen", die, so sein Herausgeber Hans-Harald Müller, "sich selbst trägt."

Lehnen sie sich also freudig zurück und genießen sie einen kleinen Roman der alle Kleinigkeiten aufbietet, die ein kurzweiliges Leseabenteuer braucht: Ein interessantes, historisches Panorama, ein unkomplizierter, heiterer Stil, ein menschlicher Protagonist und eine gute, lineare Geschichte.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von G. Bogner VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Turlupin ist ein Perückenmacher, der im Paris 1642, zur Zeit von Kardinal Richelieu lebt. Turlupin hat sein Auskommen in der Barbierstube der Witwe Sabot und eigentlich ein angenehmes Leben. Jedoch ist ihm sein Vater nicht bekannt und er pflegt einige eigenwillige Marotten, so gibt er z. B. jedem Bettler ein Almosen. Eines Tages jedoch geht Turlupin wegen eines Missverständnisses zu der Beerdigung des Herzogs von Lavan und meint in der Herzogin seine Mutter zu erkennen. Kurz entschlossen lässt er sein kleines Glück zurück, da er sich zu Höherem berufen fühlt und macht sich zum Schloß der Lavans auf. Dort wird er zuerst mit Schlägen abgewiesen, jedoch macht er die Bekanntschaft einer zwielichtigen Gestalt, die ihn herrschaftlich herausputzt und einige Ratschläge für sein Auftreten im Schloß gibt. Als sich Turlupin in der Verkleidung eines Edelmannes wieder zum Schloß begibt, wird er dort mit offenen Armen empfangen.

Mit seinen 180 Seiten bietet das Buch eine humorvolle, kurzweilige Unterhaltung mit viel Wortwitz und hat mir überraschend gut gefallen. Turlupin der Protagonist, ist ein Narr der durch sein idiotisches Verhalten am Ende eine Heldentat vollbringt. Die Rezension von 1925 und das Nachwort (Insgesamt 24 Seiten) kann man sich sparen, da sie heutzutage nur noch langatmig und langweilig sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Minnhera
Format:Taschenbuch
Turlupin ist der Familienname eines französischen Perückenmachers (17. Jhd.), der - ähnlich wie Amélie Poulain (Film: "Die fabelhafte Welt der Amélie") - in einer ganz eigenen Welt lebt. Wie Jean-Baptiste Grenouille (Buch: "Das Parfüm") als Waisenkind aufgewachsen und in einem einfachen Handwerksberuf arbeitend fühlt sich Turlupin zu höherem berufen. Nach einem Zwischenfall mit einem Bettler (er haßt Bettler, gibt aber jedem ein Almosen, weil er angst hat, daß sie ihn sonst bei Gott verpetzen) gerät er versehentlich auf eine herzögliche Beerdigung und ist, als jemand ihm sein Medaillon mit seinem Bild stiehlt und die Herzoginwitwe ihn lange ansieht, plötzlich überzeugt davon, daß er der Sohn des gerade beerdigten Herzogs sein muß. Er fängt also an, die Herzogin (seine "Mutter") zu stalken. Da er auch sonst nicht ganz helle ist, fällt er dabei Helfershelfern Kardinal Richelieus in die Hände, die ihn benutzen wollen, um eine adlige Konspiration (die im Haus seiner "Mutter" stattfinden soll) zu unterwandern. Durch reines Glück übersteht Turlupin die Sitzungen der Adligen, zu denen er eingeschleust wurde, und stellt sich am Ende mit heldischer Gesinnung (und an der Seite seiner vermeintlichen Verwandten und deren Mitverschwörern) einem Mob von Pariser Bürgern, die von Richelieus Leuten angestachelt wurden, das Haus des Herzogs anzugreifen, da der Kardinal plant, den französischen Adel auszulöschen. Turlupin weiß zu keiner Zeit, was eigentlich los ist. Er reimt sich sein Weltbild aufgrund von für ihn bedeutungsvollen Zufällen zusammen - und stirbt schließlich in einem unfaßbaren Coup, der den französischen Adel rettet:

~~~~~SPOILER!!!~~~~~

In dem Mob, der das Haus des Herzogs angreift, erkennt Turlupin einen seiner Kunden aus seiner Zeit als Perückenmacher. Da er befürchtet, daß der Mann seiner neuen "Familie" erzählen könnte, mit welchen niederen Tätigkeiten der verlorene Sohn seinen Lebensunterhalt bislang verdient hat, springt Turlupin vor (während sowohl seine Seite, als auch der Mob noch auf ein Zeichen zum Angriff wartet) und tötet ihn, wobei er selbst lebensbedrohlich verwundet wird. Der Kunde ist allerdings der Rädelsführer des Mobs, Richelieus wichtigster Agent, und sobald er tot ist, zerstreut sich die Menge und der Adel kann aufatmen. Es bleiben noch 150 Jahre bis zur Französischen Revolution, die nach Perutz' Meinung durchaus auch schon 1642 hätte stattfinden können... hätte nicht ein Frisör unwillentlich Richelieus Pläne durchkreuzt. Spoiler 2: Am Ende stellt sich auch heraus, daß die Herzogin Turlupin bei der Beerdigung nicht angesehen hatte - sie ist lediglich blind und starrte in der Kirche blicklos in irgendeine Richtung (in der aber Turlupin zufällig stand).

~~~~~SPOILER ENDE~~~~~

Wie Grenouille wird Turlupin als nicht sonderlich attraktiv beschrieben - heldenhaft, durchsetzungsfähig oder clever ist er aber auch nicht. Was ihn bemerkenswert macht, sind seine abstrusen Ideen. Er stürzt von einem Fettnäpfchen ins nächste, versucht fieberhaft, mit widrigen Situationen und Menschen fertigzuwerden und erreicht damit eine nicht zu übertreffende Komik. Als unbeteiligter Leser kann man es uneingeschränkt genießen, wie Turlupin sich im Haus des Herzogs als angeblicher Provinzadliger durch seine Frechheit ein Duell bei Morgengrauen einhandelt und anschließend - aus Angst, weil er als Perückenmacher ja nicht fechten kann - versucht, mehrere der adligen Verschwörer dazu zu überreden, die Sache für ihn auszutragen. Er läuft durchs Haus und sät (auf äußerst durchschaubare und darum extrem lustige Art!) unter den teils schon ziemlich betrunkenen Herren von Stand Streit, damit ein anderer seinen Gegner umbringt, bevor er zum Duell antreten muß. Dieser Roman hat einfach historische Akkuratesse, Witz, gute Charaktere und einen ansprechenden Plot. Außerdem wartet er noch mit der äußerst interessanten Theorie der vorgezogenen Revolution auf. Wenn man sich - wie ich - am Ende vorstellt, was Kardinal Richelieu wohl für ein Gesicht zieht, wenn seine Spione ihm den Ausgang des Überfalls auf das herzögliche Haus berichten, wird man wahrscheinlich um ein "Oh mein Gooooooooooooooooooott!!!" und einen Lachkrampf nicht mehr herumkommen. Weiteres Plus: Wer einen irren Vorläufer von Amélie und Grenouille kennenlernen will, ist hier auch sehr gut beraten. Turlupin schlägt alles!
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