Tertilt geht auf sehr einfühlsame Weise mit der Thematik der ethnisch definierten Jugendgangs um. Grundlage für seine Untersuchung sind 2 Jahre (1991/1992) Forschungsarbeit, in denen er (fast) jeden Tag mit den Jugendlichen der "Turkish Power Boys" verbringt. Die Bereitschaft, sich über einen solch langen Zeitraum und in einem solchen Maße auf eine Gruppe einzulassen, wird man in der wissenschaftlichen Tradition Deutschlands eher selten finden.
Mit einer bemerkenswerten Objektivität betrachtet Tertilt die Mitglieder der Jugendbande nicht als Problemfälle, sondern nimmt sie als Individuen ernst.
Ein in höchstem Maße empfehlenswertes und eingängliches Buch - und das völlig ohne reißerische Tendenzen.