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Turils Reise: Roman
 
 
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Turils Reise: Roman [Taschenbuch]

Michael Marcus Thurner
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453525647
  • ISBN-13: 978-3453525641
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 42.356 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Marcus Thurner
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die faszinierendste Reise aller Zeiten

In einer Zukunft, in der die Menschen auf zahllose außerirdische Völker gestoßen sind, hat Turil den unmöglichsten aller Berufe: Er ist ein interstellarer Bestattungsunternehmer. Er erteilt Sterbesakramente, spricht tröstende Worte oder richtet auch rauschende Feste aus – je nachdem, von welcher Spezies der Verstorbene abstammte. Turil verbringt sein Leben damit, von Planet zu Planet zu reisen. Doch die wundersamste Reise steht ihm erst noch bevor – denn ohne es zu wissen, trägt Turil das Schicksal der galaktischen Zivilisation in sich ...

Großartige Science Fiction aus Deutschland.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Zituyn zog soeben seine Wurzeln an die Oberfläche, um die ungemein lästige Schicht Parasitenwürmer abzukratzen, als das Ding auf den Boden krachte. Die Erde bebte, der Lärm und eine Woge heißer Luft rissen ihn beinahe um. Ein Ding?!
Zituyn war ein einfacher Wurzelhauer, und er verstand nicht viel von den Wirrnissen der großen, weiten Welt. Er arbeitete Tag und Nacht, um sich und seiner Familie einen akzeptablen Lebensstandard und einmal im Jahr einen Kuraufenthalt in den Sumpfbädern von Twaroch zu ermöglichen. Dies hier - der Lärm, die Wolke, die Ahnung von etwas Fremdartigem, das sich in den Boden bohrte - irritierte ihn.
Zituyn ließ die Würmer Würmer sein und näherte sich zögerlich dem Absturzplatz inmitten seiner Plantage. Unmengen des trockenen Savannenstaubs, den er so sehr hasste, flirrten in der Luft, legten sich langsam über seine Astfalten und krochen in jede noch so kleine Körperritze. Dann fegte der böige Ostwind den Staub beiseite und erlaubte ihm einen ersten Blick auf das fremde Objekt. Es handelte sich um eine gerade mal wurzeldicke Rechteckplatte, glänzend, mit weißen Einsprengseln in einer kupferroten Oberfläche. Die Platte glühte; von den scharfkantigen Rändern kroch Feuer über die Ranken seiner Ovenchunken-Zucht und setzte die leckeren Gemüseblätter ebenfalls in Flammen.
"Was, bei den Afterwurzeln des Götzlichen ..." Fluchend peitschte Zituyn Erde hoch und ließ sie auf die Brandherde regnen, bevor sich das Feuer weiter ausbreitete. Es war hartnäckig, und die Hitze, die von der glänzenden Platte ausging, schmerzte ihn bis tief ins Innere seiner Blattfasern.
"Funtarin! Epeskoar! Ditrik!", schrie Zituyn, doch keiner der Erntehelfer ließ sich blicken. Sicherlich kühlten die drei Kameraden ihre Astarme wieder mal im nahegelegenen Tümpel, statt zu arbeiten. Er alleine musste sich um dieses Unglück kümmern.
Allmählich ließ die Hitze nach. Zituyn trat vorsichtig näher und klopfte gegen das Metall. Sein Spiegelbild, das er in der Oberfläche der Platte wellig und ein wenig verzerrt sah, tat es ihm gleich - allerdings mit einer Verzögerung von mehreren Sekunden.
Erschrocken wich er zurück. Das Ding - es stammte aus dem Weltall! Er hatte davon gehört, dass manche Raumschiffe von einer dünnen Schicht verzerrter Eigenzeit umgeben waren und eine Weile benötigten, bevor sie zurück in die Gegenwart eines planetaren Umfelds oszillierten.
Er hatte das Ding angefasst. Bestand die Gefahr, dass er sich irgendwie ... infiziert hatte?
Zituyn benötigte dringend jemanden, der ihm sagte, was zu tun war. Jetzt gleich, bevor er einen Fehler machte. Er tastete mit den Hauptwurzeln tief in den Boden, so tief, dass er einen Strang des alten, aber noch immer ausgezeichnet funktionierenden Nachrichtennetzes ertasten konnte. Sanfte Vibrationen durchdrangen ihn. Das System war nur wenig ausgelastet, und er sandte seine Botschaft augenblicklich ab.
Das Ding öffnete sich.
Eine Platte, scheinbar dünner als ein Blatt, klappte aus der Ursprungsform und plumpste rechts zur Seite. So satt, als hätte es mehr Gewicht als ein Stahlträger. Eine weitere Platte fiel zur Linken, die nächste kippte in Zituyns Richtung. Jedes einzelne Objekt entfaltete sich weiter, und in immer rascherem Tempo entstand eine Fläche, eine metallene Ebene. Die Teile lagen so passgenau zueinander, dass keine Zwischenräume zu erkennen waren. Der ursprüngliche Rechteckkörper verblieb im Zentrum. Er schien keinerlei Substanz verloren zu haben.
Zituyns Angst schlug in Panik um. Er musste immer weiter zurückweichen, wollte er nicht von den Metallplatten erschlagen werden. Er nahm die Hand- und Gesichtswurzeln zu Hilfe, als er davoneilte, beschleunigte immer mehr, setzte hastig über die Steinumrandung des Ovenchunken-Feldes hinweg. Platten krachten auf die schweren Felsbrocken und pulverisierten sie. Zituyn wagte es nicht zurückzublicken. Er lief und lief und lief, so rasch ihn seine Wurzeln trugen.
Irgendwann kehrte hinter ihm Ruhe ein. Er rannte noch ein Stückchen weiter, bevor er es wagte, anzuhalten und dringend benötigten Sauerstoff durch die Körperöffnungen einzufiltern. Zituyn nahm all seinen Mut zusammen und drehte sich um. Ein düsterrot glänzendes Metallfeld breitete sich vor seinen Augen aus, mit einer Ausdehnung von gut und gerne hundert mal hundert Metern.
Stille. Kein Vogel wagte es zu trillern, die im Frühjahr ausschwärmenden Fruchtfliegen, die schlimmsten Feinde seiner Zucht, hatten längst das Weite gesucht. Unter seinen Beinen fühlte Zituyn die Ausläufer des weit verzweigten Wurzelwerks einer Baumgruppe, die hinter dem nächsten Hügel gesiedelt hatte. Die Wurzelfreunde verharrten in einer Art Stasis und hatten jegliche Nahrungsaufnahme eingestellt. Die Ruhe schreckte Zituyn mehr als alles andere zuvor. Selbst der ewige Wind hatte sich zu einem matten, kaum noch hörbaren Säuseln gewandelt.
Aus dem Zentrum der Fläche trieb ein Etwas hervor. Quecksilberähnliche Substanz umfloss einen Klumpen, der entfernt einem Humanes-Körper glich. Er schob sich höher und höher, wuchs wie eine Pflanze aus dieser zwei-dimensionalen Fläche und spottete damit aller Gesetzmäßigkeiten. Aus Nichts wuchs Etwas; ein knollenförmiges Ding, dem Ovenchunken-Triebling nicht unähnlich.
Zituyn beobachtete den Prozess mit schreckstarren Astarmen. Er wusste, dass er einen Alarmruf abgeben musste - doch es fehlte ihm die Kraft. Eine Art Bannstrahl ging von diesem Klumpen aus, der sich nun von der ihn einengenden Quecksilberschicht befreite. Das Wesen darin zwang ihn, wie paralysiert zu verharren. Jede Regung, jeder vernünftige Gedanke war ihm verboten.
Die Gazehaut fiel zu Boden und verband sich dort wieder mit der unergründlichen Metallfläche. Das Geschöpf wankte leicht. Es schüttelte Flüssigkeit oder Schweiß aus dem dunklen Pelz, machte vorsichtig ein paar Schritte nach vorne und bewegte dann den Kopf in alle Richtungen. Es wirkte gedrungen und muskulös, strahlte Arroganz und Aggressivität aus.
Der Unheimliche scherte sich vorerst nicht um ihn. Er schien nach etwas anderem zu wittern, zu schnüffeln. Die Nase, von tiefen Lamellenkerben gekennzeichnet, ragte zwischen zwei blutroten Kulleraugen hervor. Das Ein- und Ausatmen wurde von röchelnden Geräuschen begleitet, als erhielte der Unbekannte nicht ausreichend Sauerstoff.
Er bewegte sich mit schweren Schritten, die laut auf der Metalloberfläche widerhallten. Auf einen Wink der Klauenhand mit den fünf Fingern hob sich ein Aggregat aus dem Boden, ein Rundpult mit vielen grell glitzernden Schaltflächen. Darüber drehte sich eine Art Parabolantenne mit großer Geschwindigkeit.
Ich muss weg!, dachte Zituyn, jetzt, da er nicht herschaut, nicht auf mich achtet!


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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen turbulente Reise durch den Kahlsack, 6. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Turils Reise: Roman (Taschenbuch)
"Turils Reise" habe ich nach der Empfehlung einer Tageszeitung sowie aufgrund der Herkunft der Autors (österreichsche Sci-Fi Autoren sind Mangelware) erworben. Vorweg: Thurner entwirft in "Turils Reise" ein völlig neues Universum, durch das er den galaktischen Totengräber auf eine für den Protagonisten glaubhaft irritierende und spannende Reise schickt. Über den Detailreichtum, an dem der Autor sich hier, so bekommt man den Eindruck beim Lesen, selbst ergötzt, scheint er jedoch auch manchmal zu straucheln. Vieles wird in Banks's scher Manier einfach hingeworfen, einen (angebrachten) Erklärungsnotstand für so manche Begriffe und Details verspürt der Autor hier offensichtlich nicht und daß läßt den/die LeserIn manchmal stutzen.

Die Handlung aber leidet nicht sonderlich unter dieser Tatsache, hier wird so fröhlich wie zielsicher mit charakterbehafteten obsessiven Raumschiffen, künstlichen multiplen Persönlichkeiten, lügenden Robotern, Außerirdischen mit Identitätsproblemen (gut/böse?) und Kuschelbedürfnis, skurillen halblebendigen Objekten und halbtoten Chimären hantiert.

Sehr witzig ist es jedenfalls, aktuelle Science Fiction im sehr wortgewandten Original zu lesen, hier verblassen zumindest die deutschen Übersetzungen vieler Kollegen aus dem Ausland. Übersetzungsfehler sind also auszuschließen: eine Erklärung zum Vorgang des "Sechsen", bitte!!

Hoffentlich erfährt der Roman eine Fortsetzung, das würde dem komplexen, aber nur angerissenen Universum mehr Profil verleihen. Genug Fragen bleiben in dem schnellen Ende jedenfalls offen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gute, alte SF, 19. Juni 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Turils Reise: Roman (Taschenbuch)
In bestem Deutsch ohne Lehnwörter aus dem Englischen, also mit Fleiß, Sorgfalt und Hingabe, entwirft der Autor eine jederzeit packende, spannende "Space Odyssee" (jetzt konnte ich's selbst leider nicht lassen). Für den SF-Freund endlich wieder ein Genuss, nachdem gute SF-Romane so rar geworden sind. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und freue mich schon auf weitere Abenteuer im Kahlsack oder sonstwo.
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein neues, phantasievolles Universum!, 26. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Turils Reise: Roman (Taschenbuch)
Thurner schafft für dieses Buch ein eigenes, kleines Universum, in dem er seine Figuren und Völker agieren lässt. Faszinierend dabei ist vor allem die überschäumende Kreativität, die Welten und Wesen entstehen lässt, wie man sie bisher noch kaum in anderen Storys gefunden hat.

Erzählt wird die Geschichte des intergalaktischen Totengräbers Turil, der die Weiten des "Kahlsacks" bereist und nach und nach die Geheimnisse dieses abgeschlossenen Universums, aber auch die Rätsel, die ihn und sein Volk umgeben, ergründet. Alleine sein eigenwilliges Raumschiff mit den darin befindlichen Geschöpfen und Kreaturen wäre es wert, eine eigene Story dazu zu schreiben.

Wer Michael Marcus Thurner von PERRY RHODAN her kennt, wird dieses Buch ebenso mögen, auch wenn es mit Rhodan nichts zu tun hat und mehr Fantasy-Elemente enthält. Der "Ausbruch" des Autors aus der vorgegebenen Rahmen- und Exposéhandlung der RHODAN-Serie mit einer komplett eigenen Geschichte war wohl schon überfällig und hat sich jedenfalls gelohnt.

"Turils Reise" ist ein durchgehend spannendes Buch mit einem unerwarteten und überraschenden Ende, das auch noch die Option für eine Fortsetzung offenhält - und da werden hoffentlich noch einige kommen, denn das Kahlsack"-Universum ist es wert, noch ausführlicher erkundet zu werden!
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