Aus der Amazon.de-Redaktion
In den USA zählt Lee zu den Großen, hierzulande steht sein Durchbruch noch aus.
Fremd im eigenen Leben -- die Geschichte eines japanischstämmigen Amerikaners -- war nur mäßig erfolgreich,
Turbulenzen ist nun für manche "nicht noch ein amerikanischer Familienroman", sondern "
der amerikanische Familienroman" (Denis Scheck).
Wieder geht es um einen Mann, der es eigentlich geschafft hat: Jerry Battle hat zwei wohl geratene erwachsene Kinder, war erfolgreicher Unternehmer, jobbt auf seine alten Tage im Reisebüro, wenn er nicht gerade mit dem eigenen Sportflugzeug über Long Island fliegt. Nur mit den Frauen läuft nicht alles glatt und sein Vater könnte bald zum Pflegefall werden. Dann wird bei seiner schwangeren Tochter Theresa Krebs diagnostiziert und Sohn Jack droht den Familienbetrieb an die Wand zu fahren.
In einem endlosen Gedankenstrom mit sporadischen Dialog-Inseln breitet Jerry sein "vollklimatisiertes Leben" vor uns aus, immer ein wenig reserviert, als schwebe er über den Dingen, als wolle er einigermaßen vernarbte Wunden der Vergangenheit nicht wieder aufreißen. Darin ähnelt der Bilderbuch-Amerikaner Jerry dem Immigranten Doc Hata aus Lees letztem Roman. Für das multikulturell-asiatische Element sorgen dieses Mal Jerrys verstorbene Frau Daisy und der Schriftsteller-Schwiegersohn in spe, Paul.
"Denn nichts ist so zutiefst erschütternd wie der Untergang einer Familie im Wandel der Zeiten." Der Beweis für diese Behauptung gelingt dem Autor nur ansatzweise, am ehesten gegen Ende des lang geratenen Buches. Da können die Szenen aus dem Milieu der Mehr-als-genug-Verdienenden noch so glaubwürdig sein -- über alle Bilder legt sich Jerrys Erzählerstimme und die klingt öfter als nach einem hemdsärmligen Mittelständler nach einem schreibenden Literatur-Professor ("stetig breiter werdender Sensenschwung des Lebens").
Wo etwa Franzens Figuren die Herzen im Sturm erobern, stellt sich hier nur ganz allmählich vage Sympathie ein. Und für einen echten Familienroman folgt das Ganze zu sehr der Devise "Jerry Battle und wie er die Welt sah". Aber wer wissen will, wie der weiße Durchschnittsamerikaner tickt -- hier kann man es nachlesen. --Patrick Fischer
Pressestimmen
"Chang-rae Lee hält dem amerikanischen Traum mit all seinem Glanz und seinen trügerischen Versprechungen den Spiegel vor." (The New York Times)
"Turbulenzen"verzaubert den Leser völlig und lässt an die Werke von Meistern wie John Cheever und John Updike denken." (People)
"Eins der besten Bücher des Jahres." (The Christian Science Monitor)
"Wenn man "Turbulenzen2 liest, weiß man, warum man Literatur liest." (Los Angeles Times)
"Turbulenzen" hat einen lockeren, spritzigen Ton, einen schwingenden Rhythmus, der wunderbar lebendig wirkt." (Poets and Writers Magazine)
Kurzbeschreibung
Chang-rae Lee ist einer der erfolgreichsten Autoren Amerikas. Mit »Turbulenzen« ist ihm das beeindruckende Porträt eines Mannes gelungen, der versucht, sich der Realität zu verweigern, und die packende, drei Generationen umfassende Geschichte einer Familie auf Long Island. Ein Roman über Entfremdung und Identität, glänzend geschrieben und voller Tragik und Komik. Am glücklichsten ist Jerry Battle, wenn er in seiner kleinen Propellermaschine allein über Long Island fliegt, fern von aller unangenehmen Realität. Aber schmerzhafte Erinnerungen und die deprimierenden Tatsachen am Boden lassen sich auf die Dauer nicht verdrängen. Dabei hatte er geglaubt, sich alles und alle vom Leibe halten zu können. Doch sein Vater Hank, der italienischstämmige Patriarch, will nicht im Altersheim bleiben, die intellektuelle Tochter Theresa kehrt schwer krank und schwanger mit ihrem koreanischen Mann nach Hause zurück, das Familienunternehmen eine Landschaftsgärtnerei geht unter Jerrys Sohn Pleite. Der Schatten vom tragischen Tod Daisys, seiner koreanischen Frau, lässt sich nicht vertreiben. Und außerdem hat ihn Rita, seine schöne puertoricanische Freundin, wegen seiner Gleichgültigkeit verlassen. Jerry Battle erzählt seine Geschichte selbst, witzig, pointiert, traurig, lapidar. Und er, der Einzelgänger, der Alleinflieger, erkennt, dass er sich nicht entziehen kann. Sein Platz ist in der Familie mit ihrem italienisch-koreanisch-puertoricanischen Einschlag im Alltag einer amerikanischen Familie in einer kleinen Stadt auf Long Island. Der Roman wird von Scott Rudin (»Wonder Boys«, »Nobodys Friend«) für Warner Brothers verfilmt.
Der Verlag über das Buch
Der Bestseller aus den USA: Ein großer Familienroman
Über den Autor
Chang-Rae Lee, 1965 in Korea geboren, kam als Dreijähriger mit seinen Eltern in die USA. Heute lebt er mit seiner Frau und zwei Töchtern in Princeton. Er zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Autoren seiner Generation. Seine Romane sind Bestseller. Im FTV erschien: Fremd im eigenen Leben (Bd.16472).
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.