Schillers "Turandot" ist einfach einmalig. Dieses tragikomische Märchen ist obwohl nur eine Bearbeitung von Carlo Gozzis Urstoff eine kleine Meisterleistung. Wer gerne in die Oper geht kennst die Geschichte der schönen Prinzessin sicherlich schon von Puccini. Was Schiller hier jedoch geschaffen hat schlägt diese Version um Längen.
Die wunderschöne, intelligente jedoch sehr grausame Kaisertochter Turandot weigert sich einen Mann zu heiraten und somit diesem Untertan zu sein. Daher nahm sie ihrem Vater das Versprechen ab, dass jeder Mann der um sie wirbt drei Rätsel zu lösen habe. Schafft er es nicht, bezahlt er das mit seinem Leben. Schon viele Männer haben so den Tod gefunden. Dann kommt der edle Kalaf in den sich Turandot augenblicklich verliebt und löst die Rätsel. Turandots Herz kann jedoch nicht gegen ihren Stolz gewinnen und sie weigert sich ihn zu heiraten. Nun stellt er ihr seinerseits ein Rätsel. Sie muss seinen Namen und seine Herkunft erraten und hat dafür eine Nacht Zeit, ansonsten muss sie ihn heiraten. Gemeinsam mit ihren Dienerinnen Selima und Adelma versucht sie das Geheimnis zu lüften. Doch Adelma spielt ein falsches Spiel. Sie ist eine Intrigantin. Mehr verrate ich an dieser Stelle aber nicht.
Alles in allem hat Schiller diese Geschichte in ihrer Grundstrucktur so veränert, dass man die "Turandot" schon fast zu seinen eigenen Werken zählen kann. War Turandot bei Gozzi und Puccini nur eine hartherzige Frau die die Liebe entdeckt hat, so machte Schiller aus ihr ein Mensch mit wahren und aufrichtigen Prinzipien. Schillers Turandot ist eine richtige Feministin, die sich nicht länger der von Männern dominierten Welt beugen kann und will. Diesen tieferen Sinn gemischt mit der aus Italien stammenden Comedia del Arte macht Turandot zu einem Meisterwerk. Es ist ein Hochgenuss dieses Theaterstück zu lesen, zu sehen und zu spielen!!!