Eine der besten Dokumentationen, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Auch wenn man nicht gerade ein Gangsta Rap Fan ist, wird man nicht nur unterhalten, sondern erfährt eine Menge über die Probleme der schwarzen Bevölkerung in Amerika. Bild für Bild wird von Tupacs Kommentar unterlegt. Seine Zeit im Knast, die abgöttische Liebe zu seiner Mutter, sein Verhältnis zu anderen Rap Größen und vor allem, seine Schwierigkeiten, sich in der Welt des Musikbuiseness zurechtzufinden. Ob man Tupac, rein als Mensch gesehen, zu den Guten zählen darf, bleibt zweifelhaft. Als Musiker war er in jedem Fall genial. Wie es der Musiker, der von seinen finanziellen und familiären Möglichkeiten alles andere als ideale Startbedingungen hatte, es überhaupt so weit geschafft hat, allein das ist bewundernswert. Jemand, der eine Chance wahrnahm, die er eigentlich niemals hatte. Für mich war vor allem die menschliche Komponente des Materials hoch interessant. Tupac zeigt und artikuliert sich nicht als Superstar oder Held des Musikgeschäftes. Vielmehr spricht er über seine Schwächen, sein Unverständnis und seine Wut auf die Gesellschaft. „Alle Schwarzen, die ich kannte, hatten nur eines gemeinsam: Sie waren bettelarm. Ich hätte niemals geglaubt, dass ein Schwarzer, einer meiner eigenen Leute, auf mich schießt“. Resurrection bewegt und erklärt. Gerade die unprofessionellen Aufnahmen aus dem Studio und aus Tupacs Kindheit öffnen einem den Zugang zu einem komplizierten, vielleicht auch oft fehlgeleiteten, Musiker. Bisher kannte ich die Tupac Geschichte nur aus Zeitungsartikeln, die sich auf den Krieg zwischen den East- und Westside Rappern beschränkte. Resurrection dagegen zeichnet ein sehr detailliertes Bild der Szene. Und wenn man Tupac sieht und seine Stimme posthum dazu hört, kann man vieles verstehen, ohne verzeihen zu müssen. Alles in allem ist Resurrection hochgradig empfehlenswert. Ein Lehrstück über Aufstieg und Fall eines Menschen und nicht (wie heute in diversen Fangemeinden vermutet) eines Gottes. Tupac hat sich selbst niemals so gesehen. Das macht der Film jedem, der hören und sehen kann, deutlich. Nichtsdestotrotz will ich meine Meinung mit den Worten schließen, die jedem Tupac Fan am leichtesten von den Lippen gehen: Tupac forever.