1968 Tunnel Rats ist das neuste Machwerk von dem umstrittenen Regisseur Dr. Uwe Boll, der allem voran mit Verfilmungen von Videospielen von sich reden machte. Diesmal basiert der Film nicht auf einem Spiel, sondern auf wahren Begebenheiten des Vietnamkriegs. Hiermit begiebt sich Boll auf Neuland, da er einen (Anti-)Kriegsfilm noch nie zuvor drehte. Und ich muss sagen: Er hat nicht enttäuscht.
Der Einstieg in den Film ist stimmungsvoll, angenehme Musik und schöne Kamerafahrten wechseln sich ab, die Charaktere werden in den ersten 30 Minuten vorgestellt - dann geht es ab in die Tunnels und das Grauen beginnt, der Spannungsbogen steigt an. Soldaten werden getötet, Tunnel gesprengt, Fallen entschärft und bis aufs Blut gekämpft.
Natürlich kann man Boll - wie fast immer - wieder Vorwürfe machen: Die Charaktere sind eindimensional, die Dialoge oberflächlich. Aber der FIlm ist packend inszeniert und weiß an diversen Stellen zu überzeugen.
1.) Die Filmmusik von Jessica De Rooij ist wie immer grandios komponiert.
2.) Die Goreeffekte von dem Meister seines Faches Olaf Ittenbach sind einwandfrei.
3.) Das Set (der Film wurde in Afrika gedreht) ist realistisch.
4.) Beide Seiten (Vietkong und US-Marines) werden dem Zuschauer gezeigt; die Vietnamesen werden nicht als "die Bösen" dargestellt.
5.) Die schauspielerische Leistung mancher junger Akteure kann überzeugen.
Zudem ist das Bonusmaterial - insbesondere natürlich Uwe Bolls berüchtigter Directors-Kommentar - gelungen.
Ich kann diesem Film guten Gewissens 4 von 5 Sterne geben und verweise darauf, dass er in der Fachpresse sicher deutlich besser bewertet worden wäre, wenn er nicht von Uwe Boll stammen würde. Denn man hat mittlerweile das Gefühl, dass Boll-Filme IMMER runtergemacht werden - ob sie nun gut sind oder nicht.
4/5 Sternen für einen gelungenen Vietnamfilm!