Immer noch liegt die Erklärung eines vieldiskutierten Phänomens im Dunkeln: der Tunguska - Vorfall. Expeditionen in der jüngsten Vergangenheit haben wenig neue Ekenntnisse bringen können. Auch die vorschnellen Auffassungen der Wissenschaft, dass es sich bei der Katastrophe um einen Meteroiteneinschlag handelte, mag bei näherer Betrachtungsweise ihre Tücken haben.
Eine erste Expedition in das besagte Gebiet erfolgte erst im Jahre 1927, angeführt von dem Forscher Leonid Kulik. Die Wissenschaftler erkundeten total zerstörtes Land und fanden auch viele Augenzeugen der Katastrophe, die - immerhin 75 Kilometer vom Zentrum der Explosion entfernt - von einer >>mächtigen Erschütterung<< gefolgt von >>einem feurigen Gebilde<<, das einen breiten Lichtschweif am Himmel nach sich zog, berichteten. In der 350 Kilometer entfernten Stadt Kirensk sah man eine Feuersäule, auf die >>mehrere Donnerschläge und krachende Geräusche<< folgten.
Aus einer Vielzahl von Büchern, wissenschaftlichen Arbeiten und Artikeln zum Thema kristallisierten sich im Laufe der Tunguska-Forschung jede Menge Hypothesen-Gebäude heraus, allen voran die Vermutung, dass die Katastrophe durch einen bekannten, natürlichen Körper verursacht wurde, wie beispielsweise ein Meteorit oder Komet. Aber auch die Raumschiffthese ist noch lange nicht vom Tisch, wie die Autorin belegen kann, denn es fanden sich in Bezug auf die Beobachtungen und Messungen der Tunguska-Detonation immer mehr Hinweise auf eine atomare Explosion. Für den atomaren Charakter der Explosion sprechen folgende Punkte:
· Erscheinungen von durch Strahlung verursachte Verbrennungen an den Bäumen im Explosionsgebiet.
· Die erhaltene Kohlenstoffaktivität im Holz des sog. Telegrafenstangenwaldes, der während der Explosion von einem Neutronenstrom bestrahlt wurde.
· Die Verseuchung des Geländes und des Holzes der an der Tunguska wachsenden Bäume durch radioaktive Niederschläge, die im Jahre 1908 gefallen sind.
Diese Daten erwecken unwiderruflich das Bild einer thermouklearen Explosion. War es demnach nun eine natürliche oder künstliche Explosion? Die Ähnlichkeit der Tunguska-Explosion mit einer Kernexplosion beschränkt sich aber nicht nur auf die gegebenen Fakten. Die erwähnte Verbrennung der Bäume erfolgte nach Messungen in einem Augenblick, das bedeutet unmittelbar nach der Explosion und nicht durch einen Waldbrand. Die Bäume entzündeten sich sozusagen durch die auftreffende, enorme Lichtstrahlenenergie.
Angelika Jubelt hat diese und viele andere aktuelle Forschungen in ihre Recherchen einbezogen und zeigt klar auf, dass diese Katastrophe in der russischen Taiga keineswegs so einfach zu erklären ist, wie es sich die etablierte Wissenschaft vorstellt. Kurzweilig und informativ berichtet Frau Jubelt auch von den aktuellen Forschungen Juri Lawbins, einem unermüdlichen Tunguska-Forschers.
Wer sich für dieses Jahrhundert-Rätsel interessiert, sollte diese Arbeit keinesfalls auslassen.