oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Tumulus
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Tumulus [Taschenbuch]

Volker Braun

Preis: EUR 5,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Montag, 4. Juni: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Lagerfeld, Plinius, Tacitus

Volker Brauns Gedichte

Ein Mann sitzt im Kino. Der Film ist zu Ende, der Abspann läuft. Das Publikum geht. Und während der Mann noch die Wirkung des Films auf die Menge prüfen will, findet er sich plötzlich allein. Dunkel, Stuhlreihen wie «Schützengräben». Da trifft ihn der Schein einer Taschenlampe. Verhör oder Hinrichtung? «Da vorn», heisst es in Volker Brauns Prosa-Miniatur, «ist die Geschichte zu Ende.» Eine leere Leinwand.

Volker Braun gehört zu den Unverbesserlichen. Nicht der fehlenden DDR gehört seine Sehnsucht, aber dem solchermassen fehlenden Objekt intellektueller Reibung und Träumerei. Braun gehört zu jenen Dichter-Stimmen, deren scheinbar unzeitgemässes Lamentieren sich unter dem wachsenden Abstand der Zeit vielleicht einmal anders ausmachen wird – auch in bezug auf die literarische Gewichtung. Im Moment aber herrscht Endzeit in Brauns Land und knirschende Selbstbefragung: «Warum schweigen die Dichter schämen sie sich / Ihrer Handschrift mit dem Stallgeruch / Des Staates, der in den Schredder kommt . . .» Und wenig später heisst es: «ich schäme mich / Mit Schweinen gekämpft zu haben / Die ich für meine Gegner hielt, meine Genossen / Gegen die ich antrat ein treuer Verräter / In der schimmernden Rüstung der Worte».

Aber Braun ist mehr als ein desillusionierter Utopist, den die Geschichte orientierungslos gemacht hat. Manch hellsichtige Zeile über die Zeitläufte findet sich in dem neuen Band: «Der Tanz auf der Mauer / die Mauerspechte mit den kleinen Hämmern / Die Volksarmee sah zu das Heer der Arbeitslosen / Eine Minute in meiner Zeit.»

Im Grenzstreifen zwischen verlorengegangenem Ideal und garst'ger Gegenwart bietet sich die Historie an. Fluchtpunkt Geschichte – für Volker Braun ist dies (in schöner Analogie zu Heiner Müller übrigens) die Antike, die Titanen, von Cäsar bis Plinius und Tacitus. Eine Vergangenheit, die der Dichter immer wieder mit der gegenwärtigen Befindlichkeit in Verbindung bringt. Heraus kommt heute freilich – nach dem Verlust der Utopien – allenfalls Lagerfeld: «Rom: Offene Stadt Ein Feldlager / Auf dem Laufsteg defiliert die Mode / der Jahrtausendwende Panzerhemden / Für den Beischlaf».

Man mag sich über solches, von Braun möglicherweise ernst gemeintes Geplänkel amüsieren. Wichtiger scheinen autobiographische Notate wie das vom 6. 5. 1996, ein Nachdenken über die sterbende Mutter: «Leben in dem ausgemergelten Körper, der Schmerz / Krümmte sie in ihre letzte Gestalt, sie hatte / Einen Moment den Mut verloren und war müde geworden / Gelegenheit, sie ruhigzustellen».

Fein gedrechselt, im rhythmischen Gleich- und Feinmass kommen die Gedichte daher. Einzig im Ton mag sich Braun mitunter vergreifen – der Ekel vor der spätkapitalistischen Konsum-Gleichgültigkeit der beginnenden Berliner Republik, der Pauschal-Trip nach Agadir, das sind kaum Themen für den hohen Ton. Braun ist hier eher Chronist der Zustände. Vor dem Absturz aber bewahrt ihn denn doch seine altbewährte Waffe. Mit ihr hatte sich Braun einst die DDR-Wirklichkeit auf Distanz gehalten, und sie funktioniert auch hier, die gute alte Ironie.

Tilman Urbach

Kurzbeschreibung

Ein neuer Gedichtband, in dem der Autor mit großer poetischer Kraft dem Zustand unserer Welt nachfragt, an dessen Unabänderlichkeit er sich keineswegs gewöhnen mag. den Glauben an solchen Stillstand hält Braun nämlich ebenso für eine trügerische Illusion wie die Hoffnung auf einfache Lösungen. Der poetische versuch, Irrtümer und Versteinerungen abzutragen, schreibt den Texten eine ungeheure Spannung ein.

Klappentext

Landschaft und Dichtung, Taten wie Untaten, erfüllte Augenblicke und der Wutausbruch...: alles Stoff zum Leben in der geformten Sprache des Gedichts. Hier wird alles zum Material. Zeilen großer Dichtung und große Gedanken eines unglücklichen Bewußtseins, Schrei und Gelächter, sound and fury", schrieb Hans Mayer über die Gedichte Volker Brauns. ... Ich Saß ganz stille In der Welt, ein Schlucken unterdrückend Da jemand an mich dachte (dachte ich) Und konnte mich gewöhnen an den Zustand ... Ich fühlte jetzt die Nachwelt auf mich starren Und lächelte gelassen VOLLER HOFFNUNG Ins Finstre, ein Verrückter Aus der Vorzeit, die die Hoffnung kannte... Auch in seinen neuesten, zwischen 1995 und 1997 entstandenen Gedichten, fragt Volker Braun dem Zustand unserer Welt nach, an dessen Unabänderlichkeit er sich keineswegs gewöhnen mag. Den Glauben an solchen Stillstand hält Braun nämlich ebenso für eine trügerische Illusion wie die Hoffnung auf einfache Lösungen. Der potische Versuch, Irrtümer und Versteinerungen abzutragen, schreibt den Texten eine ungeheure Spannung ein.

Umschlagtext

Das war ganz deutlich, HIER BIST DU GEWESEN Nichts fehlte, was ich einst gewußt Meine Gedanken fest geworden Der Stoff aus dem die Pläne sind Die Zukunft aus der Hand, wie wir sie machten Umgab mich herrlich/schrecklich, WIRKLICHKEIT. Es war das Paradies Es war die Hölle

Über den Autor

Volker Braun wurde 1939 in Dresden geboren. Nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte, arbeitete er von 1957 bis1960 in einer Druckerei in Dresden, beim Tiefbau-Kombinat Schwarze Pumpe und absolvierte einen Facharbeiterlehrgang im Tagebau Burghammer. Von 1960 bis 1964 studierte er dann Philosophie in Leipzig und zog nach dem Ende des Studiums nach Berlin, wo er bis 1966 als Dramaturg am Berliner Ensemble arbeitete. Von 1977 bis 1990 arbeitete er am Berliner Ensemble. Im Wintersemester 1999/2000 erhielt er die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel. Braun erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Büchner- Preis im Jahr 2000 und den ver.di-Literaturpreis 2007. Volker Braun lebt heute in Berlin.

1939
Geburt in Dresden

1957/58
Druckereiarbeiter in Dresden, nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte

1958/59
Tiefbauarbeiter im Kombinat Schwarze Pumpe

1959/60
Facharbeiterlehrgang, Maschinist für Tagebaugroßgeräte im Tagebau Burghammer

1960-1964
Studium der Philosophie in Leipzig

1964
Erich-Weinert-Medaille

1965
Nach Beendigung des Studiums Umzug nach Berlin, Heirat; Geburt einer Tochter

1965/66
Dramaturg am Berliner Ensemble

1971
Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR

1972-1977
Mitarbeiter des Deutschen Theaters Berlin

1970
Mitglied des PEN-Zentrums der DDR

1973
Mitglied im Vorstand des Schriftstellerverbandes

1977-1990
Mitarbeiter am Berliner Ensemble

1977
Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

1980
Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste, Berlin DDR

1981
Lessing-Preis des Kulturministers der DDR

1983
Mitglied der Akademie der Künste der DDR

1986
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen

1987
Mitglied im Präsidium des Schriftstellerverbandes

1988
Nationalpreis 1. Klasse

1989
Berliner Preis für deutschsprachige Literatur

1990
Mitglied der Akademie der Künste Berlin (West)
USA-Aufenthalt
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt
Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik (Ost-PEN)

1991
im Beirat der Zeitschrift "Sinn und Form"; Kuratoriumsmitglied der Literaturwerkstatt Berlin

1992
Schiller-Gedächtnis-Preis des Landes Baden-Württemberg
1993
Gast der Villa Massimo in Rom; Mitglied der (gesamtdeutschen) Akademie der Künste, Berlin

1994
Gast der University of Wales

1996
Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden
Poetikvorlesung an der Universität Heidelberg
Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
Deutscher Kritikerpreis

1998
Erwin-Strittmatter-Preis des Landes Brandenburg
Hans-Erich-Nossack-Preis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft BDI

1999
Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel im Wintersemester 1999/2000

2000
Büchner-Preis

2005
Goldener Schlüssel der Stadt Smederevo

2007
ver.di-Literaturpreis 2007

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de