"Hum Tumhare Hain Sanam/Das muss Liebe sein" (2002): Ärgerlich, dass sich die neue DVD (2008) nicht an dem Titel der älteren Ausgabe (2005/"Ich gehöre dir, meine Liebe") orientiert. Suchende Kunden könnten denken, es ginge um verschiedene Filme. - Geboten wird Buntes und Ereignisreiches. Ausserdem sind Stars zu bewundern, die in dieser Kombination wahrscheinlich nicht wieder zusammen kommen.
Die Handlung: Die energische Radha (Madhuri Dixit) kümmert sich liebevoll um ihren Bruder Prashant und den mit ihr aufgewachsenen Suraj (Salman Khan). Das wird zum Problem, als Gopal (Shah Rukh Khan) wieder in ihr Leben tritt: als Kinder haben sie "Prinz und Prinzessin" gespielt, nun entstehen Liebe und Ehe. Radha begreift nicht, dass ihre Brüder die Eheharmonie stören und Gopal kann die Zuneigung zwischen Radha und Suraj nicht einschätzen, die naiv ihre Freundschaft weiterpflegen. Er wird zunehmend eifersüchtig.
Anfangs fand ich den Film etwas langatmig. Das änderte sich später mit dem Umschalten auf die Hindi-Tonspur, die lebendiger, witziger und spannender wirkt und die indischen Traditionen besser vermittelt (es gibt gute deutsche Untertitel). - Etwas schwierig, die Verwandtschaftsbeziehungen zu durchschauen und die fürsorgliche Radha auszuhalten, v.a. wenn sie ihrem Mann in der Hochzeitsnacht gesteht, dass sie Mutter und Brüder am meisten liebt. Nervig auch, wie die Brüder ihre Schwester vereinnahmen. Gopals Versuche, mal mit seiner Frau allein zu sein, lösen Mitgefühl aus. Manches ist wunderbar humorvoll, aber bei einigen Missverständnissen bleiben mir Lacher im Hals stecken.
Die renommierten Schauspieler agieren klasse, obwohl alle schon bessere Rollen gespielt haben. Madhuri Dixit überzeugt mich als Übermutter und leidende Ehefrau. Salman Khan bringt den abgedrehten Musiker-Bruder-Freund echt nett und hat im Original ein süßes Lachen. Aishwarya Rai als Suman hat nur eine kleine Rolle, aber mit eindringlichem Auftritt. Shah Rukh Khan spielt den genervten und zweifelnden Ehemann glaubwürdig. Seine Wutausbrüche und schmerzvolle Szenen sind tolle Leistungen und plötzlich kann ich mir vorstellen, dass er auch im realen Leben richtig sauer werden kann. Seine handgreiflichen Szenen könnten gewöhnungsbedürftig für diejenigen sein, die ihn nur als Charmeur lieben.
Highlights sind für mich die Hommage an Amithab Bachchan oder die in ihren Chef Gopal verliebte Mona, die zu gegebener Zeit feministische Sätze von sich gibt. Neben den beeindruckend schönen Liedern "Khoye Khoye Din Hain" und "Sab Kuchh Bhula Diya", liebe ich das schön getanzte, zärtliche Titellied. Klasse auch die Eifersuchts-Phantasien Gopals, v.a. wenn Salman-Suraj und Madhuri-Radha neckisch um ein Bett herumtanzen. Die Szene zwischen Shah Rukh und Madhuri nach Gopals "Mein Herz steht in Flammen" in der er an ihrer Liebe zweifelt, finde ich ergreifend. Wunderbar witzig dagegen Gopal als Telefonhasser. - Aber meine Lieblingsszene bleibt die Zwiesprache des betrunkenen Gopal mit einer Pferdestatue. Bei sowas bleibt Shah Rukh unerreicht!
Insgesamt ein schönes Familien- und Liebesdrama, das einem die Bedeutung von Freundschaft, Heirat und Scheidung in Indien näherbringen kann. Und eine der Szenen zwischen Salman und Shah Rukh wünsche ich mir auch aktuell im Leben der beiden.