Nachdem Elton John 1970 mit seinem zweiten, selbstbetitelten Album und dem Top 10-Hit „Your Song" der Durchbruch gelungen war, schob er noch im selben Jahr ein weiteres Werk nach und etablierte sich so endgültig im Pop-Business. Während „Tumbleweed Connection" in den Staaten wie „Elton John" die Top 5 erreichte, übertraf es den Vorgänger im UK mit einer Top 10-Platzierung sogar noch. Trotzdem wurde keiner der 10 Songs der Originalversion als Single ausgekoppelt, da „Your Song" die Chartspitze erst zu einem Zeitpunkt erreichte, als „Tumbleweed Connection" bereits in die Charts eingestiegen war. Und so kam es, dass die zu dieser Zeit aktuelle Elton John-Single nicht auf dem aktuellen Elton John-Album zu finden war. Hinzu kommt noch, dass „Tumbleweed Connection" stilistisch nur schwer mit „Elton John" zu vergleichen ist, da es sich mehr rocklastig präsentiert als der streicherbepackte Vorgänger. Bevorzugtes Thema der Songs ist der amerikanische (Wilde) Westen, von dem Eltons Texter Bernie Taupin besonders fasziniert war (und bis heute ist). Meine persönlichen Favoriten sind „Come down in time", „My father's gun", „Love Song" (ausnahmsweise keine John/Taupin-Komposition), „Amoreena" und natürlich „Burn down the mission", der Song, der es wohl am ehesten zur Single geschafft hätte, und den Elton immer wieder gerne live performt (z.B. auf „Live in Australia"). Dass ich hier glatt die Hälfte der Songs aufgezählt habe, soll nicht heißen, dass die anderen deutlich schlechter sind, sondern dass ich die oben erwähnten mit zu den besten Elton John-Songs überhaupt zähle. Hinzu kommen auf der Classic Years-Ausgabe mit „Into the old man's shoes" aus den „Elton John"-Sessions und der fast neunminütigen Originalversion von „Madman across the water" mit Mick Ronson an der Gitarre noch zwei Bonustracks, die die Platte stilgerecht beschließen.
„Tumbleweed Connection" gehört für mich zu den besten Elton John-Platten, auch wenn es keinen Hit beinhaltet. Und obwohl es sich nicht mit „Goodbye yellow brick road" oder „Captain Fantastic and The Brown Dirt Cowboy" messen kann, verdient es die fünf Sterne, da es insgesamt deutlich mehr Spaß macht, als z.B. „Caribou". Sollte ganz einfach im CD-Regal stehen ! ! !