Aus der Amazon.de-Redaktion
Daß aus ihnen einmal eine Kostbarkeit werden sollte, für die man umgerechnet drei Millionen Mark bezahlen würde, hätten sich die wilden Pflanzen, die vor Hunderten von Jahren ihre leuchtend roten Köpfe trotzig durch den kargen Boden des Pamirgebirges der fahlen Frühlingssonne entgegenstreckten, wirklich nicht träumen lassen. Mike Dash zeichnet in seinem Buch
Tulpenwahn ihren Erfolgszug nach und erklärt, was es mit dieser Hysterie wirklich auf sich hat.
Allen voran die Niederländer scheuten im 17. Jahrhundert weder Gulden noch Stüver, um in den Besitz der Tulipane zu gelangen. Zunächst einmal findet sie jedoch nur bei ein paar Nomaden Beachtung. Wann und wie sie genau in die Türkei und von dort weiter in den Westen gelangt, ist nicht belegt.
Fest steht, daß sie im 16. Jahrhundert die türkische Blume schlechthin darstellt und von Gärtnern wohlhabender Leute sorgsam gepflegt wird. Allerdings ist deren botanisches Wissen noch nicht ausgereift. Versuchen die Züchter doch, purpurrote Blumen hervorzubringen, indem sie einfach Rotwein über ihre Beete gießen. Auch der flämische Händler, der Mitte des 16. Jahrhunderts unter seiner Ware zufällig auf ein paar Tulpenzwiebeln stößt, weiß noch nicht um ihre Kostbarkeit. Er läßt die Zwiebeln kurzerhand braten und verzehrt sie, mit Essig und Öl gewürzt, zum Abendbrot.
Wenige Jahre später jedoch werden edle Exemplare bereits von organisierten Dieben aus hochummauerten Gärten gestohlen... Der Autor, Geschichtsdozent an der Universität Cambridge, kleidet die sorgfältig recherchierten Fakten und Hintergründe in spannende Geschichten. Mit sprachlichem Geschick macht er dieses Sachbuch, in dem sowohl kulturgeschichtliche als auch wirtschaftliche und botanische Aspekte ihren Platz finden, zu einem ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Dokument. --Anne Hauschild
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Spekulativ orientierten Geldanlegern sei die Lektüre als Lehrbuch empfohlen, allen anderen als spannende Unterhaltung." (Wirtschaftswoche)
"Eine spannende, exzellent recherchierte Geschichte." (Süddeutsche Zeitung)
Kurzbeschreibung
Sie verhexte Kaiser und Könige, trieb reiche Kaufleute in den Ruin und vereinte ehrbare Bürger, Händler und Halunken in gemeinsamer leidenschaftlicher Obsession: Das Objekt der Begierde war die Tulpe, eine gärtnerische Novität aus dem Orient, die vor allem in den Niederlanden großen Anklang fand. Hier entbrannte bald ein intensiver Tulpenhandel, und die Blume, deren Wert schlagartig ins Unermeßliche stieg, wurde zum Anlage- und Prestigeobjekt Nummer eins. Nicht nur professionelle Händler, sondern Angehörige aller Stände und Berufe beteiligten sich an dieser profitversprechenden Spekulation und verschuldeten sich bis über die Ohren mitunter für eine einzige Tulpenzwiebel. Doch als dann plötzlich 1637 im ganzen Land die Preise in den Keller fielen, folgte ein wirtschaftliches Desaster von ungeahntem Ausmaß, das zum ersten Börsenkrach in der Geschichte führte ... Ein kleines Juwel nicht nur für Blumenfreunde und kulturgeschichtlich Interessierte, sondern auch ein Buch, das sich Spieler, Banker und Börsianer unters Kopfkissen legen sollten!
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Umschlagtext
In den Niederlanden setzt im 17. Jahrhundert über Nacht ein fieberhafter Run auf eine exotische Blume ein. Die Spekulation mit der Tulpe versetzt das ganze Land in einen Taumel und führt zum ersten Börsenkrach in der Geschichte. »Eine wundervolle Parabel, die von Gier und Gaunerei, von Reichtum, Extravaganz und von Vergeltung erzählt.« Simon Singh
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Mike Dash ist Dozent für Geschichte an der Universität in Cambridge. Er arbeitet als freier Schriftsteller und Journalist und hat sich als Autor zweier Sachbücher zu außerordentlichen Phänomenen einen Namen gemacht. Dash lebt mit seiner Familie in London.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.