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Produktinformation
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Allen voran die Niederländer scheuten im 17. Jahrhundert weder Gulden noch Stüver, um in den Besitz der Tulipane zu gelangen. Zunächst einmal findet sie jedoch nur bei ein paar Nomaden Beachtung. Wann und wie sie genau in die Türkei und von dort weiter in den Westen gelangt, ist nicht belegt.
Fest steht, daß sie im 16. Jahrhundert die türkische Blume schlechthin darstellt und von Gärtnern wohlhabender Leute sorgsam gepflegt wird. Allerdings ist deren botanisches Wissen noch nicht ausgereift. Versuchen die Züchter doch, purpurrote Blumen hervorzubringen, indem sie einfach Rotwein über ihre Beete gießen. Auch der flämische Händler, der Mitte des 16. Jahrhunderts unter seiner Ware zufällig auf ein paar Tulpenzwiebeln stößt, weiß noch nicht um ihre Kostbarkeit. Er läßt die Zwiebeln kurzerhand braten und verzehrt sie, mit Essig und Öl gewürzt, zum Abendbrot.
Wenige Jahre später jedoch werden edle Exemplare bereits von organisierten Dieben aus hochummauerten Gärten gestohlen... Der Autor, Geschichtsdozent an der Universität Cambridge, kleidet die sorgfältig recherchierten Fakten und Hintergründe in spannende Geschichten. Mit sprachlichem Geschick macht er dieses Sachbuch, in dem sowohl kulturgeschichtliche als auch wirtschaftliche und botanische Aspekte ihren Platz finden, zu einem ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Dokument. --Anne Hauschild -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Mike Dash hat keinen historischen Roman geschrieben - es ist also kein Buch, das man so nebenbei lesen, oder in einem Rutsch verschlingen würde. Aber er hat umfassend recherchiert und so finden sich eine Unmenge von historischen Details. Besonders nett fand ich die erste Berührung eines holländischen Händlers mit den Tulpenzwiebeln. Er hatte eine größere Lieferung an Waren aus dem Orient erhalten und der dortige Geschäftspartner hatte - wohl aus Freude über einen erfolgreichen Abschluss - ein Säckchen Zwiebeln als Geschenk beigelegt. Damit wusste der Holländer nun überhaupt nichts anzufangen, außer, dass man die Zwiebeln wohl essen könnte. So ließ er sich dann den größten Teil noch am gleichen Abend zubereiten und verzehrte diese offenbar mit Genus (Was mich etwas verwundert, denn ansonsten wird der Geschmack von Tulpenzwiebeln nicht so gelobt). Jedenfalls blieben wohl einige Zwiebeln übrig, die er dann im Gemüsegarten pflanzen ließ und im nächsten Frühjahr, verwundert über das, was da in seinem Beet wuchs einem Botaniker vorführte.
Das eigentliche Thema ist der oben erwähnte Spekulationswahn. Am Höhepunkt der Tulpenmanie (1637) bezahlte ein Kaufmann 6650 Gulden für ein paar Dutzend Tulpenzwiebeln. Der höchste Preis für eine einzige Tulpenzwiebel lag gar bei 5200 Gulden. Um diese Summen richtig zu würdigen gibt Mike Dash auch gleich am Anfang einen kleinen Anhaltspunkt: Zu dieser Zeit verdiente ein erfahrener Handwerker 250 Gulden im Jahr, ein Großkaufmann (und derer gab es nur wenige) 3000 Gulden im Jahr und selbst Rembrandt wurde für sein bedeutendstes Werk (Die Nachtwache) 'nur' 1600 Gulden vergütet. Man stelle sich einmal vor: Das Drittel einer Tulpenzwiebel für die Nachtwache.
Wußtet Ihr, dass Gärtner in den Himmel kommen? Hasan Effendi sagt weshalb.
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