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Produktinformation
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Allen voran die Niederländer scheuten im 17. Jahrhundert weder Gulden noch Stüver, um in den Besitz der Tulipane zu gelangen. Zunächst einmal findet sie jedoch nur bei ein paar Nomaden Beachtung. Wann und wie sie genau in die Türkei und von dort weiter in den Westen gelangt, ist nicht belegt.
Fest steht, daß sie im 16. Jahrhundert die türkische Blume schlechthin darstellt und von Gärtnern wohlhabender Leute sorgsam gepflegt wird. Allerdings ist deren botanisches Wissen noch nicht ausgereift. Versuchen die Züchter doch, purpurrote Blumen hervorzubringen, indem sie einfach Rotwein über ihre Beete gießen. Auch der flämische Händler, der Mitte des 16. Jahrhunderts unter seiner Ware zufällig auf ein paar Tulpenzwiebeln stößt, weiß noch nicht um ihre Kostbarkeit. Er läßt die Zwiebeln kurzerhand braten und verzehrt sie, mit Essig und Öl gewürzt, zum Abendbrot.
Wenige Jahre später jedoch werden edle Exemplare bereits von organisierten Dieben aus hochummauerten Gärten gestohlen... Der Autor, Geschichtsdozent an der Universität Cambridge, kleidet die sorgfältig recherchierten Fakten und Hintergründe in spannende Geschichten. Mit sprachlichem Geschick macht er dieses Sachbuch, in dem sowohl kulturgeschichtliche als auch wirtschaftliche und botanische Aspekte ihren Platz finden, zu einem ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Dokument. --Anne Hauschild -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kein Roman - zum Glück nicht !,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tulpenwahn (Gebundene Ausgabe)
Mittelpunkt des Buches ist der von vielen Börsenkennern immer wieder gern zitierte und meistens falsch interpretierte erste 'Börsencrash' der Geschichte. Zielobjekt der Spekulationen waren Tulpen. Klappentext: "Sie verhexte Kaiser und Könige, trieb reiche Kaufleute in den Ruin und vereinte ehrbare Bürger, Händler und Halunken in gemeinsamer. leidenschaftlicher Obsession: Das Objekt der Begierde war die Tulpe, eine gärtnerische Novität aus dem Orient..."Mike Dash hat keinen historischen Roman geschrieben - es ist also kein Buch, das man so nebenbei lesen, oder in einem Rutsch verschlingen würde. Aber er hat umfassend recherchiert und so finden sich eine Unmenge von historischen Details. Besonders nett fand ich die erste Berührung eines holländischen Händlers mit den Tulpenzwiebeln. Er hatte eine größere Lieferung an Waren aus dem Orient erhalten und der dortige Geschäftspartner hatte - wohl aus Freude über einen erfolgreichen Abschluss - ein Säckchen Zwiebeln als Geschenk beigelegt. Damit wusste der Holländer nun überhaupt nichts anzufangen, außer, dass man die Zwiebeln wohl essen könnte. So ließ er sich dann den größten Teil noch am gleichen Abend zubereiten und verzehrte diese offenbar mit Genus (Was mich etwas verwundert, denn ansonsten wird der Geschmack von Tulpenzwiebeln nicht so gelobt). Jedenfalls blieben wohl einige Zwiebeln übrig, die er dann im Gemüsegarten pflanzen ließ und im nächsten Frühjahr, verwundert über das, was da in seinem Beet wuchs einem Botaniker vorführte. Das eigentliche Thema ist der oben erwähnte Spekulationswahn. Am Höhepunkt der Tulpenmanie (1637) bezahlte ein Kaufmann 6650 Gulden für ein paar Dutzend Tulpenzwiebeln. Der höchste Preis für eine einzige Tulpenzwiebel lag gar bei 5200 Gulden. Um diese Summen richtig zu würdigen gibt Mike Dash auch gleich am Anfang einen kleinen Anhaltspunkt: Zu dieser Zeit verdiente ein erfahrener Handwerker 250 Gulden im Jahr, ein Großkaufmann (und derer gab es nur wenige) 3000 Gulden im Jahr und selbst Rembrandt wurde für sein bedeutendstes Werk (Die Nachtwache) 'nur' 1600 Gulden vergütet. Man stelle sich einmal vor: Das Drittel einer Tulpenzwiebel für die Nachtwache. Wußtet Ihr, dass Gärtner in den Himmel kommen? Hasan Effendi sagt weshalb. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Tulpe - Betrachtet als Pflanze und als Spekulationsgut,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tulpenwahn (Gebundene Ausgabe)
In seinem Buch "Tulpenwahn" geht Mike Dash auf zwei Aspekte der Geschichte der Tulpen ein. Zum einen beschreibt Dash die botanische Entwicklung und Verbreitung der Pflanze, zum anderen geht er auf den Spekulationswahn an den niederländischen Tulpenbörsen ein. Hierbei wechseln die jeweiligen Kapitel zwischen der Pflanzengeschichte und dem Handel in den Niederlanden. Der Leser erfährt, wie die Tulpe sich aus Asien über die Türkei in die westlichen Staaten Europas verbreitet hat. Insbesondere der Veehrung, die die Tulpe in der Türkei erfuhr, widmet Dash viel Aufmerksamkeit. Weiter geht er auf die Entwicklung der Botanik in Hinblick auf die verschiedenen Tulpensorten ein. Darüber hinaus erfährt der Leser, wie bereits frühzeitig Züchter versuchten, die Pflanze immer weiter zu veredeln. Insbesondere die durch die Züchtung der verschiedenen Tulpensorten eröffnete Möglichkeit der Unterscheidung der jeweiligen Pflanzen ermöglichte die Spekulationen, welche in den ersten Börsenkrach der Welt gipfelten. Dash zeigt wie aufgrund des gesteigerten Interesses von Leuten aus jeder Gesellschaftsschicht die Preise für seltene Exemplare immer schneller und immer höher stiegen. Den relativ plötzlichen Verfall der Tulpenpreise erklärt Dash mit der fehlenden Werthaltigkeit der Tulpe als solcher. Insgesamt glingt Mike Dash ein recht ansprechendes Buch, welches jedoch gelegentlich eine tiefere und detailreichere Betrachtung gerade in den Teilen, in denen die wirtschaftliche Entwicklung des Tulpenwahns beschrieben wird, vermissen läßt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gier frisst Geist - (Wirtschafts-) Geschichte wiederholt sich doch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Tulpenwahn: Die verrückteste Spekulation der Geschichte (Taschenbuch)
Rembrandts berühmte "Nachtwache" wechselte Anfang des 17. Jahrhunderts für 1.600 Gulden den Besitzer. Das Jahreseinkommen eines Kaufmanns, der im Handel mit Gewürzen und Seide aus Asien tätig war, konnte bis zu 5.000 Gulden betragen. Ein gelernter Handwerker brachte es immerhin auf ein Einkommen von 160 Gulden im Jahr. Und in diesem Umfeld, in einem Europa, in dem das Inferno des Dreissigjährigen Krieges tobte, wurde 1637 für eine einzige Tulpenzwiebel die Summe von 6.000 Gulden bezahlt.Mike Dash schildert farbig, kenntnis- und detailreich den Weg der Tulpe vom den Bergen Nepals über das Reich der Osmanen bis sie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Holland ankam, wo ihr unglaublicher Siegeszug begann. Hier erst entstanden die Farbvariationen, die immer begehrter wurden und immer höhere Preise erzielten. Und - damals wie heute - stiegen kurz bevor die Hausse ihren absoluten Höhepunkt erreichte, immer mehr Menschen in den Tulpenhandel ein ohne viel davon zu verstehen, getrieben von der Hoffnung auf das schnelle, große Geld. Gleichzeitig entstehen Instrumente, von denen man gemeinhin glaubt, sie wären erst in den Ideenküchen der Investmentbanken unserer Tage enstanden; da gab es Optionsscheine, Besitzzertifikate, Termingeschäfte und Leerverkäufe, die auch von denen eingesetzt werden, die sie weder verstehen, noch ihren Verpflichtungen nachkommen können, als dann plötzlich innerhalb weniger Tage der Markt vollkommen zusammanbricht. Das klingt ganz nach den Schlagzeilen aus unseren Tagen. Und ist doch fast 400 Jahre her. Geschichte wiederholt sich doch! Ein Buch, das nicht nur jedem Banker zu empfehlen ist, sondern auch viel zu erzählen hat von der menschlichen Natur; und ganz nebenbei noch einen Einblick gibt in die Kulturgeschichte des Gartenbaus. Sehr empfehlenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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