Als ich "Tuesday night music club" 1992 ohne vorher einen Song jemals gehört zu haben auf Empfehlung eines Freundes in den USA blind kaufte, hätte ich nicht gedacht, wie sensationell doch manchmal Musik sein kann. Komischerweise kam Sheryl Crows Erfolg erst ein Jahr später mit dem Single Release von "All I wanna do" zustande, dem am wenigsten repräsentativen Song des ganzen Albums.
Sheryl Crow, vor ihrer Solo-Karriere Backgroundsängerin u.a. bei Michael Jackson, hat ein unglaubliches Debut hingelegt, dass mich so berührt hat, wie kaum ein anderes Album. Sheryl Crow manifestierte einen neuen Trend der "erwachsenen" Frauen im Rock-Business, der später auch ein kleines Stück z.B. Alanis Morissette oder Jewel den Weg ebnete. Intelligente Lyrik, bis auf wenige Ausnahmen persönlich und sicherlich biographisch, ohne die Agression einer Alanis Morissette aber dafür mit viel mehr distanziertem und bisweilen, vielleicht deshalb, unglaublich weiblichem Charme. Sehr lockere Kompositionen vermitteln mit der sehr souveränen Band diesen entspannten, staubigen Las Vegas Sound, der seinesgleichen in der Rockszene nicht findet.
Herausstechende Songs aus einem durchweg fantastischem Album ohne Hänger - bis auf vielleicht das Easy-Listening-Retro "All I wanna do und die Konzert-Hymne "The NaNa-Song" - sind thematisch wie musikalisch "Strong Enough", "What i can do for you", Sheryl Crows Abrechnung mit den Machenschaften im Musik-Business, und natürlich das unglaubliche "Leaving Las Vegas". Meine persönlichen Favouriten sind das aufrechte "No one said it would be easy" aus "Kalifornia" und das letzte Stück des Albums "I shall believe", das ich für einen der besten Songs halte, die jemals aufgenommen wurden.
Fazit: "Tuesday Night Music Club" ist nicht der leichteste Einstieg in Sheryl Crows Musik. Zu different sind Erwartungen und Ergebnis, wenn man "All I wanna do" als Kaufgrund nutzt. Alles in allem aber ein sehr persönliches, sehr, sehr stimmiges Album, das zu meinen persönlichen Top 10 für die einsame Insel zählt.