Als der blutjunge Mike Oldfield 1973 mit diesem Werk debü-
tierte, wurde er von nicht wenigen als Genie betrachtet.
Instrumentalmusik, die so recht in keine Schublade zu passen
schien - Oldfield hatte auf bisher ungekannte Weise zeitge-
nössische "ernste" Musik mit Elementen aus Pop, Rock und Folk
verschmolzen, hatte auf Gesang und Text (fast) ganz verzichtet,
hatte hitparadentaugliche Songstrukturen und eingängige Melodien
einfach ignoriert, hatte schließlich ein ganzes Orchester an
elektrischen und mehr oder weniger geläufigen akustischen Instru-
menten (fast) eigenhändig eingespielt - und damit, allen schein-
bar unverrückbaren "Gesetzen" des Musikbusiness zum Trotz, einen
phänomenalen Welterfolg gelandet.
Freilich ist nicht zu überhören, daß diesem Werk ein gewisser
innerer Zusammenhang oftmals fehlt - das ganze wirkt weniger wie
eine durchstrukturierte Komposition, als vielmehr wie eine An-
einanderreihung einzelner klanglicher und melodiöser Geistes-
blitze, die Oldfield allerdings so geschickt montiert, daß die
Faszination der dargebotenen musikalischen Vielfalt solche Ein-
wände bei weitem übertrifft.
Insgesamt ein Werk, das von seiner Frische und sprudelnden Krea-
tivität auch nach fast 30 (!) Jahren kaum etwas eingebüßt hat.
Ein Meilenstein.