Am Anfang des Buches sitzt der Vater der Hauptperson in seinem Haus - ein typisch persisches Haus uebrigens - und denkt darueber nach, ob er seine Tochter so erziehen kann, wie einen Jungen. Er hat schon grossen Zweifel, ob ein Maedchen wirklich lesen und schreiben koennen soll. Er sieht in seiner Tochter eher eine Mischung aus einem Menschen und einem Tier, als einen Mensch. Parsipur beschreibt diese Haltung weniger als eine negative Eigenschaft der Maenner, sondern als eine vollkommen normale und gaengige Vorstellung dieser Zeit. Am Ende wird das Maedchen erzogen wie ein Jungen und der Mann wagt das Experiment, Frauen so zu behandeln wie Maenner.
Scharnush Parsipur beschreibt dann das Leben dieser Frau. Es ist ein tragisches Leben. Das Buch ist voller Anspielungen. Und es ist ein typisch iranisches Buch. Es werden viele Facetten des Landes in das Buch eingearbeitet. Das Maedchen faengt an, Kaschan-Teppiche zu weben. Der Tod und die Trauer kommen auch nicht zu kurz. Und natuerlich der Titel "Tuba": Er bedeutet so viel wie Reue.
Die Autorin beschreibt dann ein gutes Stueck der Entwicklung der iranischen Gesellschaft im letzten Jahrhundert. Natuerlich hat es eine feministischen Linie, weil sie die Perspektive einer Frauen-Erzaehlerin einnimmt. Es ist aber die Art, wie sie schreibt und beschreibt, die dieses Buch zu einer spannenden und unterhaltsamen Lektuere machen. Leser die sich fuer Buecher ueber den Iran, Islam und Frauen in islamischen Laendern interessieren, kann ich dieses Buch nur empfehlen.