Der hier vorliegende Film "Tsunami-Das Leben danach" mit Veronica Ferres u. Hans-Werner Meyer in den Hauptrollen ist berührend, u. sicher Wert angeschaut zu werden, dennoch hat er einige Schwächen.
Für meine Begriffe ist er beispielsweise viel zu sehr im Zeitraffertempo gedreht worden, ein Zweiteiler wäre sicher besser gewesen, so hätte man im ersten Teil zeigen können wie es zur Katastrophe kam, u. im zweiten Teil den Neuanfang, dann hätte der Zuschauer innerlich die großen Veränderungen auch eher nachvollziehen können. So hatte man schon ein etwas seltsames Gefühl wie "schnell" die Liebesgeschichte nach der Katastrophe beginnt, da wären zwei Teile sicher von Vorteil gewesen.
Die von Veronica Ferres dargestellte Billie hatte im Film zu wenig Umfeld mit dem sie interagiert hat, das war auch etwas dürftig zur Aufarbeitung der Katastrophe. Die eine schlecht gelaunte Freundin u. der ehemalige Schwiegervater waren mir zu wenig.
Hans-Werner Meyer war mir leider zu blass in seiner Rolle, seltsam konturlos, ich weiß nicht, ob er die richtige Besetzung für diese Rolle war.
Und dann die Protzkulisse für die Darstellung einer solchen Katastrophe fand ich auch ziemlich daneben. Natürlich reichte es nicht, daß die Familie in einer Riesenvilla wohnte, die Familie mußte sogar in Südfrankreich noch eine Ferienvilla besitzen, ein normales Ferienhaus tat es anscheinend nicht. Dazu ein Fuhrpark mit Range Rover u. Cabrio, natürlich ein Pferd durfte auch nicht fehlen.
Arbeiten ging von den Hinterbliebenen anscheinend keiner, als Zuschauer fragte man sich unwillkürlich wovon der Luxus denn weiterbezahlt wurde, nachdem der Hauptverdiener ausgefallen war. Das war schon etwas seltsam. Man dachte sich, was wohl ärmere Menschen in der Situation getan hätten?
Auch reichlich schlimm fand ich den unsäglichen Sepiastich des Filmes, was das sollte weiß der Kuckuck. Warum mußte alles in so einem Braunton gefilmt werden? Zu künstlich für meinen Geschmack.
Der Film krankte an einigen Ecken u. Enden, und trotzdem ist er OK, denn man weiß natürlich um den wahren Hintergrund der Geschichte, u. die macht den Film so berührend, daß man über seine Schwächen hinwegsehen kann.
Veronica Ferres machte ihre Sache ausgezeichnet. Aber die anschließende Dokumentation mit den wirklichen Beteiligten Billie Cramer u. Michael Schäffer war dann doch nochmal etwas ganz anderes. Da konnte man wirklich nur noch andächtig zuhören u. sich fragen, wie diese Menschen es geschafft haben, nicht vollkommen durchzudrehen. Einfach bewundernswert diese Stärke.
Auf alle Fälle ein wichtiger Film, den man nicht verpassen sollte.