3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Glücksgriff, 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Tsotsi (Broschiert)
Habe mir dieses Buch letztes Jahr Juni gekauft - und als Sommer-Roman genossen.
Ohne einem Wissen über Handlung, Geschichte oder sonstigen Informationen gelang es dem Autor mich innerhalb weniger Augenblicken in seine Geschichte zu fesseln.
Eine derart reale Darstellung - und fesselnde Schreibweise findet man nicht allzuoft. Auch der Schauplatz, Südafrika - und die für unsereins untypischen Probleme sind sehr gut gewählt.
Die Handlung wurde sehr gut erzählt. Ein Junge, aufgewachsen auf der Straße stellt mit der Zeit die Position als Gang-Führer dar. Auch lebensbedrohliche Überfälle in überfüllten Zügen lassen die Gang-Mitglieder nicht abschrecken, um selbst überleben zu können.
Doch dann beginnt es zu brökeln. Der erste aus der Gang steigt aus, da es ihm sein Gewissen immer mehr und mehr beginnt zu drücken.
So kommt es, dass Tsotsi auch Aktionen alleine durchzieht - und so kommt er an ein kleinen Säugling.
Mit hilfe dieses Säuglings arbeitet er dann regelrecht seine gesamte Vergangenheit auf - wird ein rührender Vater - und kümmert sich fürsorglich für das Kleine.
Wie gesagt, gut erzählt - und absolut empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wundervolles Buch über die Überwindung von Haß und Gewalt durch die Kraft der Versöhnung, 2. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Tsotsi (Broschiert)
Athol Fugard, 1932 in Südafrika geboren, hat dieses wundervolle Buch schon Anfang der 60 er Jahre des 20. Jahrhunderts geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt war er nach Südafrika zurückgekehrt und versuchte als Journalist, Schauspieler und Stückeschreiber die grausame Realität der Apartheid darzustellen, was ihn immer wieder in große Schwierigkeiten mit der Regierung brachte. 1982 erschien bei Klett-Cotta eine deutsche Übersetzung dieses Buches, die allerdings keine große Resonanz fand, obwohl die Anti-Apartheid-Bewegung in Deutschland immer stärker wurde. Möglicherweise hing das auch damit zusammen, daß Fugard neben der Darstellung der Gewalt und der Unterdrückungsmechanismen der Apartheid immer wieder auf sein Hauptthema zurückkommt, die starke Kraft der Versöhnung, gespeist aus der Quelle des Mitgefühls.
Nun, da "Tsotsi" in der Verfilmung von Gavin Hood in die Kinos gekommen und ausgezeichnet worden ist, hat der Diogenes Verlag eine Neuauflage veröffentlicht, die es den jüngeren Kinobesuchern ermöglicht, die ursprüngliche Geschichte zu lesen, denn der Film spielt in der Jetzt-Zeit.
Tsotsi ist ein elternloser Junge, der sich früh einer Bande anschließt und schließlich ihr unangefochtener Anführer wird. Die Bande überfallt fast täglich andere Menschen und raubt sie aus. Seine Vergangenheit, seine Gefühle hat Tsotsi ausgeblendet. Als bei einem Überfall zum ersten Mal ein Mensch getötet wird und ein Bandenmitglied beginnt, kritische Fragen zu stellen, fängt Tsotsi an nachzudenken. Er wird langsam zu einem Menschen. Stark beeinflusst ist dieser Prozeß der Menschwerdung von einem Baby ( man beachte die tiefe religiöse Symbolik!), das eine junge Frau nachts Tsotsi in die Arme legt, als er ihr auf einem Feld begegnet. Danach verschwindet sie spurlos für immer. Er versteckt das Kind, nennt es David ( so hieß er selbst als Kind, was er allerdings vergessen hat), findet eine junge Mutter, Miriam Ngidi, die das Kind stillt und betreut , wenn er es zu ihr bringt, versöhnt sich mit Boston, einem Bandenmitglied, mit dem er sehr zerstritten war, lernt dessen Geschichte kennen und erinnert sich mehr und mehr an seine eigene.
Ein wundervolles Buch über die Überwindung von Haß und Gewalt durch Versöhnung, ausgelöst durch das Mitgefühl mit anderen Kreaturen. Ein Buch, das den Leser berührt bis ins Innerste und ihn zurückführt zu seinen eigenen Mit-Gefühlen, ihn konfrontiert mit seiner eigenen gottebenbildlichen Menschlichkeit und ihn stumm auffordert, sie wieTsotsi und Miriam zu erkennen und zu leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein