Die Romanvorlage (1964) von "Tschitti Tschitti Bäng Bäng" schrieb James-Bond-Schöpfer Ian Fleming, das Filmdrehbuch (1968) stammt von Gruselmeister Roald Dahl. Eine solide Basis. Eigentlicher Star war und bleibt aber jener magische Oldtimer, der sich beim Anlassen des Motors so typisch tschittend und bängend zu Wort meldet.
Am Filmbeginn rostet Tschitti, in den 1920ern einst strahlender Grand-Prix-Sieger, vor sich hin. Ein trauriges Ende in der Schrottpresse droht. Wären da nicht die Kinder Jemina und Jeremy, die ihren Vater, den bislang erfolglosen Erfinder Caractacus Potts, dazu überreden, Tschitti zu kaufen. Und tatsächlich, Mr Potts restauriert den Wagen nicht nur, sondern versieht ihn mit phantastischen Extras. Tschitti kann fahren, fliegen und übers Wasser gleiten. Marmeladespender für den Snack unterwegs sind ebenso integriert wie ein Schleudersitz. Ein solches Prachtstück weckt die Begehrlichkeit des boshaften und infantilen Barons Bomburst ('Goldfinger' Gert Fröbe). Er will Tschitti unbedingt besitzen. Eine wilde Verfolgungsjagd mit Zeppelin und fliegendem Plumpsklo setzt ein. Was so beschaulich bei einer idyllisch gelegenen Mühle in Buckinghamshire begann, führt bis ins wilde Vulgaria, wo ein Kinderfänger sein Unwesen treibt. Doch am Ende kriegen Gut und Böse, was sie verdienen. Mr Potts z.B. verdient sich seine Truly Scrumptious (eine ganz besondere Leckerei, wie ein Blick ins Wörterbuch beweist).
Von der Machart liegt "Tschitti Tschitti Bäng Bäng" irgendwo zwischen "Das große Rennen rund um die Welt" und der "Zauberer von Oz". Farbenfrohe Bilder, einfache Charaktere, untermalt von Musicalmelodien. Für den heutigen Geschmack vielleicht eine Spur zu kitschig. Trotzdem ist der Film ein guter, alter Klassiker, der einen in lockere Stimmung versetzt.
In den zahlreichen Specials erfährt man, warum Tschitti das Nummernschild GEN 11 trägt und man lernt Pierre Picton kennen, jenen Mann aus der Shakespeare-Stadt Stratford upon Avon, der Tschitti seit Jahren liebevoll putzt und poliert. Selbst wenn Ian Fleming der Vater dieser Geschichte war: es muss ja nicht immer Aston Martin sein ;-)