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Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg
 
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Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg [Taschenbuch]

Anna Politkovskaja
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Broschiert EUR 9,95  
Taschenbuch, 14. Dezember 2006 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Dumont; Auflage: 2 (14. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832178325
  • ISBN-13: 978-3832178321
  • Originaltitel: Vtoraja Cecenskaja
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 254.276 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Anna S. Politkovskaja
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Chronistin dieses Unglücks", nennt Dirk Sager, ZDF-Korrespondent in Moskau und Verfasser des Vorworts, die preisgekrönte Autorin. Nach der Lektüre dieses Buches kann man ihm nur Recht geben. Denn die Art, wie Anna Politkovskaja berichtet und erzählt und so das Leiden und den Existenzkampf der Menschen abbildet, ist virtuos: Fakten und Eindrücke, alle in eigener, oft lebensgefährlicher Recherche zusammengetragen, verdichten sich zu einem erschütternden Gesamtbild des zweiten Tschetschenienkrieges, der seit 1999 im Nordkaukasus tobt.

Politkovskaya ergreift Partei, in erster Linie für die geschundenen Zivilisten. Deren Schweigen gibt sie eine Stimme, dem anonymen Leid gibt sie Namen. Auf jeder Seite ihres Buches wird dabei deutlich, wie sehr "das Menschliche in den Menschen zertreten und pervertiert ist durch Krieg und Hunger". Auf der Anklagebank sitzen die russischen Machthaber, die aus historischen, ökonomischen (Öl!) und innenpolitischen Gründen Tschetschenien im Würgegriff halten -- allen voran Präsident Putin. Neben den Architekten der Tragödie klagt die Autorin aber auch die Ausführenden an: korrupte russische Soldaten, die marodierend durch das Land ziehen und unter dem pseudolegitimierenden Deckmäntelchen der "Terrorismusbekämpfung" Dörfer einäschern und Menschen verschleppen.

Daneben haben es sich auch tschetschenische Kriegsgewinnler bequem gemacht, die kein Interesse an einem Ende des Krieges haben, solange die Kasse stimmt. Und was macht "der Westen"? Insbesondere nach dem 11. September schaut er nur noch zu -- oder besser: weg. Anna Politkovskayas gar nicht hoch genug einzuschätzendes Verdienst ist, dass sie die vom russischen Militär errichtete Wand des Schweigens durchbricht und für die unschuldigen Opfer eintritt, indem sie ihnen ihre ausdrucksstarke Stimme leiht. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 07.02.2003
Eine packende und bewegende, aber trotzdem differenzierte Abhandlung über den von den Medien weitgehend totgeschwiegenen zweiten Tschetschenienkrieg ist dieses Buch von Anna Politkowskaja, findet der Rezensent Karl Grobe. Besonders die "eigenen Beobachtungen, die Reportage, sind die stärksten Elemente ihres Buches". Die Autorin nimmt größtenteils die Perspektive der Opfer des Krieges ein. Auch die Vorgeschichte des Krieges, vor allem den ersten Tschetschenienkrieg und die politischen Interessen hinter dem aktuellen Krieg beleuchtet die Autorin ausführlich. Grobe schätzt an diesem Bericht vor allem, dass es sich nicht um eine abstrakte, akademisch bleibende Arbeit handelt, sondern um "das gründlichste und zugleich persönlichste Buch über diesen Krieg und das Volk, das an ihm zugrunde geht".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 11.02.2003
Anna Politkovskajas Buch "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg" dürfte Russlands Präsident Putin, der sich derzeit mit Gerhard Schröder offiziell um den Frieden sorgt, gar nicht gefallen, vermutet Barbara Oertel. Um so mehr zeigt sich die Rezensentin von Politkovskajas Buch beeindruckt. Die kritische Journalistin, die mehrfach bedroht und vor Gericht angeklagt wurde, enthüllt in ihren seit 1999 regelmäßig in Tschetschenien recherchierten Berichten den wirklichen Charakter des russischen "Antiterrorkampfs", hält Oertel fest. Dieser Kampf sei gnadenlos und mache keine Unterschiede. "In Tschetschenien, einer Enklave der Recht- und Gesetzlosigkeit", fasst Oertel Politkovskajas Berichte zusammen, "sind alle Terroristen und folglich 'zum Abschuss freigegeben'." Politkovskaja dokumentiert nach Angaben Oertels eine ganze Reihe von schweren Menschenrechtsverletzungen seitens russischer Soldaten: Mord, Folter, Plünderung sind grausamer Alltag in Tschetschenien. Oertel hebt hervor, dass sich Politkovskaja nicht auf eine Chronik der Leiden beschränkt, sondern auch der Frage nachgeht, wie der Krieg die Menschen verändere. Die Journalistin sei bei ihren Undercover-Missionen in Tschetschenien selbst mehrmals in Lebensgefahr geraten und so von einer Beobachterin zur direkt Beteiligten geworden, berichtet Oertel. "Wahrscheinlich ist es gerade diese erzwungene Schicksalsgemeinschaft, der Perspektivenwechsel wider Willen", so Oertel, "der die Journalistin in die Lage versetzt, das Grauen in Worte zu fassen."

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Zeit, 20.02.2003
Bewundernswert findet der Rezensent Marius Zippe die Anklageschrift Anna Politkovskajas gegen den Tschetschenienkrieg: nicht nur weil das Buch ein "investigatives Meisterstück" sei, sondern auch, weil sich die Autorin durch ihre Recherchen teilweise in Lebensgefahr begeben habe. Politkovskaja hat ein "Schwarzbuch in drei Teilen" vorgelegt, erklärt Zippe. Das erste Kapitel beschreibe den Kriegsalltag, das zweite die Auswirkungen des Krieges auf Russen und Tschetschenen, und im dritten Teil frage Politkovskaja nach der Zukunft Tschetscheniens. Wer dieses Buch gelesen habe, glaube nicht mehr an die offizielle russische Darstellung, der Tschetschenienkrieg sei eine "antiterroristische Aktion" gegen islamische Fundamentalisten. Zippe lobt aber nicht nur die inhaltlich präzise Darstellung dieses vergessenen Krieges. Politkovskajas Reportagen widerstehen seiner Ansicht nach auch der Versuchung einer oberflächlichen Zuweisung von Täter- und Opfer-Rollen. Gerade dass sie nicht von "der" Armee, "den" Rebellen oder "der" Zivilbevölkerung spreche, macht dieses Werk für den Rezensenten so überzeugend.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch enthält neue, unbequeme Perspektiven. Dramatisch zeichnet die Autorin ein Panorama aller Dimensionen dieses vergessenen Krieges - mit Reportagen, Recherchen und immer wieder Geschichten von Menschen, die diesen Krieg erleiden müssen. Verfolgt im eigenen Land: Von Angehörigen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB wurde sie mehrmals verhört und mit dem Tode bedroht. Wegen ihrer kritischen Tschetschenienberichte wurde sie verhaftet, aus der Region verwiesen, musste ein Jahr nach Europa fliehen und entkam nur knapp den Häschern des Sicherheits-dienstes. Morddrohungen hat sie bereits mehrfach bekommen. Trotzdem, schreibt sie furchtlos weiter. Vielen Dank, Anna Politkowskaja!
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Anna Politkovskaya, soeben mit dem OSZE-Preis für Journalismus und Demokratie ausgezeichnet, beschreibt gnadenlos und ungeschönt den Alltag der tschetschenischen Bevölkerung. Eine Entführungsindustrie, deren Ausmaß für mich auch nach der Lektüre imme rnoch unvorstellbar ist, und eine mich fassungslos zurücklassende Hilflosigkeit prägten meine Tour de Force durch das Buch. Die tatsächlichen Verhältnisse im besetzten Land, in das Russland etwa ein Drittel seiner Streitkräfte verlegt hat, wirken wie die Erfahrungsberichte aus polnischen Konzentrationslagern. Nur dass dieses Lager nicht aus ein paar Dutzend Hütten, sondern aus einem einst chancenreichen Land besteht. Ein ganzes Land in Geiselhaft, rechtlose Zivilisten dem Staatsterror willkürlich ausgesetzt - Tschetschenien bietet eine Anleitung zur Brut von Terrorismus. Und das makabre: Ich kann nicht anders als mir vorzustellen, wie ich selber handeln würde. Als Terrorist. Mit Gewalt. Und wenn es mein Leben kosten sollte. In diesem Land ist das ja schon jetzt nichts mehr wert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie man Menschen bricht 9. April 2009
Format:Broschiert
"Die Repräsentanten dieser Schule [des Herrschens] predigen allen Ernstes, je mehr Bürger man vernichte, desto glücklicher würden sie sein, und desto glänzender würde vor allen Dingen die Geschichte selbst." (der russische Satiriker M. Saltykow-Schtschedrin, 19. Jahrhundert, zitiert aus dem Vorwort von Dirk Sager).
Anna Politkowskajas Bericht erschüttert den Leser nicht nur aufgrund der physischen Greuel, des Massenmords, der bei derlei Unternehmungen üblichen Folterorgien und verschiedenartigsten Bestialitäten.
Sie erzählt uns, wie einem Volk systematisch das Rückgrat gebrochen, seine Menschlichkeit genommen wurde. Die dabei eingesetzte Perfidität verrät eine Menge Phantasie. Und Übung, die bekanntlich den Meister macht. Und die fehlt in Russland leider nicht, geht mindestens auf Lenins Tscheka und Stalins NKWD zurück.
Zu sehen, wie Menschen am Anfang noch zuversichtlich und mit einem gewissen Galgenhumor der Situation trotzen. Ungewöhnlich starke Menschen, deren Eltern und Großeltern noch die große stalinistische Deportation miterlebten, bei der schätzungsweise ein Viertel der Tschetschenen umkam. Menschen, die einander solidarisch beistehen und sich offenbar generell durch ein recht hohes Maß an menschlicher Herzensbildung auszeichnen.
Doch der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Und als angesichts des fürchterlichen Terrors der russischen Besatzungstruppen langsam die Hoffnung schwindet, als Kälte, Hunger, Krankheit, Folter und Gram über den Tod der Liebsten, Freunde und auch jener moralisch Stärksten, die als Stütze dienen könnten, den Geist brechen, da beginnt ein moralischer Verfall, der Menschen, die auch wir sein könnten, schließlich zu bloßen Schemen werden lässt.
Die tschetschenischen Terroristen waren von Anfang an nützliche Instrumente Moskaus. Ein importiertes, wahabitisch-islamistisches Verhängnis, von dem die tschetschenische Bevölkerung und ihre Führung sich offen distanzierten.
Putin aber verlor keine Zeit. Als Auftakt wurde die Hauptstadt Grosny einen Monat lang (!) unter Bomben und Artilleriebeschuss gehalten. Und unversehens erstand Mütterchen Russland wieder aus der Asche, Fanal eines neues Imperiums.
Anna Politkowskaja schildert, wie der Krieg bewusst auf kleiner Flamme in die Länge gezogen wird, wie ihr immer wieder berichtet wurde, dass russische Truppen die Rebellen bewusst schonen, ihnen sogar Korridore zur Flucht öffnen, da die verschiedensten Kräfte und Gruppen von diesem Krieg profitieren.
Sie prangert bitter das Schweigen des Westens an.
Auch das beharrliche Schweigen Kofi Annans anlässlich seines Russlandbesuchs, da dieser für seine Wiederwahl im UNO-Sicherheitsrat Moskau brauchte und daher die Tschetschenen hängenließ.
Und wie die tschetschenische Barbarei auf Russland selbst übergreift, auf Moskau, wo die ohnehin fragile russische Rechtsstaatlichkeit dem Walten staatlicher Schlägertrupps weicht.
Das Ausmaß an Brutalität in diesem Krieg ist vielleicht zum einen Rache für die relative Schlappe im ersten Tschetschnienkrieg, für Afghanistan, für all die Erniedrigungen des Nationalstolzes zu Zeiten von Glasnost und Perestroika. Aber dann auch schlicht Sadismus, den man als eine der menschlichen Grundeigenschaften einmal erkannt haben sollte: die Lust am Zufügen von Leid.
Angesichts all dessen begreift man nur umso stärker den Wert menschlicher Güte, eine andere unserer Grundeigenschaften, die zwar selten, aber umso wunderbarer ist. Vor allem, wenn sie sich nicht mangels Weisheit vor den Karren fragwürdiger Ideologien spannen lässt. Und dieses Beispiel hat uns Anna Politkowskaja vorgelebt, bis sie im Oktober 2006 schließlich selber liquidiert wurde.
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