Der 8-jährige Tobias legt Wert darauf, Tsatsiki genannt zu werden - schließlich ist sein leiblicher, ihm völlig unbekannter Vater ein Grieche, den ihm seine Mutter, Gitarristin einer Rockband, stets als den leibhaftigen Adonis schildert. Tsatsiki hat ganz konkrete Ziele: Er will nach Griechenland, seinen Vater kennen lernen; er will einen neuen Freund für seine Mama, weil der Bassist und Sänger der Rockband einfach unmöglich ist; und er will endlich klarstellen, ob er bei Maria, seiner blondgelockten, hübschen Mitschülerin, Chancen hat. Mit spitzbübischem Lächeln, einigem Mut und gehörigem Eifer macht er sich daran, all das zu verwirklichen.
Die sehr warmherzige Familiengeschichte ist anspruchsvolles Kinderkino, geht es doch um reale Beziehungsprobleme und ganz alltägliche Sorgen und Nöte eines kleinen Buben. Die Authentizität des Geschehens vermag freilich die jungen Zuseher mehr zu fesseln als so manche Popcorn-Produktion; der junge Hauptdarsteller darf einen wesentlichen Anteil daran für sich reklamieren. Auch wenn etwas mehr Witz und Tempo an manchen Stellen wünschenswert wären, reiht sich der mit dem Großen Preis des Berlinale-Kinderfilmfests ausgezeichnete Streifen nahtlos in die lange Reihe großartiger skandinavischer Produktionen für ein junges Publikum ein. Es ist eben ein Unterschied, ob man Filme für junge Konsumenten oder für junge Menschen macht.
Als „Zuckerl" ist auf der DVD auch der kaum weniger beachtliche Fortsetzungsfilm zu finden, in dem Tsatsiki lernt: Ohne Freunde ist man der einsamste Mensch auf Erden.