Neben Hendrix, Clapton und Jimmy Page, führt Beck seit jeher das Dasein eines Underdogs im Pantheon der Gitarrengötter. Diese erste Solo Bemühung jedoch, jetzt bei Epic als Remaster erschienen, gilt mittlerweile auch bei den Kritikern als Meilenstein des frühen Hard Rock. Ein 23jähriger, damals noch recht unbekannter, Rod Stewart erinnert vielmehr an Robert Plant als an die Pop Ikone, zu der er später selbst werden sollte. Auch der Rest dieser Combo lässt sich sehen mit Ron Wood am Bass und Drummer Mickey Waller. Da verwundert es nicht, dass Rod Stewart sich diese Kollegen auch für spätere Soloprojekte ins Studio holte.
Auf Truth hören wir nun also Beck die klanglich vielleicht radikalste Gitarrenarbeit jener Zeit vortragen. Die Ähnlichkeiten zu manchem Jimmy Page Riff sind nicht zu leugnen, so z.B. das call-and-response-Spiel bei "Let Me Love You" und "Rock My Plimsoul", so sollte man jedoch bedenken, dass diese Juwelen Led Zep's "Lemonsong" um ein ganzes Jahr voraus waren.
Ausser den hämmernden Bluesrock-Nummern findet man hier auch noch das eher folkig anmutende "Greensleeves", das ebenfalls an Page's spätere Ausflüge in dasselbe Genre auf fast jeder der nachfolgenden Led Zeppelin Platten erinnert.
Dieses Remaster sei nun jedem ans Herz gelegt, der etwas über die Entstehung von Hard Rock bis Heavy Metal erfahren möchte, oder einfach das ganze Album, plus nicht zu verachtender Bonus-Tracks, in ganz neuer und wirklich verbesserter Qualität erleben möchte.