Eine wunderbar zarte, sensible Erzählung von wenigen liebenswert-skurrilen Gestalten, die dem Unfrieden der Welt und den Nachstellungen ihrer den Verlockungen des modernen Lebens verfallenen Mitmenschen entgehen wollen. Sie fliehen in ein Baumhaus, was in ihrem verschlafenen Dorf im US-Amerikanischen Süden eine Art Aufruhr hervorruft. Man versucht (letztlich mit Erfolg) diese harmlosen Aussteiger zurück in ihr bürgerliches Leben zu beordern.
Was hier klingt wie die Handlung eines Jugendbuches ist in Wahrheit eine hochpoetische, dichterische Symphonie auf das Leben, auf die Existenz von Bäumen, Gras und Menschen trotz aller Widrigkeiten, ein Hochgesang auf die Geräusche des von Wind berührten Grases, daher der Titel: Die Grasharfe.
Dieses Buch ist stilistish äußerst ausgefeilt, da ist kein Wort, welches der Leser der wunderbaren Sprache Capotes hinzufügen wollte, da sind Charaktere so liebenswert wie die Ratte und der Dachs aus "Der Wind in den Weiden" und dennoch richtet sich dieses Buch - das sei nochmals betont- an den erwachsenen Leser. Die Sprache Capotes wetteifert scheinbar mit dem raschelnden Gras auf den Wiesen des amerikanischen Südens.