TRUE SKIES von "THE SHINING" und ein Frontcover das mehr über die Musik ausdrückt als man glauben mag. Fünf ineinander verwobene, bunte Köpfe auf schwarzem Hintergrund, hergestellt im Adobe-Photoshop.
Die Musik hat was von frühen Pink Floyd (Arnold Layne, Set the contols for the heart of the sun usw.) und Laptop-Bildbearbeitung. Die Band startet mit schweren zeppelinesken Riffs in "Quicksilver". Doch die Platte bleibt nicht in der Vergangenheit stecken. Schwerpunkt bilden die brit-poppigen Melodien von "Young again", "Show you the way" oder "I am the one". Leider fehlt der Band ein ausdruckstarker Sänger, der die Songs wirklich in höhere Sphären oder eben "True skies" entführen könnte.
Doch gerockt wird schwerer als bei Verve und Co.. Kein Heavy Metal, natürlich nicht. Aber auch kein Classic Rock. Dazu fehlen die Gitarrensoli. Wie sehr diese fehlen bemerkt man schmerzlich beim fast zehnminütigen "Until the end". Ein Songsaurier der uns in psychedelische Gefilde entführen will. Will! Denn leider hat er nur das Potential einer Absynth-Party. Es berauscht und lässt dich los, aber du vergisst nie wo du bist. Was fehlt ist die Lustvolle-Stimmungs-Dröhung (LSD). Erst nach 6:40 setzt eine Gitarre zum Höhenflug an. Doch mit Timothy Leary's Hilfe hätte man daraus früher einen Höllentrip gemacht. So bleibt's beim Ausflug ins Fantasialand.
Und somit sind wir wieder beim Cover. Bunte Köpfe im Spiegellabyrinth der Computerzeit. Besser wäre ein handgemaltes Bild mit allerlei Spinnereien. Übertragen auf die Musik heißt das: Der Ansatz ist richtig und für 20 Jährige eine vielleicht neue Erfahrung. Doch mit mehr handwerklichem Können und mehr Liebe ins Detail kann da etwas ganz Großes bei rauskommen. Aber "THE SHINING" sind ja noch jung und können - wenn sie zusammenbleiben - auch noch einiges bewirken. Auf alle Fälle besser, als die Unmengen an Geschraddel, die seit Jahren aus den Staaten zu uns rüber schrammeln.