Bei Tarantino - Filmen muss grundsätzlich immer zwischen jenen differenziert werden, die er nur geschrieben hat und jenen, bei denen er dann letztlich selbst hinter der Kamera stand. Bei TR handelt es sich nämlich um ein von Tony Scott verfilmtes Drehbuch von Quentin Tarantino, der jedoch ansonsten nichts mehr mit dem Projekt zu tun hatte. Kenner des Genres und von seinen Filmen werden dies aus einigen Feinheiten in Kameraführung, Schnitt und Besetzung ohnehin schon klar geworden sein - die anderen jedoch seien jetzt darauf hingewiesen. Denn oftmals hört man Leute angeregt über Tarantino - Filme debattieren, ohne dass TR auch nur im Entferntesten genannt würde (meine Ansicht nach zu unrecht).
Noch während der Vorspann des Filmes läuft, wird man sicherlich nicht darum herum kommen, die Unmenge bekannter Namen zu bemerken, die über die Mattscheibe flimmern. Meines Erachtens ist gerade diese unglaublich gute Besetzung mitunter einer der Hauptgründe für den überragenden Erfolg dieses Filmes. Zu nennen wären da vor allem: Christian Slater, Patricia Arquette, Dennis Hopper, Christopher Walken, Samuel L. Jackson, Gary Oldman, Brad Pitt und Val Kilmer. Was die Besetzung eines Filmes anbelangt kann man die Messlatte meiner Meinung nach kaum höher setzen. Nicht nur dass die Protagonisten vorzüglich besetzt sind, - denn bis hinunter zu den ganz kleinen Nebenrollen (Brad Pitt) ist kein wirklicher Qualitätsverlust erkennbar. Die Charaktere wirken dadurch äußerst homogen und besonders die alten Hasen wie Hopper und Walken bringen wirkliche Authentizität in die gesamte Handlung (Dialog Hopper - Walken im Wohnwagen).
Die Story scheint zwar auf den ersten Blick völlig trivial zu sein und die Hochzeit zwischen Alabama und Clarence völlig übereilt. Aber auf den zweiten Blick muss man sich auch vergegenwärtigen, dass Romeo sich auch auf den ersten Blick in Julia verliebte und dass auch dies kein Kriterium schlechter Dramaturgie ist. Dahingehend hinkt die filmische Adaption dem Original kein bisschen hinterher. Genau dieses Wagnis der Unüberlegtheit und der Spontaneität ist es gerade, was den Film überaus sympathisch macht. Es ist eine der lebendigsten Vergegenwärtigungen der Liebe überhaupt, wenn ein Comicverkäufer binnen eines Tages ein Callgirl heiratet, mit ihr der sizilianischen Mafia trotzt und zu keinem Punkt des Geschehens an seiner Entscheidung zweifelt.
True Romance ist sicherlich einer der interessantesten Tarantino Filme, obwohl er ja bekanntlich nur das Drehbuch beigesteuert hat. Man muss allerdings sehr darauf achten die FSK 18 Version zu erwischen, ansonsten man bei der Handlung kaum mitkommt.
Fazit:
Sehr empfehlenswert, auch für Leute, die mit den sonstigen Filmen von Tarantino wenig anfangen können. Ein schöner Liebesfilm mit komödiantischen Einlagen und viel Action. Adrenalin pur! Kaufen, Kaufen, Kaufen!