Eines vorweg:
Die Bildqualität (abgespielt auf einem neuen Panasonic-Player und einem 5 Jahre alten 26" Samsung 1366*768 LCD-TV) hat es mir angetan. In manchen Szenen habe ich mich gefragt, warum nicht alle DVDs solch Schärfe zeigen können.
Zum Sound kann ich nur sagen, dass ich die (deutschen Synchron-)Stimmen als zu den Darstellern passend empfunden habe.
Der Film ist (laienhaft ausgedrückt) in die Kategorie "asiatisches Märchen" einzuordnen, was z.B. für mich "viele unrealistische, aber trotzdem sehenswerte" Szenen bedeutet:
Kampfszenen, bei denen die Darsteller wie Superman durch die Gegend springen; einfach Schläge einstecken, die Mauern zerbröseln lassen; Literweise Alkohol konsumieren und danach trotzdem den Gegener "vermöbeln" können. Ach ja, und natürlich gibt es auch jemanden, der mit (ethisch nicht einwandfreien) Mitteln kämpft, wie verbotenen Kampftechniken. Damit man ihn auch gleich erkennt, ist er sehr blass geschminkt, was ihm schon ein "bedrohliches/einschüchterndes" Aussehen verleiht.
Hierzu ist anzumerken, dass mir die Gestaltung der Bilder von Farbe und Aufbau sehr zugesagt hat. Die Aufnahmen in den Bergen oder in Höhlen wirken für mich sehr dicht und wie es bei einem Märchen (für Erwachsene) meiner Meinung sein soll. Die Farben sind opulent, ohne zu aufdringlich zu werden. Dass die Computer bei der Bildgestaltung kräftig mitgewirkt haben, wurde schon in einer anderen Rezension erwähnt. Ich empfinde es nicht als störend, da es für mich, für diese Art von Filme irgendwie dazugehört. Die Natur ist eben nicht so bunt und Blut verhält sich in Natura auch nicht immer so wie es der Regisseur möchte. Letztendlich ergeben sich dank "Freund Computer" bombastische Bilder. Wohl dem, der ein Heimkino mit großer Leinwand besitzt.
Zum Inhalt etwas zu sagen, ohne zu spoilern ist schwer, daher nur soviel:
Erfolgreicher (junger) General zieht sich vom Kampfgeschäft zurück, um sich seiner Familie zu widmen. Sein bei der Obrigkeit nicht ganz so beliebter "Bruder" soll eine Art Nachfolger werden. Es läuft aber alles irgendwie aus der Reihe, denn der Bruder hat mit der Familie des Generals eine Rechnung offen. Dummerweise ist aber die Ehefrau des Generals seine Schwester, was seine Rache beeinflusst, so dass der Bruder, der auch noch ein wenig auf die "dunkle Seite der Macht" gerutscht ist, nicht einfach alle meucheln kann. Das gibt dem Film die Möglichkeit länger zu laufen.
Nichtsdestotrotz ist nach ca 70 Min im Prinzip die gesamte Story zu Ende erzählt. Niemals kurzweilig, da keine Monologe vorkommen und eine Menge Kampfszenen zu sehen sind (Übungen zähle ich zu den Kampfszenen dazu). Dialoge sind nicht pathetisch und der Film kommt niemals moralisierend rüber. Jedenfalls ist das mein Eindruck.
Da die Gesamtlänge des Film aber 40 Min über den 70 Min liegt, kommt hier der - wie ich finde - "zweite Film für's gleiche Geld" zum Zuge. Wer die Drunken Master-Filme kennt, hat den hier gezeigten Kampfstil schon einmal gesehen und tatsächlich gibt's am Ende des Films auch einen entsprechenden Hinweis auf den Urheber des Kampfstils.
Übrigens muss unser Protagonist in den 40 Min u.a. als Asiate gegen europäische Wrestler bestehen und ich frage mich, ob ich wohl der Einzige bin, der dabei stark an Szenen aus IP MAN 2 denken muss.
David Carradine (vielen noch aus KUNG FU bekannt) hat hier einen Auftritt als Trainer der Wrestler und als es hart auf hart kommt, sieht es so aus, als wenn er gleich selbst zum Kampf schreiten würde, aber dann greift er nur zu unlauteren Mitteln und kämpft doch nicht selbst. Ist hier eine Botschaft versteckt oder wird nur mit der Erwartungshaltung des Zuschauers gespielt (dachte für eine Sekunde wirklich, er würde mitkämpfen...), um diesen dann mit der unerwarteten Handlung zu überraschen?
Fazit:
Kurzweilige, bunte, bewegungsreiche Unterhaltung für den Freund asiatischer Märchen (ohne stark übertriebene Fähigkeiten wie Zauberei oder Gestaltwandlung oder Ähnliches).