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am 15. Juli 2011
...so...oder so." Die Erzählstimme der 14jährigen Mattie Ross(Hailee Steinfeld) sorgt gleich für klare Verhältnisse. So wie schon der berühmte Vorgänger aus dem Jahr 1969 -Der Marshal-, mit John Wayne in der Hauptrolle, halten sich die Coen-Brothers eng an die Vorlage der Novelle von Charles Portis. Die Geschichte ist prädestiniert, für einen Edelwestern, in dem Härte, Anstand, Moral, Rache und Selbstaufgabe die führenden Parts der Geschichte übernehmen. Die Coen-Brothers an so einen Stoff heranzulassen und die Hauptrolle mit Jeff Bridges zu besetzen, ja...das ist ein Experiment. Ihre angeraute, leicht "schmuddelige" Version der Story ist, jedenfalls wenn sie mich fragen, atemberaubend gut gelungen. Bedenken sie jedoch: Ich bin ein ausgewiesener Coen-Brothers-Fan.

Der Vater von Mattie wird von dem Ganoven Tom Chaney(Josh Brolin) erschossen. Chaney setzt sich ab und Mattie will einen Marshal anheuern, damit der Tod des Vaters gerächt wird. Allerdings hat niemand besonderes Interesse im Auftrag einer 14jährigen einen gefährlichen Verbrecher zu jagen. Doch Mattie ist nicht nur klug, sondern auch hartnäckig. Sie beschafft sich das nötige Geld und findet in dem versoffenem, beinharten, einäugigen Marshal Rooster Cogburn(Jeff Bridges) "ihren" Mann. Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzt sich Cogburn auf Chaneys Fährte. Dabei begleitet ihn nicht nur Mattie, sondern auch der Texas Ranger La Boeuf(Matt Damon), der es ebenfalls auf Chaney abgesehen hat. Der Ganove reitet mittlerweile in der Bande von Lucky Ned Pepper(Barry Pepper) und es ist nur schwer an ihn heranzukommen. Aber ein geschniegelter Texas Ranger, ein fast abgestürzter Marshal und ein Mädchen mit festen Moralvorstellungen sind ein Trio, das zu einigem fähig ist...

Was für eine wunderbare Geschichte! Die war mit John Wayne hervorragend und ist es mit Jeff Bridges ebenso. Die Coens spielen wieder einmal auf Saiten, die nicht alle im Filmgeschäft zum Klingen bringen. Ihre Kulisse ist manchmal so karg und puristisch, wie Cogburns Klamotten; aber alles passt zusammen. Die Erzählspur findet schnurgerade ihren Weg und am Schluss tauchen die Brüder ihr Filmende in eine magisch-luminesziernde Kameraeinstellung, die ihresgleichen sucht. Begleitet von herrlich trockenen Dialogen und schrägen, kleinen Details finden Cogburn, La Boeuf und Mattie dabei ganz schnell den Weg in die Herzen der Zuschauer.

Jeff Bridges ist ein Glücksfall für die Rolle des Rooster Cogburn. Wenn er, schwer angetrunken, versucht einigermaßen galant vom Pferd abzusteigen, wäre das für mich schon eine Oscarnominierung wert. Doch Bridges bringt nicht nur den Trinker, sondern auch den scharf kalkulierenden "Scharfrichter" Cogburn perfekt. All das, was Gerechtigkeit ausmacht, steckt ganz tief in diesem Wrack von Mensch. Matt Damon ist als Texas Ranger La Boeuf kaum zu erkennen und ein brillianter Gegenpart zu Bridges. Ein ganz dickes Plus notiere ich für Hailee Steinfeld. Sie ist der zentrale Mittelpunkt der Geschichte. Dabei sorgt auch die gute deutsche Synchronisation dafür, dass Matties Erzählstimme uns in der Story bannt.

Natürlich wäre ein Coen-Film kein Coen-Film, wenn es nicht auch Kritiker gäbe, die das alles völlig anders sehen. Ihr gutes Recht. Ich persönlich kann mich da nicht anschließen. -True Grit- hat mich von den Bildern, der Geschichte und den Darstellern komplett überzeugt. Ich kann mich da zwar nicht als völlig objektiv bezeichnen, zu sehr haben mich Filme wie -Fargo, The Big Lebowski oder Arizona Junior- in den Bann gezogen. Nach einigen, für mich nicht ganz so überzeugenden Produktionen haben sich die Coens mit -True Grit- der Qualität dieser Filme wieder angenähert. Eigenwilliges, komisch-ernsthaftes Kino der Extraklasse. Unbedingt empfehlenswert!
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am 5. Juli 2011
....haben sich viele nach diesem Film wohl gedacht. Ich habe mir viele der hier veröffentlichten Rezensionen, egal ob positiv oder negativ, einmal durchgelesen. Die Meinungen gehen an dieser Stelle weit auseinander und reichen von KUNSTWERK bis hin zu BELEIDIGUNG FÜR WESTERNFILME. Sicher machen es einem die Gebrüder Cohen nicht wirklich einfach, aber wer erwartet das auch von Ihnen. TRUE GRIT ist ein sehr dialogreicher Western, der mit Action und Schießereien sehr sparsam umgeht. Wer die bisherigen Filme der Coen Brüder kennt weiß was auch hier auf Ihn zukommt. Deshalb kann ich die negativen Kritiken nur teilweise nachvollziehen.

Wie schon im Original von 1969 mit John Wayne wird uns auch im Remake die Geschichte der 14-jährigen Mattie Ross erzählt. Sie will den Mörder Ihres Vaters, den Gauner Tom Chaney, zur Strecke bringen und holt sich dabei Hilfe vom bärbeißigen und trunksüchtigen Sheriff Rooster Cogburn. Zu dem ungleichen Duo gesellt sich der Texas Ranger LaBoeuf, der dass Kopfgeld für Chaney kassieren will. Das Trio macht sich auf den Weg ins Indianerreservat um den Mörder dingfest zu machen.

Die Actionszenen beschränken sich auf maximal zehn Minuten und so braucht man schon eine Menge Geduld für dieses Werk der Coens. Wer sich allerdings auf das Vergnügen einlässt und den Stil der Regisseure kennt, der wird von TRUE GRIT mit Sicherheit nicht enttäuscht. Wer allerdings auf Filme mit Explosionen im Minutentakt steht, der sollte seine Finger davon lassen. Trotz allem ist hier nicht alles Gold was glänzt und für mich gab es doch den ein oder anderen Kritikpunkt. Einer davon ist der Bösewicht Tom Chaney. Josh Brolin ist ein großartiger Schauspieler, was er unter anderem im Coen Film NO COUNTRY FOR OLD MEN unter Beweis gestellt hat, aber hier wirkt er doch etwas verschenkt. Zum einen taucht er erst nach über einer Stunde auf, aber auch dann wird seine Rolle sehr überschaubar gehalten. Da wäre etwas mehr drin gewesen. Mit dem Schluss des Films kann ich mich auch nicht unbedingt anfreunden. Zum einen ist er sehr untypisch für die Coens, aber vor allem ist er meiner Meinung nach überflüssig.
Die Darsteller des Films sind allesamt großartig, aber Jeff Bridges als Sheriff ist noch einen kleinen Tick besser als der Rest.

Hier nun meine Bewertung zur BLU RAY:

Getestet wurde auf PS3 und Samsung 46 Zoll LED
Film: 4,5 Sterne - Großartiges Erzählkino mit minimalen Schwächen.
Bild: 5 Sterne - Referenz - absolut großartig. Die Detailschärfe ist beeindruckend. Auch die gewollte und sehr diskrete Körnung passt perfekt zum Look des Films. In Nachtszenen behält man auch immer den Überblick und kein Detail geht verloren.

Ton: 5 Sterne - Kommt bei mir großartig rüber, aber zu einer genaueren Beurteilung fehlen mir die technischen Voraussetzungen.

Extras - 4 Sterne - Teilweise sehr interessant, manches aber auch überflüssig. Es sei aber angemerkt, dass die Extras alle in HD vorliegen und das ist keine Selbstverständlichkeit. Hier eine Übersicht über die vorhandenen Extras, die allesamt auf der BLU RAY zu finden sind.
* Matties True Grit
* Von Reifrock bis Hirschleder - Die Mode um 1880
* Colts, Winchesters & Remingtons: Die Waffen des Westerns nach dem Bürgerkrieg
* Die Neuerschaffung von Fort Smith
* Die Besetzung
* Charles Portis - Der berühmteste Autor von dem Sie nie gehört haben...
* Die Kameraaufnahmen von True Grit
* Kinotrailer
* BD-Live

Dazu kommt als Bonus eine DVD mit dem Film sowie der Digital Copy. Für BLU RAY Freaks ist die DVD Version überflüssig, aber für alle die bald umsteigen wollen sicher ein Kaufanreiz. Die Scheibe verfügt auch über ein Wendecover.
Von mir gibt es für einen richtig guten Film auf einer sehr guten BLU RAY die volle Punktzahl.
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am 1. Juli 2011
Basierend auf der Roman-Vorlage von Charles Portis (es handelt sich um kein Remake des 69er Westerns "Der Marshal" - auch wenn sich Bridges in seiner Darstellung Roosters teileise an John Waynes Rolle orientiert hat), schufen die Coen-Brüder einen zum Niederknien schön gefilmten Western, der meisterlich vom rauen Leben in einem rauen Land in rauen Zeiten sowie von Schuld & Sühne erzählt & der natürlich mit dem für die beiden Autorenfilmer typischen schwarzen Humor gewürzt ist.

Fans des Films sollten sich auf jeden Fall dieses sehr coole Steelbook zulegen. Das FSK-Logo ist nur auf der Verpackungsfolie angebracht & somit problemlos entfernbar. Auf der Frontseite ist das Filmcover mit reliefartigem Schriftzug angebracht, auf der Rückseite befindet sich eine Großaufnahme des bewaffneten Rooster. Sieht äußerst edel aus!

Die Edition beinhaltet den Film sowohl auf Blu-ray als auch auf DVD & als Digital Copy. Bild- & Ton-Qualität sind - wie nicht anders zu erwarten - hervorragend & interessantes Bonusmaterial ist zu Genüge vorhanden: eine 30minütige Doku über Portis, Kinotrailer sowie 6 Kurzdokus, welche diverse Aspekte der Filmentstehung beleuchten.
Absolute Kaufempfehlung!
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am 11. November 2012
True Grit ist ein Film der Coen Brothers, Joel und Etan Coen, und wurde bei den Oscars natürlich wieder mit vielen Nominierungen gewürdigt. Einige Nominierungen kann ich nicht beurteilen, wie den Tonschnitt, aber die Darsteller sind ohne jeden Zweifel über alle Zweifel erhaben.

Die Vierzehnjährige Mattie sucht den Mörder ihres Vaters und will diesen töten. Um den Mörder zu finden, heuert sie den alten, betrunkenen US Marshall Reuben Cogburn und den etwas arroganten Texas Ranger LaBoeuf an. Auf der Suche nach dem Mörder muss Mattie aber mit den Eigenheiten ihrer beiden Begleiter klarkommen.

Die Coen Brüder produzieren ja irgendwie einen Oscar-Film nach dem anderen und haben mit No Country For Old Men und The Big Lebowski zwei Kultfilme geschaffen, die vielleicht nicht jeder gesehen, von denen aber jeder schon einmal gehört hat. True Grit war mein erster Coen-Film und er hat wirklich alles gehalten, was ich mir davon versprochen habe.
Die Geschichte des Films ist wirklich nichts Aussergewöhnliches, das merkt man schon von Anfang an. Das Grundthema des Films wird sofort deutlich gemacht: Rache. Diese ist aber nur das Motiv, um den Film zu rechtfertigen. Es sind viel mehr die Charaktere, die den Film interessant machen und vorantreiben. Der Film hat durch die Bank wirklich gute Darsteller und leistet sich diesbezüglich keine Aussetzer, allerdings stehen hier eindeutig 3 Darsteller im Mittelpunkt. Der erste Darsteller ist eine Vierzehnjährige Darstellerin die von allen Kritikern gelobt wurde und auch mich positiv überrascht hat. Hailee Steinfeld ist hier in ihrem ersten richtigen Spielfilm und hat von der ersten Szene an sehr viel Selbstbewusstsein und ist sehr wortgewandt. Ich hatte eigentlich gedacht, dass sie diese Eigenschaften gegenüber Matt Damon und vor allem Jeff Bridges verlieren würde, aber keine Spur. Sie ist selbst Bridges gegenüber total ehrlich und furchtlos und spielt diese Charaktereigenschaften so gekonnt, dass man ihr nur Respekt zollen kann. Hier hat man eine großartige junge Schauspielerin entdeckt, die schon mit 14 ihre erste Oscar-Nominierung verbuchen kann, und auf der Leinwand gegen Größen wie Jeff Bridges und Matt Damon schauspielerisch bestehen kann. Jeff Bridges (Crazy Heart) spielt hier einen abgehalfterten US Marshall, der sich gegen eine 14 Jährige beweisen muss, oft besoffen ist und versucht, diesem kleinen Mädchen zu helfen. Matt Damon (Die Bourne Trilogie) ist hier der Texas Ranger, der durch seine Selbstüberschätzung dem Film einen gewissen Humor gibt und er dadurch nicht so ernst wirkt. Bridges und Damon spielen hier auch wieder großartig und offenbaren vor allem im Englischen durch ihren Akzent ihre großartige Performance. Nicht unerwähnt lassen sollte man hier auch noch Josh Brolin (No Country for Old Men), der hier ebenfalls eine großartige Performance abliefert, leider aber nur wenige Minuten zu sehen ist.

Fazit:
True Grit ist ein großartig gespielter Western, der von seinen wenigen, aber grandiosen Darstellern lebt und einige interessante Konflikte zwischen jenen Charakteren aufbaut.
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Die 14jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) ist burschikos und macht die Buchhaltung für ihren Vater. Als der von ihm angestellte Tagelöhner Tom Chaney (Josh Brolin) zu viel trinkt und sich in Rage ob eines verlorenen Spiels redet, erschießt Chaney Ross, der zunächst schlichten wollte.

Mattie beauftragt daraufhin auf eigene Faust Bundesmarshal Reuben J. Rooster" Cogburn (Jeff Bridges). Das Geld kann sie sich durch eine Rückabwicklung nebst Transaktion vom dortigen Pferdehändler locker machen. Cogburn ist ein Säufer, der den Glauben an alles verloren hat. Skrupellos erschießt er dingfest gemachte Bösewichter, weswegen er selbst als Zeuge oft Schelte bekommt. Auch der etwas schlichte Dandy und Texas-Ranger La Boeuf (Matt Damon mit starkem Texas-Akzent) ist auf der Suche nach Chaney. Wegen eines Streits um einen Hund hat er einen Politiker erschossen. Mattie ist alles andere begeistert, soll Chaney nicht in Texas sonder vor Ort gerichtet werden. Trotz anfänglicher Differenzen erntet Mattie bald Respekt der beiden ungleichen Revolverhelden...

Wie bereits Wayne zuvor spielt auch Bridges den Säufer ordentlich, orientiert sich an die Schauspielleistung des "Dukes". Das Zusammenspiel der drei Charaktere funktioniert. Man gab sich sämtliche Mühe ein stimmiges Westernbild zu erschaffen, wie sich aus den Extras ergibt. Die Charaktere erfahren eine ungeheure Tiefe. Die Musik und die enge Haltung an die Romanvorlage bieten tatsächlich ein Meisterwerk des neuen Westerns. Dafür fehlt in dieser Version die in der Romanvorlage erzählte Requirierung des Wagens, der in der Wayne-Verfilmung vorhanden ist.

Mir persönlich gefiel die neuere Verfilmung sogar noch besser als die Verfilmung mit John Wayne.
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TOP 500 REZENSENTam 8. September 2013
FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung/Besprechung (Review): (Blu-ray/DVD Informationen ganz unten)

Die Coen Brüder sind für jedes Genre filmisch gerüstet und diesmal versuchten sie sich an der Romanvorlage von Charles Portis die auch 1969 mit John Wayne verfilmt wurde für die er auch den Oscar bekommen hatte. In dieser Vorlage lag der Schwerpunkt auch mehr auf dem schrägen Marshall Rooster Cogburn. In der Coen Verfilmung ist die wundervolle Geschichte mehr um die 14-jährige Mattie Ross zentriert, die mit unter anderem seiner Hilfe nach dem Mörder ihres Vaters sucht. Dies war eine gute Entscheidung, denn Haillee Steinfeld als Mattie besticht durch ihr abwechslungsreiches Spiel und die Cleverness ihres Charakters wird durch ihre Performance bestens zum Zuschauer transportiert.

Auf Basis eine klassischen Westernsetups in Bezug auf die Ausstattung und historischen Bezüge und vorzüglicher Dialoge, denen man die Literaturvorlage anmerkt, erleben wir eher eine Abenteuergeschichte die auch Rezipienten gefällt, die sonst nicht Westernfans sind. Dem Charme der ersten Dialoge von Mattie in der Verhandlung mit einem Pferdehändler ist unübertroffen und man ist sofort mitten in der Geschichte und an den weiteren Verlauf dramaturgisch gebunden. Bald an ihrer Seite ist Jeff Bridges, der als bärbeißiger Säufer und tragischer Held zwar den halben Film alleine trägt und eine gute Bereicherung ist, aber preisverdächtig ist seine recht eindimensional angelegte Performance bei der guten Maske nicht wirklich.

Matt Damons Rolle als Texas Cowboy besticht durch seinen Akzent, den man in der Originalfassung noch besser genießen kann und leider hat er nicht allzu viel Screentime. Generell soll auch ein Lob an alle deutschen Synchronsprecher gehen, selten wurde so gute und authentische Arbeit geleistet die Eigenheiten der Sprechweise der Originale zu imitieren. TRUE GRIT (bedeutet so viel wie "Wahre Entschlossenheit) besticht durch seinen abrupten Wechsel zwischen sehr humorvollen Szenen und dann eruptiven Schusswechseln und anderen Actionszenen, bei denen auch mal ein paar Finger oder eine Zunge an dafür nicht vorgesehenen Orten zu finden sind. Generell schafft TRUE GRIT den Spagat zwischen den heiteren und tragischen Momenten sehr elegant.

Technisch und von der filmischen Umsetzung her bekommen wir die volle Breitseite der Coen'schen Palette gezeigt: langsame und sehr einfühlsame Kameraführung, lange Zooms, interessante Überblendungen, schöne Braufärbungen am Tag und bläulich in der Nacht, von der Sonne lichtdurchflutete Bilder prägen TRUE GRIT. Aber in der Gesamtleistung wird der Film nicht in die Kinogeschichte eingehen. Zu artifiziell wirken die Umsetzung und die Figurenkonstellation und mit Western hat es auch nicht mehr viel zu tun. TRUE GRIT spielt mit Skurrilitäten und setzt oft auch auf den einfach Lacher im Publikum und wirkt dadurch in vielen Phasen recht konservativ und lehnt sich damit auch an die ebensolche Entwicklung der Coen Brüder in den letzten Jahren an.

Auch das Ende ab dem Schlangenbiss wirkt im Vergleich zu dem vorher Gezeigten relativ hastig und wird im Vergleich zum Buch nur sehr kurz ausgerollt. Schön ist das unwirklich-surreale Ende und der sehr emotionale Abschluss von TRUE GRIT welcher bewusst macht, dass man soeben keinen perfekten, aber einen dennoch recht sehenswerten Coen Film gesehen hat, der zwar bei weitem nicht mein Coen Lieblingsfilm ist, aber der jetzt schon deutlich ihr erfolgreichster wurde. Die 10 Oscar-Nominierungen aus denen keine einzige Prämierung geworden ist, sind aus den oben genannten qualitätseinschränkenden Argumenten schon fast wieder als seherisch zu bezeichnen.

4/5 Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: sehr gutes (HD) Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen, viel Details, gutes Schwarz und räumliche Tiefe
- TON: gut verständliche Dialoge, räumlich wo nötig, nicht oft, aber gute Dynamik, Blu-ray: nur DD 5.1. in Deutsch, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: teilweise in HD (BD): diverse Featurettes, Trailer
- SONSTIGES: FSK 12 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)
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TOP 500 REZENSENTam 10. Mai 2015
Ein 14-jähriges Mädchen will den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringen. Dazu bezahlt sie einen US-Marshall, auf den ist allerdings nicht so richtig Verlass.

Zu den beiden stößt noch eine Texaner, der auch hinter dem Flüchtigen her ist. Das Trio macht sich auf den abenteuerlichen Weg. Werden sie es schaffen, den Mörder seiner gerechten Strafe zuzuführen?

Die Bildqualität ist einer DVD entsprechend sehr gut, der Ton ebenso. Eine Prise Humor ist in dem Film ebenfalls vorhanden.

Zu den Extras der DVD kann ich nichts sagen, weil ich nur die Beilagen-DVD der Zeitschrift "Audio Video Foto" habe. Dort sind keine Extras drauf.

Den Film kann ich empfehlen.
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am 20. Mai 2011
Gestern habe ich "True Grit" gesehen - und ich habe immer noch ein fröhliches Grinsen im Gesicht. Nach längerer Zeit haben es die Coens für meinen Geschmack mal wieder geschafft. Im Moment rangiert "True Grit" in meiner Coen-Brüder-Skala tatsächlich auf Platz 3 hinter "Fargo" und "Blood Simple". Wahrscheinlich wird es von dort nach etwas Bedenkzeit und wenn sich die erste Begeisterung legt wieder durch "O Brother where art thou?" verdrängt. Aber Platz vier dürfte ihm dauerhaft sicher sein. Ja, noch vor "No country for old man" und "The big Lebowski".

"True Grit" ist ein typischer Spät-Western. Eine Geschichte um Sühne und Rache in einem alt gewordenen Westen der alt gewordenen Männer. Es gibt hier eine Verwandtschaft zum grandiosen "Erbarmungslos". Aber wenn Clint Eastwood als Kopfgeldjäger der verbitterte alte Opa ist, um den auf einer Familienfeier alle einen Bogen machen - dann ist Jeff Bridges als verlotterter US-Marshall der schrullige alte Onkel, den die Kinder aufgeregt kichernd umschwärmen, in der Hoffnung, dass er gleich den bösen Wolf spielt.

Kinder ist dann auch das wichtige Stichwort. "True Grit" ist eine liebevolle Western-Hommage, die immer wieder in parodistische Züge abgleitet, ohne dabei ihre Figuren der Lächerlichkeit preis zu geben oder das Drama, das sich hier entfaltet, zu verwässern. Und es ist ein Film, der aus der Perspektive eines jungen Mädchens von 14 Jahren erzählt wird. Mattie Ross hat eben ihren Vater verloren, sein Mörder Tom Chaney ist auf freiem Fuss. Also macht sie sich auf, um einen Revolverhelden zu finden, der gegen Bezahlung Vergeltung übt. Das ist ganz alt-testamentarisch. Und so redet Mattie dann auch über weite Strecken der Geschichte. Ihre Wahl fällt auf den abgewirtschafteten Reuben "Rooster" Cogburn, der seine besten Tage lange hinter sich hat, der sich aber von der Hartnäckigkeit des Mädchens unfreiwillig beeindruckt in die Geschichte hinein ziehen lässt. Und dann stösst noch der jüngere Texas Ranger LaBoeuf hinzu. Gemeinsam geht man auf die Jagd. Am Ende wird der Gerechtigkeit genüge getan. Doch auch Mattie hat hierfür ihren Preis zu zahlen.

Die nassforsche Vierzehnjährige ist die Hauptperson, aus deren Perspektive wir die Geschichte erzählt bekommen. "True Grit" ist ein Jugend-Western. Mattie reist in den Wilden Westen, wie wir uns das über unseren Karl-May-Büchern in jungen Jahren auch erträumt haben. Wenn sich am Anfang von den Gleisen der Eisenbahn der Blick auf die staubige Mainstreet der Westernstadt öffnet, sind wir ganz tief in den Legenden der Pubertät. Die Coens spielen sehr bewusst mit diesem Motiv. Mattie macht eine Abenteuerreise und plötzlich sind wir gemeinsam mit ihr wieder Vierzehn. Natürlich wollen wir ein eigenes Pferd haben. Und selber mal schießen. Und in Begleitung verwegener Haudegen in die Weite hinaus reiten, um die Bösewichter zu erledigen. Das alles werden wir gemeinsam mit Mattie tun. Doch sehr behutsam setzen die Coens gegen diese Bilder kleine "Realität-Schocks": Pistolen sind laut und hinterlassen gemeine Wunden. Gewehre haben einen Rückstoß. Die verwegenen Haudegen sind gescheiterte Säufer mit zweifelhafter Moral, die sich von den Bösewichtern oft nur durch ihr Abzeichen an der Brust unterscheiden. Die Weite ist kalt und ungemütlich. Und unser Pferd nur bis zu einem bestimmten Punkt belastbar. Der Tod kommt hier draußen schnell und grausam, er sieht nicht schön aus und erscheint nur in den seltensten Fällen als gerecht.

Man sieht es schon - den Coens ist hier seit längerem einmal wieder die richtige Mixtur aus Komödie und Tragödie gelungen. Zu den Darstellern kann man nur sagen: Grandios. Hailee Steinfeld ist als Mattie unglaublich präsent und hat hier Drehbuchzeilen spendiert bekommen, die einfach nur traumhaft sind. Matt Damon zeigt als LaBouef für meinen Geschmack seine beste schauspielerische Leistung bisher. Ich habe immer vermutet, dass er eigentlich eine sehr komische Ader hat - hier darf er sie nun endlich mal voll ausleben. Zu Jeff Bridges schließlich müsste man jetzt noch ganze Absätze schreiben. Ich spare mir und Ihnen das und sage einfach nur: Sagenhaft! Allein seine Stimme entfaltet eine derartige Präsenz, dass man einfach nur andächtig auf die Knie sinken möchte, um zu huldigen. Die drei Darsteller liefern sich hier einen Schlagabtausch aus Dialogwitz und Leinwandpräsenz, der auch nach mehrfachem Schauen des Filmes nichts an seiner Durchschlagskraft verliert. Dafür lohnt sich auch der Kauf für die Heimsammlung.

Hinzu kommt das gewohnt qualitätsvolle Regiehandwerk der Coens. Kamera, Farben, Ton, Maskenbild, Kostüme und Bauten - alles makellos. Ein sehr guter Soundtrack aus Gospel-Nummern. In Sepia gehaltene Bilder einer winterlichen Natur. Und als Höhepunkt des Filmes ein unvergesslicher Ritt von Cogburn mit der verletzten Mattie unter einem sternenübersähten Himmel, der für mich zu den magischsten Leinwandmomenten der letzten Jahre zählt. Selbst jetzt beim Schreiben läuft mir ein Schauer über den Rücken. Muss man gesehen haben!

Ist ein langer Text geworden. Entschuldigung dafür. Besorgen Sie sich diesen Film! (Und schauen Sie ihn unbedingt in Englisch - auch wenn Sie mit Sicherheit die Untertitel benötigen werden.) Ganz großes Kino.

Wenn ich so darüber nachdenke: Doch auf Platz 3.
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am 16. Juni 2016
„True Grit“ ist ein etwas anderer Western. Die Story wurde schon in den 60er Jahren mit John Wayne verfilmt.

Inhalt:
Nachdem ihr Vater ermordet wird, engagiert die 14-jährige Mattie den alkoholkranken Marshal Cogburn (Jeff Bridges), um den Täter Chaney zu finden. Gemeinsam mit ihm und einem Texasrancher LaBoeuf (Matt Damon), der ebenfalls hinter Chaney her ist, machen sich die drei auf die gefährliche Suche in die Wildnis.

Großartig besetzt mit Matt Damon und Jeff Bridges. Hailee Steinfeld spielt die Rolle der Mattie frech und witzig. Ein Western, in dem ein Mädchen die Hauptrolle spielt. Sehr sehenswert. Allerdings war ich vom Ende des Filmes etwas enttäuscht. Von mir erhält der Film die Note sehr gut.
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am 9. Februar 2012
Ja, so muss der Westen wohl ausgesehen haben. "True Grit" begeistert mich daher vorwiegend durch die unglaublich authentisch wirkende Ausstattung, bei der bis ins kleinste Detail alles perfekt die damalige Zeit atmet. Ob es die Kleidung ist, die rauhen Gestalten mit ungewaschenen Gesichtern, die Waffen oder vieles anderes: so kennt man es aus historischen Büchern und fast ist es so, als lässt "True Grit" einen dieser Folianten wieder lebendig werden. Cowboyhüte sehen nicht nach Bonanza aus, Colts rotieren nicht um den Finger sondern sind sackschwere Schieß-Eisen, Frauen sind ungeschminkt, auch die Guten haben schlechte Zähne und statt wilder Hetzjagden über die Prärie beherrschen lange, ruhige Ritte den Tag. Und auch die Story von "True Grit" hat genau so viel Gewaltanteil, lässt sich für ihre Entwicklung genau so viel Zeit, wie es für den realen Alltag im Westen realistisch erscheint. Der eher sporadischen Anwendung von Gewalt gehen weite Wege und Überlegungen voraus, es wird nicht eben mal schnell irgendwo hingeritten und herumgeballert. Sehr angenehm zu sehen, wie hier lobenswerterweise auf sämtliche Western-Stereotype und -Klischees verzichtet wurde zugunsten des authentischen Abbildes einer Epoche. Dafür fünf Sterne!

Dieselbe Zahl verdienen die Akteure, ob Haupt- oder Nebenrolle. Da ist kein Part dabei, der schlecht besetzt oder unglaubwürdig gespielt ist. Besonders klasse ist Jeff Bridges als abgehalfterter Marshal mit vom Wetter gegerbten Gesicht und vom Leben gezeichneten Äußeren. Kaum besser als die Gauner, die er jagt, erinnern seine trockenen Sprüche so manches mal an den "Dude" und man merkt spätestens dann, dass dies ein Film der großartigen Coen-Brüder ist. Wenn auch ohne die gewohnten skurrilen Momente und durch die vorgegebene Anlehnung an eine Romanvorlage weniger schräg experimentell wirkend, mehr auf das Dokumentarische bedacht. Ganz ohne deja vu geht es aber dann doch nicht ab, ähnelt der dicke Cowboy in der Hütte doch prägnant einem aus "The Big Lebovsky" bekannten Bowlingspieler ("mark it zero").

Weitere fünf Sterne verdienen die erstklassige Kameraführung mit wunderschönen Landschaftstotalen und Innenraumaufnahmen sowie das knackig scharfe Bild, durch das man sich an vielen kleinen Details von Kleidung, Waffen usw. erfreuen kann. Der Ton ist auch ohne Tadel, wenn er auch aufgrund nicht vorhandener Effektorgien dezent im Hintergrund bleibt.

Warum dann aber letztlich nur drei Sterne? Weil der Vorteil der Geschichte, sich Zeit zu nehmen und authentisch statt actiongeladen daherzukommen, auch ihr Nachteil ist. Sie hat ihre Längen und wird manchmal gar fast ein wenig langweilig. Was in 110 Minuten Handlung passiert, lässt sich in zwanzig Sekunden zusammenfassen und ist auch nicht so spannend dargeboten, dass man ständig mitfiebert, wie es weitergeht. Alles hat seinen ruhigen Fluss, baut sich ohne Hektik auf, kumuliert nur am Ende einmal in so etwas wie einen Showdown. Ein wenig mehr "Pfeffer" hier und da hätte dem Film meines Erachtens in diesem Punkt gut getan, ein paar spannenden Höhepunkte mehr in der Filmmitte wären zuträglich gewesen. So scheint alles eher etwas dahin zu plätschern und der Quotient "Action pro Filmminute" fällt halt sehr gering aus. Nun ja, aber so war er wohl, der wilde Westen, dessen Alltag sicher auch voller gar nicht so wilder Stunden war. Ob die fehlende Dramatik nun gut oder schlecht ist für die eigene Unterhaltung, möge jeder für sich entscheiden. Mir jedenfalls hat etwas der Schwung gefehlt und ein sich konstant steigernder Spannungsbogen.

Fazit: als Western ein ganz großartiges und stimmiges Zeitgemälde, toll fotografiert und voller erstklassiger Bilder. Beeindruckende Schauspielerleistungen, aber eine in Sachen Spannung etwas schwächelnde Geschichte. "True Grit" ist sehr nah am älteren Vorgängerfilm mit John Wayne, der in Jeff Bridges einen mindestens ebenbürtigen Nachfolger gefunden hat. Einen deutlichen Unterschied fand ich nur darin, dass in der Wayne-Fassung der Krebskrankheit der Hauptfigur weit mehr Gewicht geschenkt wird - vielleicht bewusst durch die reale Krebserkrankung John Waynes, dessen letzter Film vor seinem Tod es werden sollte. Durch seinen knochentrockenen Realismus, der ein ungeschöntes Fenster in eine andere Zeit öffnet, finde ich persönlich aber "True Grit" noch einen Tick besser und stimmiger als den Erstling. Nicht unbedingt ein typischer Coen-Film, aber doch erkennbar mit eigener und spürbar guter Regie-Handschrift.
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