Zur Fernsehserie True Blood kann ich mich nicht äussern, dafür kenne ich sie bisher viel zu wenig. Der Comic aber ist sehr vielversprechend. Nicht so schräg wie Preacher von Garth Ennis, aber mindestens so cool wie American Vampire von Scott Snyder. Meilenweit entfernt von Twilight und näher an Dracula. Alan Ball und Joachim Körber finden sehr treffende Worte zu diesem Werk. Sinngemäß sagen sie: bei True Blood sind Vampire endlich wieder bedrohlich und sexy und keine gelangweilten, erzkonservativen Emo-Kids wie in den Twilight Werken, in denen Vampire im Mondlicht glitzern.
True Blood beschränkt sich nicht auf Vampire. Bereits im ersten Band der Comic-Reihe werden neben der Kellnerin Sookie auch noch ein Formwandler und ein indianischer Geist vorgestellt. Dieser Imp Shaloop ernährt sich trotz seiner bedrohlichen Beisser und seinen schrecklichen Tentakeln nicht unbedingt von Blut, sondern von der Scham anderer Kreaturen. Wenn nicht jeder der Anwesenden in Merlotte's Bar & Grill sein düsterstes Geheimnis preisgibt dann wird keiner von ihnen das Morgengrauen erleben.
Stopp den Tierversuchen, Verständnis für Homosexualität, Emanzipation - die Themen in diesem Comic lesen sich wie die Forderungen von jungen Demokraten. Wähler von Sara Palin und George W. dürfte True Blood schwer aufstossen. Die Twilight Saga sieht im Vergleich zu dieser sehr gut erzählten Geschichte noch viel blasser aus als ohnehin schon. Die Zeichnungen entsprechen dem was das Cover des Albums bereits zeigt. Sookie sieht also ihrem Gegenstück aus der TV-Serie sehr ähnlich. Ein erwachsener, sehr sinnlicher und spannender Comic!
148 Seiten, Softcover mit Faltcover, Farbe, Autor: Alan Ball mit Kate Barnow & Elisabeth Finch, Zeichner: David Messina, Übersetzung: Joachim Körber, Einleitung von Alan Ball, Vorwort von Joachim Körber, Extras: Cover-Galerie, IDW/Panini 2011