Man mag von Stephen Kings bis heute einzigem Ausflug ins Regiefach halten, was man will. Fakt ist jedoch: So schlecht MAXIMUM OVERDRIVE (dt. RHEA M - ES BEGANN OHNE WARNUNG) objektiv auch sein mag (subjektiv ist er imo spaßiger Actiontrash, der bestens unterhält), dieses kanadische TV-Remake ist nochmal um einige (so ca. 100) Klassen schlechter. Was hier an stumpfsinnigem Schwachsinn abgeht und dem Zuschauer allen Ernstes als "spannende" Unterhaltung verkauft wird, ist mit Worten eigentlich nicht mehr zu beschreiben.
Nur einige "Highlights":
Ein Tanklastzug mit einer ultragefährlichen Chemikalie rast in eine Transformatorenstation und explodiert. Das abgelegene Kaff Luna wird dadurch vom Rest der Welt abgeschnitten.
1. Der Truck ist ein Militärfahrzeug (zumindest trägt der Fahrer Tarnuniform), hat angeblich ultragefährliches Zeug geladen, fährt aber völlig ohne Begleiteskorte. Nichtmal einen Beifahrer gibt's.
2. Hat Luna nichtmal 'ne Durchgangsstraße, oder was? Wie wäre es mal damit, in der vom Unfallort entgegengesetzten Richtung aus dem Kaff abzuhauen?
3. Im Fernsehen wird laufend darauf hingewiesen, wie hochgefährlich das aus dem Truck ausgetretene Zeug ist, und dass man besser im Haus bleiben soll. Scheint in Luna aber keine Sau mehr zu interessieren. Selbst die Post wird ganz regulär ausgetragen.
4. Zum X-ten Mal: Die Chemikalie ist das absolut obergefährliche Horrorzeug, eine ganze Stadt ist von der Außenwelt abgeschnitten, eine ganze Region verseucht. Aber alles, was zur Beseitigung dieser Umweltkatastrophe anrückt, ist ein einziges (!!!) Fahrzeug mit zwei (!!!) Männern, von denen einer aussieht als wäre er ein abgehalfterter Ex-Knackie auf dem Weg zum nächsten Bruch. Wie ein Experten zur Beseitigung hochgiftiger Chemikalien sieht der jedenfalls nicht aus.
Des Weiteren wird uns hier doch tatsächlich ein Spielzeuglaster gezeigt, der einen Briefträger zu Mus fährt, ein gasgefüllter Schutzanzug (eher ein dürftig in Anzugform zusammengetackerter Müllsack, in dem deutlich sichtbar ein Mensch steckt), der einen Mann mit einer Axt erschlägt, und ein Elektriker, der dank seines sich verselbständigenden Kranwagens an einem Sicherungskasten geröstet wird, den er gerade reparieren wollte (öhm, stellt man nicht eigentlich vorher den Strom ab, bevor man sowas macht?). Briefträger und Elektriker haben mit dem Rest der Handlung im Übrigen nicht das Geringste zu tun, sondern dienen lediglich als Füllmaterial, um ein bisschen Blut zu verspritzen und den Film notdürftig auf 90 Minuten zu strecken.
Den Darstellern in diesem Machwerk war offensichtlich nichts peinlich. Die knallchargieren durch die Bank vor sich hin, als hielten sie die oberpeinlichen Dialoge, die sie einen auf den anderen aufsagen müssen, tatsächlich für plausibelen Gesprächsstoff. Hab ich schon das ständige Geschwafel über Area 51 erwähnt?
Wobei wir hier eh nur die übliche Zehn-kleine-Negerlein-Kohorte an Klischeefiguren haben, wie sie dümmer und einfallsloser kaum sein könnte. Obertumbe, mit weit offener Schnauze Kaugummi kauende Truckertölpel inklusive.
Angeblich war TRUCKS tatsächlich als Pilotfilm zu einer Serie gedacht (darauf deutet auch das offene Ende hin), die dann aber (Gott sei Dank!!) nie gedreht wurde.
Bildqualitativ sieht die DVD-Neuauflage von HDMV zwar ganz gut aus. Aber die Frage, welcher Oberhonk mal wieder die Idee hatte, einen ursprünglich in 4:3 (TV-Produktion der späten 90er) gedrehten Film auf 16:9 abzumatten, hätte ich dann doch ganz gerne mal beantwortet. Man merkt dem Bild die Beschneidung nämlich mehr als einmal deutlich an.
Tonspurentechnisch sind die lahme deutsche Synchro in DD 2.0 und 5.1 (blecherner, unnötiger Upmix) sowie eine englische Sprachspur in DD 2.0 vorhanden. Sogar für deutsche Untertitel hat's gereicht.
Im Bonusmaterial gibt's den deutschen und englischen Trailer zum Hauptfilm sowie die gut 40-minütige, recht interessante Doku STEPHEN KING: FEAR, FAME AND FORTUNE, einem Beitrag aus der BIOGRAPHY-Serie des amerikanischen Arts and Entertainment Network (Engl. mit dt. Untertiteln).
Ein Wendecover, um den FSK-Flatschen verschwinden zu lassen, ist vorhanden. Die Innenseite zeigt ein alternatives, gezeichnetes Covermotiv.