Nach etlichen guten Platten und einer immensen Vielzahl von Konzerten gingen die Mitglieder der hawaiianischen Band Chokebore 2003 erst einmal getrennte Wege, um zu verarbeiten, dass man sich Jahre lang zu sehr auf der Pelle hockte.
Ein Vollblutmusiker wie Troy von Balthazar kann natürlich trotzdem nicht einfach untätig rumsitzen,sondern nutzt die Chance dazu,mal sein eigenes Ding durchzuziehen. So nahm er 2-3 EPs auf (die in Deutschland nicht zu bekommen sind) und völlig allein (abgesehen von 2 ruhigen Hintergrundgastsängerinnen) diesen Longplayer von 2005,der mit einem Jahr Verspätung dann auch hier erhältlich war.Dieser war sogar in Berlin und Leipzig teilweise aufgenommen worden, teilweise aber auch in L.A. und in Frankreich. Hatte sich Chokebores Musik auch schon zum Ruhigeren entwickelt, so ist sein Solowerk noch viel stiller geworden als Fans sowieso schon erwartet hätten. Den Hörer erwarten nach einer nervigen Einleitung 15 minimalistische und fragile Songperlen mit einer Laufzeit von 43 Minuten,die größtenteils akustisch vertont sind und die zum Träumen verführen. Troys Singstimme eignet sich hierbei für den Sound genau so gut wie für die frühen rauhen Punksongs seiner Band- er ist einfach total vielseitig und variabel. Es würde mir schwerfallen, Lieblingssongs auszusuchen,alle sind fantastisch. Auffällig ist auch, dass sein depressives Image einer positiven Leichtigkeit gewichen ist, die zeigt, dass Troy mit sich im Reinen ist. Das war beileibe nicht immer so. Troy wird uns also glücklicherweise erhalten bleiben. Sein Zweites reguläres Album erscheint in einer Woche, und Chokebore sind auch wieder im Studio. Man darf gespannt sein.