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Produktinformation
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Volker Braun wurde 1939 in Dresden geboren. Nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte, arbeitete er von 1957 bis1960 in einer Druckerei in Dresden, beim Tiefbau-Kombinat Schwarze Pumpe und absolvierte einen Facharbeiterlehrgang im Tagebau Burghammer. Von 1960 bis 1964 studierte er dann Philosophie in Leipzig und zog nach dem Ende des Studiums nach Berlin, wo er bis 1966 als Dramaturg am Berliner Ensemble arbeitete. Von 1977 bis 1990 arbeitete er am Berliner Ensemble. Im Wintersemester 1999/2000 erhielt er die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel. Braun erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Büchner- Preis im Jahr 2000 und den ver.di-Literaturpreis 2007. Volker Braun lebt heute in Berlin.
1939
Geburt in Dresden
1957/58
Druckereiarbeiter in Dresden, nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte
1958/59
Tiefbauarbeiter im Kombinat Schwarze Pumpe
1959/60
Facharbeiterlehrgang, Maschinist für Tagebaugroßgeräte im Tagebau Burghammer
1960-1964
Studium der Philosophie in Leipzig
1964
Erich-Weinert-Medaille
1965
Nach Beendigung des Studiums Umzug nach Berlin, Heirat; Geburt einer Tochter
1965/66
Dramaturg am Berliner Ensemble
1971
Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR
1972-1977
Mitarbeiter des Deutschen Theaters Berlin
1970
Mitglied des PEN-Zentrums der DDR
1973
Mitglied im Vorstand des Schriftstellerverbandes
1977-1990
Mitarbeiter am Berliner Ensemble
1977
Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
1980
Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste, Berlin DDR
1981
Lessing-Preis des Kulturministers der DDR
1983
Mitglied der Akademie der Künste der DDR
1986
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen
1987
Mitglied im Präsidium des Schriftstellerverbandes
1988
Nationalpreis 1. Klasse
1989
Berliner Preis für deutschsprachige Literatur
1990
Mitglied der Akademie der Künste Berlin (West)
USA-Aufenthalt
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt
Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik (Ost-PEN)
1991
im Beirat der Zeitschrift "Sinn und Form"; Kuratoriumsmitglied der Literaturwerkstatt Berlin
1992
Schiller-Gedächtnis-Preis des Landes Baden-Württemberg
1993
Gast der Villa Massimo in Rom; Mitglied der (gesamtdeutschen) Akademie der Künste, Berlin
1994
Gast der University of Wales
1996
Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden
Poetikvorlesung an der Universität Heidelberg
Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
Deutscher Kritikerpreis
1998
Erwin-Strittmatter-Preis des Landes Brandenburg
Hans-Erich-Nossack-Preis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft BDI
1999
Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel im Wintersemester 1999/2000
2000
Büchner-Preis
2005
Goldener Schlüssel der Stadt Smederevo
2007
ver.di-Literaturpreis 2007
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Bei ihrem Gang durch Berlin nach der Wiedervereinigung zeigt Braun die sowohl positiven als auch negativen Veränderungen in der Stadt (zum Beispiel das Anlegen von Fußgängerzonen, neue Läden und Restaurants, das Aufkommen von Prostitution, leerstehende Fabriken). In dem Dialog verarbeitet Braun mit großem Sarkasmus viele Probleme der Nachwendezeit, wie zum Beispiel die Zerstörung von Betrieben durch die Treuhand, die immer größer werdende Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und aufkommende Ausländerfeindlichkeit. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf fiktive Ereignisse, sondern nennt auch Zitate. So gibt er unter anderem bezüglich der Ausländerfeindlichkeit ein Zitat von Thierse an: "Wir Ostdeutschen müssen erst langsam lernen, mit Asylanten und Ausländern umzugehen." (S. 76) und stellt dem den Ausspruch Gysis "Was muß ich denn lernen, um zu wissen, daß man Mitbürger nicht anzündet?" (S. 76) gegenüber.
Somit wird der Dialog zu einer Aufzählung der Fehler, die von ostdeutscher und von westdeutscher Seite während und nach der Wiedervereinigung gemacht wurden.
Durch viele Wortspiele gibt Volker Braun Denkanstöße, entlarvt auf ironische Weise schonungslos herrschende Mißstände und setzt sich mit der neuen Ideologie auseinander. Als Beispiel dafür sei nur die Auseinandersetzung mit solch verharmlosenden Begriffen wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber genannt: "Die Arbeitnehmer heißen Arbeitnehmer, weil sie die Arbeit geben. Die Arbeitgeber sind Arbeitgeber, weil sie die Arbeit nehmen. Das ist logisch." (S. 17)
Im Anschluß an das Streitgespräch setzt Braun noch eine Reihe kurzer Erzählungen, die als Ergänzung zur Vertiefung des Themas dienen.
Volker Braun ist es auf beeindruckende Art gelungen, sich mit ostdeutschen Problemen auseinanderzusetzen und seinen Standpunkt klar zu vertreten. Dabei geht es ihm vor allem um die Beantwortung der Frage, wohin die neu gewonnene "Freiheit" der Menschen in den neuen Bundesländern führt und führen kann.
Meiner Rezension lag folgende Buchausgabe zugrunde: Braun, Volker: Der Wendehals. Eine Unterhaltung, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1995, 125 S.
Über andere Gedanken und Hinweise, die an meine oben genannte E-Mail Adresse zu richten sind, würde ich mich sehr freuen.
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