Produktinformation
|
|
Zehn Soloalben wären durchaus würdiger Anlass zum Feiern. Im Falle Funny van Dannens eher in Form eines Dienstjubiläums anstatt einer Gala, denn Promigehabe ist ihm zutiefst zuwider. Ebenso der gern auf ihn gemünzte Begriff Liedermacher und die damit verbundenen Vorstellung von Betroffenheitslyrik. Dienstjubiläum anstatt Gala auch deshalb, weil sein Wirken niemals von oben herab kommt, und zwar gleich in doppelter Hinsicht nicht. Erstens ist sein Auftreten bei aller Bissigkeit bar jeder Arroganz, und zweitens kokettiert er trotz stetig zunehmenden Erfolgs niemals mit der Rolle der Rampensau in luftiger Höhe umjubelter Großbühnen; -ich da oben, ihr da unten. Vielmehr sind seine intimen Auftritte Arbeit an der Basis und finden stets auf Augenhöhe mit dem Publikum statt. Wer bereits das Glück hatte, Funny van Dannen einmal live zu erleben, weiß um dessen Fähigkeit ein Publikum zu unterhalten, und zwar nicht etwa mit den einfachsten, sondern den kompliziertesten und aufwändigsten Mitteln die es gibt; nämlich Geist und Witz, sowie eine gehörige Portion Chuzpe. Sein neues Album Trotzdem Danke bildet darin keinerlei Ausnahme, mit seinen 24 Songs in schlichter Gitarrenbegleitung, die sich um die Skurrilitäten des stinknormalen Alltags drehen. Sie sind nicht nur einfach hörenswert, sondern zuhörenswert, eine Eigenschaft, die sie mit den besten Stücken von Max Goldt, Andreas Dorau und wohl auch Peter Licht vergleichbar macht. Noch etwas teilt Funny van Dannen mit besagten Herren: die Abscheu vor Gutmenschen und die Liebe zu Ironie und Wortwitz. Das hat ihm oft und irrtümlich die Einordnung in die Blödelecke von Kleinkunst und Kabarett eingetragen. In Wahrheit erweckt Funny van Dannen auf Trotzdem Danke das längst tot geglaubte Genre des Protestsongs zu neuem Leben. Seine Stücke sind ein Aufbegehren gegen gesellschaftliche Phänomene, wie das Verhalten von Müttern (Mütter ändern sich nie, sie sind das beste Mittel gegen Utopie) oder Liebende und ihre blutleeren Vernunftentscheidungen, die in ihrem haushälterischen Kalkül jeden Ansatz unvorhergesehener Leidenschaft im Keim ersticken. (Das ist moderne Liebe, sie setzt das Glück nicht aufs Spiel, das ist moderne Liebe, sie will nie zu viel). Eine Art Uferbegradigung, die dem breiten Lebensfluss seine Stromschnellen nimmt und ihn stattdessen zu einem träge fließenden aber dafür umso bequemer zu befahrenden Gewässer verwandelt. Für all den täglichen Wahnsinn sagt Funny van Dannen Trotzdem Danke und verfasst stattdessen ein brillantes Plädoyer für mehr Mut, sich an das Leben zu verschwenden und gegen allgemein fortschreitende Verblödung vorzugehen. Andreas Schultz
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Neue Töne - doch einfach Funny.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Trotzdem Danke (Audio CD)
Was heißt hier "trotzdem" - kein Grund, sich für etwas zu entschuldigen Herr van Dannen. Das neue (wohl das zehnte) kommt gepflegt und schön daher wie eh und je und ist doch irgendwie anders.Instrumente sind nicht neu auf einem Funny-Album und ihr Vorhandensein stört keineswegs. Einige wenige Lieder wirken etwas uninspiriert - doch die große Masse sticht einmal mehr durch die fantastische Beschreibung des Trivialen hervor oder, und das gefällt umso mehr, ist gesellschaftskritisch oder fast richtig politisch. So lob ich mir meinen Funny. Vier Punkte - nur weil es schon bessere Alben von ihm gab. Aber auf der Welt sind fast alle Alben schlechter - viel schlechter! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
21 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Trotzdem: Danke,
Rezension bezieht sich auf: Trotzdem Danke (Audio CD)
Trotzdem: Danke, dass es mal wieder eine Neue gibt auch wenn sie diesmal doch etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt. Was schon bei den letzten Alben andeutungsweise zu merken war: Funny hat sich mit dieser Scheibe in die Reihe der beliebigen Liedermacher eingereiht. Sicher es gibt ein zwei Highlights bei denen die Texte noch an den Witz und die Überraschung der alten Scheiben heranreichen aber der Rest ist einfach "Liedermaching". Vielleicht muss das so sein nach 10 Alben. Funny selbst sagt ja in diversen Interviews dass er lieber Bilder malt. Vielleicht ist auch einfach die Luft raus. Beim Hören dieser Scheibe kann man jedenfalls froh sein dass diese nicht als seine Erste erschienen ist. Ich fand sie ziemlich enttäuschend, die Texte beliebig und uninteressant. Die Gitarre klappert, der Sound ist was für Puristen und die Tatsache dass drei Stücke in Folge mit dem gleichen Pfeifen anfangen zeugt nicht gerade von Sorgfalt bei der Titelauswahl und Gestaltung dieser CD. Ich werde sie mir nicht noch mal anhören und kann nur empfehlen als Einstiegsdroge eine der frühere CDs zu kaufen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|