Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Irgendwas Core, 4. August 2009
Als ich neulich mal wieder beim Musikhändler meines Vertrauens unter Hard and Heavy gestöbert habe viel mir The Tropic rot in die Hände. Ich fand das Cover interressant und erinnerte mich den Bandnamen schon mal gehört zu haben. Auch den Begriff Metallcore hatte ich kurz im Hinterkopf. Mit dem haben Poison the weel allerdings nicht mehr viel zu tun, obwohl sie ja scheinbar mit zu den Begründern dieses Genres gehören.
Sicher, leicht zu verdauen ist die Musik auf The tropic rot nicht unbedingt und mann sollte schon was mit krachenden Gitarren und fiesem gekreische seitens des Sängers anfnagen können.
Trotzdem kochen Poison the well ihr ganz eigenes Süppchen. Die Gitarren bewegen sich meist abseits der für Metall typischen Spielweise. Sie weben einen dichten leicht dissonanten Teppich der immer wieder von melodischen Texturen durchzogen wird. Vieleicht kommt daher auch die Bezeichnung Postcore der für die Musik von Poison the well oft verwendet wird. Die Rythmusabteilung ballert zu jederzeit kraftvoll, technisch auf höchstem Niveau, aber mit Maß und Ziel durch die Songs.
Und wie sieht es mit dem Gesang aus der ja bei der meisten Musik immer das Zünglein an der Waage ist? Also ich mag ihn, von teilweise wirklich schmerzhafte Intensität erreichenden Schouts bis hin zu den überraschend fragil aber trotzdem karftvoll klingenden cleanen Gesangparts passt hier alles.
Obwohl die Band nie zu komplexe Songs baut ist der Anspruch an ein Songwirting ausserhalb des chartkompatiblen Formats immer zu erkennen.
Es gibt durchaus recht eingängiges Material auf The Tropic rot, der Opener "Exit Underground" mit seinem in Sachen Tempo gemäßigten Aufbau und einem richtigen catchy Chorus ist genau deswegen auch so ein perfekter wie selbstbewußter Einstieg.
Im weiteren Verlauf wird allerdings mehr als einmal experimentiert. Das fängt mit dem leichten "Southern Rock" Einschlag bei "Sparks it will rain" und "Cinema" an wird über düstere sphärische Soundszenarien "Pampelmouse" fortgesetzt und gipfelt schließlich in den Akustikgitarren und Bongos von "When you loose i loose as well" oder dem latino Einschlag im wirklich monströsen Track "Without you an one other i am nothing".
Wenn mann es dann noch schaft mit Songs wie "Who doesent love a good dismemberment" oder "Antarctica inside me" Melodien zu verwenden die eine Qualität erreichen die ich eigentlich nur von den Deftones kenne und dermaßen an die Seele gehen steht der Höchstnote nichts mehr im Weg. Selbst die zwischenzeitliche Rückbesinnung auf alte Werte wie in "Clebrate the pyre" oder "Makeshift clay you" zwei Nummern die in gesteuerter Wut auf den Zuhörer einprügeln wirkt nicht gekünstellt.
The Tropic Rot ist seit langem mal wieder eine Platte aus dem modernistischen Heavybereich die Herz und Hirn auf hohem Niveau vereint, ganz große Leistung.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The vultures will soon be here to carry us home., 14. August 2009
Jahrelang mussten Poison the Well das generelle Scheitern akzeptieren, an ihrem eigenen Meisterwerk <The Opposite of December> gemessen zu werden. <Tear from the Red> und besonders <You come before you> gingen zwar musikalisch schon einen etwas anderen Weg, die Unterschiede waren jedoch zu gering um aus dem Schatten des Vorgängers hervorzutreten.
<Versions> war der Stilwechsel und der Ausbruch aus der Metalcore-Schublade ...und leider war das Album ganz großer Müll.
Schon oft habe ich miterlebt, wie sich Bands auf der Suche nach einem neuen Sound selbst begraben (man erinnere sich an This Day Forward) und ich hatte mit keinem neuen Release mehr gerechnet und auch mein Interesse an der Band fiel gegen Null.
Sehr überraschend kam für mich somit das Erscheinen von <The Tropic Rot>. Und um so überraschender war es, dass die Scheibe ganz große Klasse ist. Verschiedenste Stilrichtungen vom Rock bis zum Hardcore wurden zu einem großartigen Ganzen zusammengesetzt, von atmosphärisch dichten Klängwolken bis zur Gitarrenwand, von feinen Gesangspassagen im 30er Jahre Stil bis hin zu geshouteten Strophen.
Streckenweise bieten sich Vergleiche mit der aktuellen Underoath-CD an, jedoch sind PTW hier niemals so eintönig. Perfekt eingestreute Geschwindigkeitswechsel, melodiöse Zwischenteile, und der Wechsel von Gesang und Shouts ergeben das wohl abwechslungsreichste und vielseitigste Post-Hardcore Album aller Zeiten.
<Celebrate the Pyre> lässt sogar alte Zeiten wieder aufleben, so kraftvoll und wütend habe ich die Band zuletzt 1999 gehört.
<Without you and one other> hingegen ist ein schöner Song, um die Vielseitigkeit kennen zu lernen, also ein klarer Anspieltipp.
Ihr habt es wahrscheinlich schon gemerkt, bei solch einer CD tut man sich mit einer Rezension schwer, da die passenden Schubladen nicht vorhanden sind. Ebenso schwer kann man eine Empfehlung aussprechen, wer sich mit der Scheibe befassen sollte.
Aufgeschlossene und experimentierfreudige Hard'n'Heavy-Fans sollten auf jeden Fall mal reinhören, ebenso all jene, die zur Jahrtausendwende ihre Jugend mit Poison the Well's Musik verbracht haben und nun mit der Band gereift sind ...und natürlich alle, die <Nerdy> seit Jahren als Rufton auf ihrem Handy haben.
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5.0 von 5 Sternen
Aus dem Schatten 99, 28. Oktober 2009
Poison The Well ist ein perfektes Beispiel, wie man sich ein Eigentor schießen kann. Ihr Debütalbum 1999 war so brilliant, so genial, dass es quasi unerreichbar ist. Als Wegbereiter irgendeiner neuen Coreschiene, deren Bezeichnung absolut niemand braucht, weil sowieso egal, wird eigentlich alles aus diesem Bereich mit The Opposite of December verglichen, irgendwie zurecht. So scheiterten die drei Kernmitglieder auch ein Stück weit immer wieder an ihrer eigenen Platte, wenn was neues von der Band kam. Obwohl ich auch Tear From The Red und You Came Before You sehr schätze blieb ihr 99er Werk meine absolute Lieblingsplatte der Band.
So wollte ich mich erst überhaupt nicht mit der neue Scheibe beschäftigen, tat es aber letzlich doch, denn schließlich muss man ja seinen Horizont erweitern.
Das erste was nach dem ersten Durchhöhren auffällt, ist der Fakt, dass man das Album öfters anhören muss, um es zu durchsteigen.
Die ersten Sekunden deuten es an und die weiteren Minuten bestätigen es: Auf dem Album geht es sehr düster, sehr dicht zu.
Am Songwriting gibt es absolut nichts zu kristisieren, dass Album bildet eine spitzen Einheit, ohne das jedes Lied irgendwie gleich klingen würde. Technisch braucht man auch gar nichts zu sagen, sehr abwechslungsreiches Album, die Gitarrenarbeit ist sehr stark, mal rießen Wände und mal auf das richtige Maß zurück gefahren.
PTW schafft es sich erfolgreich von The Opposite of December zu lösen, denn die beiden Alben können meiner Meinung nach nich verglichen werden. Mit Tropic Rot schlagen die 5 Jungs eine weit andere Richtung ein, experimenteller, unkonventioneller und auch ein Stück reifer.
Es ist schwierig für das Album eine Empfehlung auszusprechen, da nicht jedem der Charakter des Albums liegen wird, der schon sehr eigen ist. Ich würde es nicht als "depressiv" bezeichnen wollen, aber vielleicht mit "schwer". Man sollte vorher reinhören, bevor man es sich kauft. Mit Sicherheit kann man aber sagen, dass PTW zurück aus dem Land der Orientierungslosen Soundsuche zurück sind und sich mit einem Paukenschlag zurückmelden. Sie können es doch noch!
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