ich kann mich den worten meines vorredners leider nicht anschliessen. die art wie ozon den stoff der "komödie mit pseudotragischem ende" verfilmt konnte mich nicht überzeugen.
das stück tropfen auf heisse steine erzählt von dem jungen franz meister, der sich vom charismatischen leopold bluhm in seine wohnung einladen lässt und schon in der ersten nacht mit ihm ins bett geht. franz ist nicht schwul, ihn fasziniert der mensch leopold, seine freundin anna verlässt er ohne darüber nachzudenken und stürzt sich ins sexuelle abenteuer. diese sexualität ist nach einem halben jahr beziehung franz und leopold das einzige, was die beiden noch zusammenhält. leopold hat sich franz gefügig gemacht, er beherrscht ihn. die liebe, die bei fassbinder immer der abhängigkeit gleichkommt, wird immer nur zelebriert, aber nie gelebt. franz sagt, er liebt leopold, liebt aber eher die rolle des opfers, in die ihn dieser gebracht hat. (fassbinder: "jedes opfer sucht sich seinen täter selbst"). in leopolds abwesenheit taucht anna auf, franz und anna "verlieben" sich erneut, nun ist anna das opfer und franz regiert (im bett- er hat einiges von leopold gelernt). die beiden werden von leopold und vera (ein langjähriges anderes opfer leopolds) überrascht und die komödie geht langsam aber sicher über in sein pseudotragisches ende, das hier nicht verraten werden soll. soviel grob zur handlung.
ozon vertraut nicht dem stoff fassbinders, der diesen text schrieb als er 19 jahre alt war, er versucht ihn spannender, witziger, intelligenter zu machen. und das funktioniert meines erachtens nicht. so pur und einfach wie fassbinder schreibt, bräuchte es bei einer verfilmung keine jumpcuts, keine clownesken einlagen, sowieso keine schlecht recherchierten deutschen (bayerischen??) verhaltensweisen und vor allem, und da liegts!, müsste man die figur vera, die in fassbinders original sich aus liebe(!) zu leopold "lediglich" einer schönheitsoperation unterzieht, nicht als umoperierten mann auftreten lassen. dieser kurze auftritt veras, der letzte tropfen, der franz offen die ausweglose liebe zeigen soll (,das fass zum überlaufen bringt!), ist bei ozon gleich selbst ein ganzes fass, ja eine wanne die er dann auch sofort mitsamt dem kinde darin ausschüttet.
zu wenig vertrauen in den stoff macht den film schwach.
die drei sterne trotzdem für gute schauspieler und den versuch, fassbinders texte am leben zu erhalten.