Leonie, eine Ärztin, die ihren Beruf im Krankenhaus aufgegeben hat, um eine Privatpraxis, in der sie ihre Patienten durch Akupunktur heilen will, zu eröffnen, besucht eine Theateraufführung in der Balver Höhle. Während der Schüleraufführung ereignet sich ein Mord und Leo wird sofort hinter die Bühne gerufen. Von diesem Zeitpunkt an ist sie unmittelbar in diesen und die darauf folgenden Mordfälle verwickelt. Wir begleiten die Heldin auf ihrem Weg durch die angrenzenden Wälder, die Stadt und andere Schauplätze. Nicht nur die Beschreibungen der Fundorte der Leichen, sondern auch die ihres Eigenheims, tragen dazu bei, dass man sich ohne weiteres in die Geschichte hinein versetzen kann. Was den Roman noch interessanter macht, sind die kleinen chinesischen Weisheiten, die Leonie immer wieder durch den Kopf gehen und völlig unscheinbar in den Handlungsablauf eingeflochten sind: „Aus der Vision der Freiheit kann Furcht entstehen. Es gibt wahrscheinlich nichts, was die Menschen mehr fürchten als die Einsamkeit. Aber man sollte dieses Gefühl zulassen und als wesenseigen akzeptieren." Leonies Gedanken drehen sich folglich nicht nur um den Mörder, sondern auch um die Liebe. Ulla Schneider versteht es Spannungsmomente aufzubauen, wobei der Leser sich diesen kaum entziehen kann. Der Roman ist fesselnd und man wird das Buch wohl nur ungern aus der Hand legen. Ein viel versprechender Debütroman, der auf weitere spannende Krimis aus dem Sauerland hoffen lässt.