Bei einem Aufenthalt in Botswana hatte die amerikanische Anthropologin Marjorie Shostak 1969 des Leben der Buschmänner vom Stamm der Kung San erforscht. Shostak lernte die Sprache der Buschmänner und bekam so Einblick in ihre Denkweise. Ein wichtiger Bestandteil ihrer wissenschaftlichen Arbeit waren die ausführlichen Interviews mit ihrer Gesprächspartnerin Nisa, die sehr offen aus dem Alltagleben des bedrohten kleinen Nomaden-Stammes und besonders aus dem Leben der Frauen erzählte. 1989 kommt Shostak in ein verändertes Botswana und zu einer veränderten Nisa zu Besuch. Shostak ist an Brustkrebs erkrankt und erhofft sich Heilung bei dem Volk, dem sie sich so nah fühlte, dass sie jedem ihrer drei Kinder zusätzlich einen Buschmann-Namen gab.
Shostaks Krankheit spielt in ihrem Buch eine Nebenrolle. Die Anthropologin hat sich gezwungenermaßen mit den Veränderungen auseinanderzusetzen, die der Kontakt zu Weißen Nisas Stamm brachte. Zu Shostaks Verbitterung ist in den Gesprächen mit Nisa und ihren Stammesgefährten viel zu oft von Geld, Geschenken und Gegenleistungen die Rede. Das kleine Volk der Jäger und Sammler hatte traditionell stets nur soviel aus der Natur entnommen, wie es zum Überleben brauchte. Der Kontakt mit den Waren der Überfluss-Gesellschaft der Fremden hat dem Stamm mehr Probleme gebracht, als die Forscher während ihres Aufenthaltes lösen können. Die Autorin urteilt aus sehr persönlicher Perspektive und kann sich nur schwer von ihren idealisierten Erinnerungen lösen. Sie äußert sich nur kurz zum Überleben eines Nomaden-Stammes in der Gegenwart der politischen Staatsgrenzen und Viehzäune, die seine traditionellen Wander-Routen durchschneiden.
"Ich folgte den Trommeln der Kalahari" ist eine Ergänzung zu Shostaks erstem Buch und ein stimmungsvoller Bericht für alle, die sich für Namibia, Botswana, die Kalahari und die Buschmänner interessieren.