Nach einem Date, das nicht nach seinem Sinne gelaufen ist, rettet Angel (ein Werbefotograf um die 30 und schwul) einen jungen Troll, der von einigen Jugendlichen zusammengeschlagen wurde. Er nimmt ihn mit nach Hause, pflegt ihn gesund. Während dieser Zeit baut Angel eine emotionale Beziehung zu dem Trollkind auf, fühlt sich aber auch sexuell zu ihm hingezogen. Pessi, wie er den Troll nennt überwintert bei ihm, aber sich ein wildes Tier ins Haus zu holen bringt so seine Schwierigkeiten mit sich- schließlich eskaliert die Situation.
Das Buch ist in recht kurze Abschnitte eingeteilt. Diese bestehen einmal aus den Perspektiven (in der Ich- Form) verschiedener Charaktere, Ausschnitte aus Märchen und Geschichten und (fiktiven) wissenschaftlichen Berichten. Diese Märchen und Berichte beschäftigen sich mit der Frage was ein Troll denn nun eigentlich ist, ein Tier, ein Wesen ähnlich dem Menschen oder gar eine Art Waldgeist.
Das Buch liest sich sehr gut und ist auch ansprechend geschrieben. Man mag Angel sofort und die Beziehung die er zu Pessi aufbaut und seinen Wunsch diesen zu beschützen kann man fast schon mitfühlen. Allerdings hat mich diese Anziehung ebenso fasziniert wie abgeschreckt, denn egal wie man's dreht und wendet, Pessi ist entweder ein wildes Tier oder ein Kind/Junges oder wie auch immer man es nennen mag, oder auch beides. Von daher fand ich den Teil mit der sexuellen Anziehung äußerst unbequem. Ich konnte ihn auch nicht wirklich einordnen. Ja, es ist von ausgestoßenen Pheromonen die Rede, und ausgelebt hat Angel das ganze mit seinem Lover. Und vielleicht war es auch gar nicht der kleine Troll, sondern "das Wilde" und die Natur oder sein unterdrücktes Ich oder das Universum im Allgemeinen oder weiß der Himmel was... aber mein ungutes Gefühl bleibt, besonders, weil man Angel als Charakter eigentlich mag.
Das Ende hat sich, obwohl es offen war abgeschlossen angefühlt. Es war ein Ende, das mich wiederum mit einem guten Gefühl zurückgelassen hat- einem "alles ist genau so wie es sein soll"- Ende.
Vielleicht macht es ein gutes Buch aus, ambivalente Gefühle beim Leser hervorzurufen? Was das Buch mir letztendlich sagen wollte weiß ich nicht (oder kann es nicht in Worte fassen?), aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass es definitiv auf mich gewirkt hat und mir sicher noch so einige Zeit im Gedächtnis bleiben wird.