In den Wäldern der Voltaregion in Ghana zwischen den Dörfern Ketanu und Bedome wird die Leiche der 21jährigen Medizinstudentin Gladys Mensah aufgefunden. Sie arbeitete für den staatlichen Ghana Health Service, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bevölkerung Ghana`s über AIDS aufzuklären. Für dieses Verbrechen gibt es keine Erklärung und so bestimmt der Gesundheitsminister persönlich Inspektor Darko Dawson aus der Hauptstadt Accra als leitenden Ermittlungsbeamten vor Ort. Aber Dawson fährt nur äußerst ungern in diese Gegend zurück, verschwand doch damals vor 25 Jahren seine eigene Mutter spurlos in Ketanu und die Erinnerung daran läßt ihn bis heute nicht los.
So beginnt er eher widerwillig zu ermitteln, obwohl die Spuren in die verschiedensten Richtungen führen...
Er begegnet der Schwester seiner Mutter wieder, die Gladys ebenfalls kannte, lernt Efia kennen, die Götterbraut eine sogenannte "Trokosi", die als junges Mädchen einem Fetischpriester übergeben wurde um das Unglück das ihrer Familie zustieß wieder abzuwenden und die die Leiche fand. Seine Erinnerung an die Vergangenheit plagen ihn und als wäre das alles noch nicht genug, muß er sich mit Aberglauben, Dorfheilern und Fetischbräuchen auseinandersetzen.
Dabei gilt seine größte Sorge seinem Sohn, der mit einem Herzfehler zur Welt kam und dem nur eine teure Operation hilft, die allerdings in Ghana niemand ausführen kann. Unterdessen will seine von ihm ungeliebte Schwiegermutter seinen Sohn ebenfalls zu einem Heiler bringen und Darko Dawson kann nicht dagegen einschreiten, muß er doch weitab von Zuhause ein Verbrechen aufklären.
Für diesen Krimi brauchte ich einige Seiten um mich einzulesen, denn die vielen fremden Namen waren am Anfang etwas verwirrend. Aber dann wurde ich angenehm überrascht. Eine spannend und intelligent geschriebene Geschichte tat sich vor mir auf, die einen sympatischen und menschlichen Inspektor hervorbrachte und viel Wissen über Ghana wie im Vorbeigehen vermittelt. Die Kluft zwischen Tradition und Moderne ist immer noch vorhanden und als westlicher Mensch kann man sich manche Dinge gar nicht so recht vorstellen und nachvollziehen. Frauen haben immer noch keine Rechte und diese Praxis des "Opferns" junger Mädchen an den Dorfpriester dem sie ihr Leben lang dienen müssen, besteht noch heute.
Gerade in den ländlichen Gebieten und Dörfern hat der Heiler das Sagen und die westliche Medizin und Vorsorge müssen viele Widerstände überwinden.
Der Autor Kwei Quartey wurde in Ghana geboren und lebt und praktiziert heute als Arzt in Kalifornien. Er weiß also worüber er schreibt und so ist ihm ein authentischer Krimi gelungen, der Einblicke gibt in einen fremden Kulturkreis, verwoben mit einer fesselnden Handlung in der nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Fazit: Von diesem Autor würde ich gerne mehr lesen!