Beim Lesen kommt man aus dem Staunen kaum mehr heraus: jede Seite beinhaltet mehrere "Schläge ins Gesicht" derer, die an unvoreingenommene Wissenschaftler, gründlich durchgeführte Studien und kritische Journalisten glauben.
Was hier an Mauscheleien zwischen Konzernen, Forschungsinstituten und Politikern aufgedeckt wird, macht regelrecht sprachlos. Da muss man das Kopfschütteln einfach aufgeben weil man nach der Lektüre dieses Buchs wahrscheinlich ein Schleudertrauma hat.
Schade dass sich der Autor hauptsächlich mit den Geschehnissen in den USA beschäftigt hat. Europäische Vorgänge kommen am Rand vor. Doch das macht nicht so viel aus, denn schließlich stammen Monsanto und viele der anderen Riesenkonzerne aus den USA oder führen dort ihre Studien durch. Es ist lehrreich zu sehen, wie in Amerika mit dem Thema umgegangen wird, und auf welchen Wegen dort Einfluss auf Medien und Politik ausgeübt wird. Vor allem unterbindet das wirkungsvoll die Argumente, die man hierzulande häufig hört: Dass Gentechnik in Ordnung sei, weil ja schon seit 30 Jahren in den USA gründlich erforscht und angewendet.
Ich habe schon viele, sehr viele Artikel über Nahrungsmittelsicherheit, Biotechnologie, den Nutzen von vegetarischer Lebensweise und Lebensmittel- wie Tierhaltungsskandale gelesen... doch nichts hat mir nachhaltiger den Appetit auf Fleisch, Eier und Milchprodukte verdorben als dieses Buch. Gottseidank ist man hierzulande ein bisschen rigoroser, was Gentechnikkennzeichnungen betrifft. Aber immer noch müssen Lebensmittel NICHT gekennzeichnet werden, wenn die Tiere, von denen Fleisch, Eier, Milch oder Käse stammen, mit Gensoja und Genmais gefüttert wurden. Und immer wieder gibt es Versuche von deutschen Politikern und der liberaler eingestellten EU, genveränderte Pflanzen zum Anbau zuzulassen.
Ich jedenfalls habe ab jetzt ein Auge auf alles, was sich in diesem Sektor bei uns tut. Es gibt dutzende von Webseiten, die die Geschehnisse in Politik und auf dem Gentechniksektor scharf beobachten, die ich dafür nutzen kann (Adressen sind im Buch angegeben).
Und auch dem lapidaren "Studien haben gezeigt, dass keine Gefahr besteht" werde ich nicht mehr so einfach glauben. Die Bemerkung findet man überall und oft... und jetzt weiß ich, was davon zu halten ist.