Es geht in dem Buch eigentlich um 2 parallele Reisebeschreibungen: Der Autor begibt sich heutzutage auf die Reiseroute der antiken Römer rund ums Mittelmeer und erzählt in amüsantem kurzweiligem Ton, was er heute und 2000 Jahre zuvor die römischen Reisenden so alles erlebten. Antike Autoren wie Seneca und Pausanias liefern ihre Kommentare in keineswegs schulmeisterlicher Weise ab. Das ist alles wirklich unterhaltsam zu lesen, und durch die gekonnt eingetreuten antiken Zitate zeigt sich auch die Belesenheit des Autors, der sonst wohl eher Reiseführer schreibt (wenn seine modernen Reiseführer ähnlich gut zu lesen sind wie dieser antike, dann sollte man sie sich anschauen).
Ärgerlich sind handwerkliche Schwächen in der deutschen Übersetzung, die auf eine miserable Lektoratsleistung schliessen lassen. So wird einmal der Parthenon mit dem Pantheon verwechselt, oder während der Reise durch Griechenland ist andauernd von "kyrillischen Schriftzeichen" die Rede: Um Gottes willen, wir sind in Griechenland, und dort schreibt man in griechischen Buchstaben (nicht: "Schriftzeichen"), daher stammt schliesslich unser lateinisches Alphabet und später dann auch das kyrillische! Selbst in PISA-Deutschland sollte man das wissen. Und dieser Fehler ist nicht dem Autor anzukreiden, der schliesslich Latein und Griechisch (inter alia) studiert hat. Auch die Bilder sind in der billigstmöglichen Qualität wiedergegeben, die die heutige Drucktechnik zulässt.
Ansonsten ein unterhaltsames und mässig lehrreiches Buch, so richtig schön zum Durchschmökern, und ob der Inhalt etwas zu viel Wert auf sex and crime im Altertum legt, ist letzlich Geschmackssache, doch ist auch dazu zu sagen: Der Autor bleibt bei solider Quellenlage wohl bei den Fakten.