Nachdem Rue Protzer sein Konzept von Jazz als ruhig-poetischer Kammermusik auf den ersten beiden CDs "Quiet Motion" und "New York Slow" nachhaltig etabliert hat, schlägt er mit der dritten "Rue de Paris" Veröffentlichung "Trois" doch einige neue Wege ein. Obwohl die Stammbesetzung im wesentlichen erhalten blieb (bis auf Neuzugang Marc Johnson am Bass), werden in "Trois" streckenweise experimentellere Töne angeschlagen als auf den Vorgängeralben (z.B. in Chaconne, eine äußerst gelungene crossover-Komposition zwischen Klassik und Jazz). Dabei bleibt der lyrische Grundcharakter der Musik der Gruppe aber durchwegs erhalten und die beiden Gäste Cecile Verny und Julian Wasserfuhr fügen sich mit ihren Beiträgen hier nahtlos ein. Aus meiner Sicht besonders erwähnenswert sind das Titelstück "Trois" und die zweifache Einspielung von Charlie Marianos "Chrystal Bells". Fazit: ein muss für alle diejenigen, die hörbaren progressiven Jazz lieben.