Michael Siebler, selbst Archäologe, nimmt sich 2001 der mythischen Stätte Troia an. Er steht dabei in der Traditionslinie der Archäologen/Troiaforscher Joachim Latacz und Manfred Korfmann, die immer wieder rund um Hisarlik gruben, in einem internationalen Team (Humboldt-Stipendiat Joni Apakidze) und mit dem Ansatz, dass Homer doch weitgehend recht hatte - und Schliemann ebenso.
Erschienen passend zu einer damaligen großen Stuttgarter Troia-Ausstellung auf den Spuren Schlie- und Korfmanns, bietet das Reclambändchen nun auf unter 200 Seiten einen umfassenden, aber konzentrierten Überblick zur Sachlage, aber auch zur wissenschaftlichen Diskussion. Schade, dass es noch keine Neuauflage gibt, denn Raoul Schrotts Angriff auf diese Troia-Theorien müsste auch kurz behandelt werden (Schrott sieht philologisch eher spekulativ argumentierend Homer provokant als halben Assyrer und Troja fast in Syrien).
Michael Siebler schafft es in "Troia. Mythos und Wirklichkeit" immerhin, dass man sich danach Homer noch einmal wieder genüsslich einverleibt. Danke.