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Troia: Archäologie, Geschichte, Mythos
 
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Troia: Archäologie, Geschichte, Mythos [Taschenbuch]

Dieter Hertel
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage (28. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340644766X
  • ISBN-13: 978-3406447662
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 12,1 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 472.471 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 18.08.2001
Reinhard J. Brembeck nutzt die Rezension des Troja-Buches von Dieter Hertel zu einer eingehenden und kenntnisreichen Zusammenfassung der gegenwärtigen, "mit Vehemenz und Eifer geführten" Fachdebatte, die sich um die Frage dreht, ob die Darstellung Homers vom trojanischen Krieg auf geschichtlichen Tatsachen oder Mythos beruht. Während das Lager um den Archäologen Manfred Korfmann die Meinung vertritt, dass es sich bei Troja um einen Herrschersitz von internationaler Bedeutung gehandelt habe und die Homersche Darstellung geschichtliches Gewicht habe, urteilt die Gegenpartei, der auch Hertel angehört, Troja sei nur ein kleiner Fürstensitz gewesen und das Epos vom Trojanischen Krieg reiner Mythos. Nur bedauerlich, so der Rezensent, dass Hertels Untersuchung in der "Wissen"-Reihe bei Beck erscheint, die eigentlich für eine breite Leserschaft ausgerichtet ist, und das Buch dementsprechend schmal ausgefallen sei. Dass es argumentativ mit breit angelegten Darstellungen nicht mithalten kann und somit weniger überzeugt als die Gegenposition, liegt für den Rezensenten auf der Hand.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Die Sage vom Troianischen Krieg, in dem die Helden Homers um die schöne Helena kämpften und in dem das ruhmreiche Troia unterging, ist fester Bestandteil unseres kulturellen Gedächtnisses geworden. Aber Troia war ein realer und nicht nur ein mythischer Ort. Die Ausgrabungen, die Heinrich Schliemann begann, dauern bis heute an, und die Rekonstruktion der Stadt in ihren verschiedenen historischen Epochen schreitet fort. Was man über diesen Ort, seine Menschen, ihre Geschichten und ihre Geschichte weiß, wird in diesem Band anschaulich und allgemeinverständlich vermittelt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Troia - Archäologie, Geschichte, Mythos. So lautet der Titel von Dieter Hertels Buch, das 2001 in der Beck'schen Reihe erschienen ist. Darin unternimmt es der Münchner Professor für Klassische Archäologie, den antiken Ort an den Dardanellen vorzustellen und seine Rezeptionsgeschichte zu vermitteln. Das Buch ist flüssig geschrieben, enthält allerdings bei der Beschreibung der archäologischen Besonderheiten einige Klippen für den Nicht-Fachmann. Wichtig ist auch die reiche Ausstattung mit Abbildungen und Karten, die das Verständnis ungemein erleichtern.
Dennoch ergeben sich zwei Mängel, daher die Bewertung mit nur 3 Sternen. Zum einen ist da die Intention des Bändchens. Hertel zählt zu der Gruppe der sogenannten „kritischen Wissenschaftler" um den Tübinger Ordinarius für Alte Geschichte, Frank Kolb, im Forscherkonflikt um Troia. Das Buch ist daher als eine Art Manifest dieser Denkschule zu lesen. Hertel streitet den Ruinen jeden größeren Erkenntniswert für die homerischen Epen Ilias und Odyssee sowie umgekehrt Homers Dichtungen jeden tiefgehenden Informationsgehalt für das bronzezeitliche Troia ab. Der Dichter bzw. seine Vorgänger hätten die Geschichten um den Troianischen Krieg vielmehr mehr oder weniger frei ersonnen. Das ist eine legitime Position, muss sich doch der Gegenspieler Hertels, der Troia - Ausgräber Manfred Korfmann, dessen kritische Fragen durchaus gefallen lassen.
Für einen Band der Beck'schen Reihe jedoch, die ja dem Laien „das wichtigste Wissen" objektiv vermitteln will, ist diese Herangehensweise ungünstig. Es empfiehlt sich daher, das Buch bewusst als Gegenposition zu den Ergebnissen der derzeitigen Ausgrabungen in Troia zu lesen (etwa im Anschluss an J. Latacz, Troia und Homer - der Weg zu Lösung eines uralten Rätsels, Koehler und Amelang 2001; sowie die Reihe „Studia Troica" / Bd. 1 1991).
Der zweite Punkt betrifft die Dichtung Homers. Mit dem Namen Troia sind die Epen Homers (8. Jh. v. Chr.) untrennbar verbunden. In jedem übergreifenden Buch zum Thema Troia müssen sie daher angesprochen werden und nach ihrer historischen Aussagekraft befragt werden. Das tut Hertel, jedoch unter Inkaufnahme von schwerwiegenden, auch dem Umfang des Bändchens zu schuldenden Verkürzungen. So enthalten die Verse Homers unbestreitbar sprachlich wesentlich ältere Elemente, die weit in mykenische Zeit (12./13. Jh v. Chr,) zurückreichen, also in ebenjene - nach Hertel ja nur imaginierte - heroische Zeit des Troianischen Krieges. An die Stelle der nächstliegenden Erklärung - mündliche Weitergabe zumindest einiger Kernereignisse aus mykenischer Zeit bis zu Homer - setzt Hertel eine andere These: Griechische Siedler nachmykenischer Zeit sollen sich die gewaltsame Eroberung Troias im Gefolge ihres Einsickerns in die Troas mehr oder weniger frei ausgedacht haben, bis schließlich Homer und seine Vorgänger einen ganzen Mythenkranz daraus gemacht haben. Eine aus Sicht der gegenwärtigen Graezistik, der sich auch der Verfasser dieser Zeilen zurechnet, recht fragwürdige Annahme. Sollte hier nicht die nächstliegende Erklärung immer die einleuchtendste sein?
Insgesamt ist das Büchlein sehr informativ und interessant - jedoch vor allem bei vorhergehender Kenntnis der Gegenposition.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fritzsche
Als Fan der Reihe Wissen des Beck-Verlages habe ich dieses Buch gekauft, ohne vorher andere Kritiken zu lesen: Ein Fehler, wie sich herausgestellt hat. Nahezu der komplette Band behandelt detailliert die Ausgrabungen in Troja, ohne jedoch auf Geschichte, Sage, Mythos einzugehen. Der Leser wird über die Höhe und Dicke der Mauer in den verschiedenen Epochen informiert, es ist nachzulesen und welchen Haus (!) Keramikreste oder Knochen gefunden wurden. Doch das alles ist für den Nicht-Archäologen völlig uninteressant. Die Reihe Wissen hat eigentlich den Zweck, schnell, kompakt und dennoch wissenschaftlich fundiert über ein Thema zu informieren. Über das Epos Homers und über die Geschichte der Stadt erfährt man aber so gut wie gar nichts. Im Gegensatz zu den anderen Büchern der Reihe ist es äußerst langweilig und anstregend zu lesen. Trotzdem immerhin drei Punkte gibt es für den sicher erfüllten wissenschaftlichen Anspruch.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer einstmals davon träumte, eines Tages selbst noch die Wahrheit über Ilias und Odyssee herauszufinden, und dazu noch den Nachweis zu erbringen, dass all das wirklich geschehen sei, und Völkerfürst Agamemnon und sein Held Achill, der Spartaner Menelaos,der Lüstling Paris und sein tapferer Bruder Hektor, der König Priamos und die schöne Helena einst mit ihren Seelen, so rein wie die epische Dichtung Homers, den heutigen Ruinen fröhliches Leben unter der sich anbahnenden Tragik der unabwendlichen, durch göttliche Vorsehung festgeschriebenen Ereignisse verliehen, jene werden mit diesem knochentrockenen Büchlein aus der Feder Hertels keine grosse Freude haben.
Es ist ein Archäologiebuch, voll mit entsprechenden Befunden, und zudem mit Karten und Bildern versehen.
Vielfach wird Hertel unterstellt, dass er dem Leser den konträren Standpunkt, der vom Kreis um den Baseler Joachim Latacz vertreten wird, vorenthält, ich würde allein sagen, dass Hertel sehr vorsichtig ist, in allem was er als gesichert annimmt.
Und diese Perspektive eines nüchternen Fachmanns, der in der sengendsten Hitze seiner Ausgrabung niemals den Verstand verliert ist für die Wissenschaft durchaus eine wertvolle. Jene des konträren Impulsgebers Latacz ist eine ebenso wertvolle, und es ist sicherlich abzuwarten, was sich aus dem Spannungsfeld der beiden Sichtweisen heraus noch ergeben wird.
Was diesem Büchlein mehr anzulasten ist ist, dass es eigentlich nicht sehr gut in diese Reihe passt. Für den Nicht-Archäologen(und dazu zähle ich mich)sind seine Ausführungen mitunter einschläfernd, mitunter zum Verzweifeln. Dazwischen liegen Bereiche die man lesen kann.
Gesamtfazit damit: Sehr korrektes, vorsichtiges, Buch über einen alten Streitpunkt. Für den Fachmann sicherlich ein Muss, für den Laien, so er 'sein' Troja nicht völlig der archäologischen Dekonstruktion anheimgeben möchte, eher verzichtbar.
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