Das Ensemble für Frühe Musik Augsburg ist wegweisend in der Interpretation mittelalterlicher Musik, das beweist dieses frühe Album der Gruppe, im Original 1984 erschienen. Nun, nachdem man so viele andere Versionen der selben Lieder gehört hat, erkennt man, wie sich so Mancher - bewusst oder unbewusst - an diesem Schatz bedient hat. Knud Seckel, Holger Schäfer, die Ioculatores, Wünnespil, die Freiburger Spielleyt und selbst die genialen Oni Wytars ließen sich inspirieren. Kein Wunder, denn mit ihrem frisch-frechen Zugriff aufs Material wirbelten die Augsburger die verstaubte, etwas blutleere Szene der historisch-authentischen Interpretation auf. Erstaunlich, wie frisch das alles auch noch heute klingt.